Gangelt: Hilfe für pflegende Angehörige

Gangelt: Hilfe für pflegende Angehörige

„Familiale Pflege“ — hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Bündel verschiedener kostenfreier Beratungen und Schulungen, die die Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Katharina Kasper ViaNobis GmbH in Gangelt pflegenden Angehörigen anbietet.

Schon seit über einem Jahr können Versicherte aller Krankenkassen, die einen Angehörigen mit Pflegestufe pflegen, die Familiale Pflege der Fachklinik der ViaNobis in Anspruch nehmen. In Gesprächen und Trainingsprogrammen erhalten sie die nötige Unterstützung, um sich auf die Pflege zu Hause vorzubereiten. „Es geht hierbei einmal nicht um die Patienten, sondern ganz bewusst um die Angehörigen“, sagt Wilma Donné. „Diese sehen sich mit der Pflege des beispielsweise an Demenz erkrankten Familienmitglieds einer echten Mammutaufgabe gegenüber.“ Die examinierte Pflegekraft und ihre Kollegin Angelika Lilikakis informieren die Familienmitglieder in einem Gespräch über die entstehenden Pflegeaufgaben. Gemeinsam mit den Angehörigen überlegen sie, wie die anfallenden Arbeiten innerhalb der Familie so organisiert werden können, dass sich die Mitglieder gegenseitig entlasten. Zusätzlich können Sorgen und Bedenken besprochen werden.

Auch zu Hause besuchen die Mitarbeiterinnen der Familialen Pflege die pflegenden Angehörigen. Dort zeigen die Pflegefachkräfte mögliche Verbesserungen im häuslichen Umfeld auf. Weiterhin unterstützen sie die Angehörigen bis zu sechs Wochen nach der Entlassung bei Fragen sowie zu benötigten Hilfsmitteln und Pflegeartikeln. Auch die Nachbegleitung bei Sterbefällen ist eine Aufgabe im Rahmen der Familialen Pflege.

Neben der Beratung bieten Donné und Lilikakis kostenfreie Pflegekurse an. „An den Pflegeinitialkursen kann jeder Interessierte teilnehmen“, sagt Donné. „Im Gegensatz zu unseren anderen Angeboten ist es hier nicht nötig, dass es einen zu pflegenden Angehörigen mit Pflegestufe gibt.“ Ein Pflegekurs besteht aus vier Bausteinen, die an drei Tagen vermittelt werden. Themen wie Mobilisation, Inkontinenz, Bettlägerigkeit und Ernährung werden besprochen. „In den Kursen geht es auch um den Austausch von Erfahrungen der pflegenden Angehörigen“, sagt Lilikakis. Dies ist auch in einem Gesprächskreis möglich, der im Fachkrankenhaus stattfindet.