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Geilenkirchen: „Herbys Freunde” kämpfen für Käfer-Zulassung

Geilenkirchen : „Herbys Freunde” kämpfen für Käfer-Zulassung

Eine kleine Gruppe kämpft für die letzten VW-Käfer, besonders für die Mexiko-Käfer: Am 17. Februar 1972 wurde er als meist gebautes Auto gefeiert.

1.500.7034 Stück waren damals ausgeliefert worden. 1978 wurde die Produktion nach Mexiko verlagert, und drei Jahre später lief der 20millionste Käfer vom Band. Am 30. Juli 2003 wurde der weltweit letzte Käfer gebaut.

Um diesem Fahrzeug zu huldigen, veranstalten „Herbys Freunde” aus Geilenkirchen am kommenden Sonntag, 20. Juni, auf dem Gelände des „Extra-Marktes” in Geilenkirchen das vierte internationale Treffen für VW-Käfer und artverwandte Fahrzeuge.

Während die Geilenkirchener Innenstadt mit klingendem Spiel erfüllt ist - an diesem Tag findet das 3. Internationale Musikfest der Sparkassen-Stiftung statt - werden auf dem Extra-Markt auch Oldtimer und Traktoren ausgestellt.

Im Mittelpunkt steht eine internationale Drei-Länder-Orientierungsfahrt von Geilenkirchen nach Heinsberg über Roermond, Maaseik, Gangelt und wieder zurück nach Geilenkirchen. Ab 10 Uhr schickt Bürgermeister Franz Beemelmanns die Fahrer auf die Reise, gegen 16.30 Uhr ist Siegerehrung mit Pokalübergabe.

Während „Herbys Freunde” mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt sind und sich auf das Treffen der Oldtimer-Liebhaber freuen, liegt ein Wermutstropfen in dieser Veranstaltung: Den Mexiko-Importen wird in Nordrhein-Westfalen immer noch die Zulassung verweigert.

Grund ist die seit Januar 2001 in der Bundesrepublik für Neufahrzeuge vorgeschriebene Onboard-Diagnose (OBD), die die gesamte Motorelektronik des Wagens kontrolliert. Stimmt am Wagen etwas nicht, blinkt ein Symbol auf und bittet den Fahrer zur Kontrolle in die Werkstatt. Und genau dieses Lämpchen fehlt dem Käfer.

„Es ist unverständlich, dass ein technisch einwandfreies Fahrzeug mit einem Verbrauch von acht Litern auf 100 Kilometern, das in Bayern vom TÜV als zulassungsfähig bezeichnet wird, in Nordrhein-Westfalen keine Zulassung erhält”, ärgert sich Helmut Lavit, zweiter Vorsitzender und als Kfz-Mechanikermeister „Technischer Direktor” von „Herbys Freunden”.

„Im Gegensatz dazu wird ein Drei-Liter-Fahrzeug mit einem Verbrauch von 17 bis 20 Litern auch noch steuerbegünstigt. Ich frage nur: Welches der beiden Fahrzeuge belastet die Umwelt mehr?”

Auch in England beispielsweise sei es kein Problem, eine Zulassung zu erhalten. Und dann könne das Auto importiert werden. „Warum muss man die Behörden betrügen, um ein Fahrzeug hier zugelassen zu bekommen?”, fragt Lavit.

Beim VW-Käfer-Treffen am Sonntag in Geilenkirchen starten „Herbys Freunde” eine Unterschriftenaktion. Denn: Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber hat für den Mexiko-Käfer eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Und darum kämpfen „Herbys Freunde” jetzt auch in Nordrhein-Westfalen.