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Gangelt-Schümm: Heu-Ernte auch heute noch echte Knochenarbeit

Gangelt-Schümm : Heu-Ernte auch heute noch echte Knochenarbeit

Genüsslich wiederkäuend stehen rund 190 Rindviecher im Stall. Das schmackhafte Futter ist eine Kombination aus Maissilage, Heu und Kraftfutter. Gerade das Einbringen des Heus kostet dabei eine Menge Kraft, weiß Landwirt Stephan Tholen.

„Wenn wir Heu machen, kommt es vor, dass wir abends einfach zu müde zum essen sind”, erinnert er sich an die vergangenen Tage. Dabei gehen die Tholens noch nach einem alten Muster vor. „Heute sieht man auch beim Heu oft die großen Rundballen oder Quadranten”, weiß der 24-jährige Landwirt. Unter anderem wegen der kürzeren Trockenzeit für das Gras bevorzugt man die kleinen Ballen.

Optimal fand Stephan Tholen die Witterung vor der letzten Heuernte. Der Boden sei gut feucht gewesen, die Kombination aus Welsches Weidegras und Lieschgras fand optimale Wachtumsbedingungen. Schon bei der Grasauswahl wird darauf geachtet, dass das Heu später nicht nur zum klassischen Futter beigemischt, sondern auch Kälbern und kränklichen Kühen verabreicht werden kann. Haben die Tiere beispielsweise zu viel Kraftfutter erhalten, gilt es, „den PH-Wert zu puffern”. „Das Heu”, so berichtet Stephan Tholen, „sorgt für ein Kratzen im Pansen, das wiederum ein Bakterienwachstum fördert”. Natürlich spielt das Wetter in vielen Bereichen der Landwirtschaft eine große Rolle. Die optimale Zeit, das Gras zu schneiden, ist die Zeit der vollen Ähre. Ist das Gras zu jung, trocknet es zu lange.

„Der Rasenschnitt zuhause würde mindestens eine Woche trocknen”, nennt Tholen ein Beispiel. Drei Tage bleibt der Schnitt üblicherweise auf dem Feld. Dabei wird er viermal gewendet, in der Nacht vor dem Pressen auf eine Reihe geschoben und danach noch einmal auseinander gelegt. Setzt nach dem Schnitt Regen ein, muss man auf sehr gutes Wetter in den nächsten Tagen hoffen. „Aber der Regen wäscht auch die Nährstoffe aus”, so Stephan Tholen.

Im schlechtesten Fall kann es dazu führen, dass die ganze Ladung Heu auf dem Misthaufen landet. Vier Hektar, das sind 40000 Quadratmeter, haben die Tholens mit einigen Helfern an gut einem Tag eingebracht. Das sind dann rund 1200 bis 1300 Heuballen, die pro Stück um die zehn Kilogramm wiegen. Der Traktor fährt vorneweg mit rund drei bis vier Stundenkilometern. Am Traktor hängt die Kleinballenpresse, dahinter der Anhänger.

Auf dem Anhänger stehen zwei Helfer, die die Ballen aus der Presse nehmen und anschließend stapeln. Das sieht einfacher aus, als es ist und echte Knochenarbeit. „Ich hatte zwei Hänger gestapelt”, so Stephan Tholen. „Anschließend war ich froh, dass ich zum Melken in den Stall musste!” Ob das alles wirtschaftlich sei, lässt der 24-jährige Junglandwirt einmal dahin gestellt sein. „Wenn man keine Freunde hat, die einem helfen, kann man das alles wohl vergessen!”