Heinsberger Kreis-CDU feiert in Übach-Palenberg

Gedenken : Kreis-CDU feiert Tag der Deutschen Einheit in Übach-Palenberg

Spaziergänge waren es, die in der DDR zu den späteren Montagsdemonstrationen führten und mit der Stimme des Volkes das friedliche Ende des sogenannten Arbeiter- und Bauernstaates einläuteten.

Ein Spaziergang stand auch am Tag der Deutschen Einheit für die Gäste des CDU-Kreisverbandes Heinsberg und des gastgebenden CDU-Stadtverbandes Übach-Palenberg auf dem Programm, als es am Feiertag im Naherholungsgebiet Wurmtal darum ging, die Einheit zu feiern. Rund 70 Gäste aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft waren dabei.

Es fehlte nicht an mahnenden Worten, wie beispielsweise vom Stadtverbandsvorsitzenden Oliver Walther. „Vor 57 Jahren hatte niemand die Absicht, eine Mauer zu bauen“, hob er an. Schließlich hätten die Menschen es aber geschafft, friedlich und demokratisch den Weg zur Einheit zu ebnen. Heute scheint dies ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein, ebenso wie die Tatsache, dass mancher „Wessi“ immer noch meine, die „Ossis“ hätten nichts aus ihrer Geschichte gelernt, so Walther weiter.

„Wir im Westen hatten auch einen Lernprozess zu durchlaufen, der am Ende dafür sorgte, dass wir unser föderales System nach 40 Jahren als selbstverständlich ansehen“, sagte er. Und vor dem Hintergrund, dass das Gedankengut der AfD „direkt vor unserer Haustür angekommen“ sei, müsse jeder, dem an der Einheit und Demokratie etwas liege, vielleicht auch selbst einmal sein Denken und Handeln reflektieren.

Festredner Pfarrer Sebastian Walde aus Heinsberg zog am gleichen Strang und bemühte die Analogien zur Ehe. Dort müsse man auch täglich daran arbeiten, dass das Zusammenwachsen und das Zusammenleben funktionieren. Der evangelische Geistliche machte aber eine wachsende Distanz zu dem aus, was 1989 und 1990 in Deutschland geschah.

„Heute ist ein Tag, der uns daran erinnert, dass es ganz andere Zeiten gab und ganz andere Zeiten kommen können“, betonte Walde. Einheit in Frieden sei keine Selbstverständlichkeit. Und Einheit sei nicht mit der Unterschrift unter einem Vertragsdokument erledigt, sondern müsse gelebt werden.

Rund 70 Gäste wohnten der Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit des CDU-Kreisverbandes Heinsberg im Naherholungsgebiet in Übach-Palenberg bei. Foto: Markus Bienwald

Walde dachte laut zurück an die Tränen der Menschen, die am 9. November 1989, dem Tag des Mauerfalls, vergossen wurden, an die Euphorie, an das Staunen, dass die aufgezwungene Teilung Deutschlands ihr Ende gefunden hatte. „Das ist ein richtiges Geschenk“, unterstrich er.

Aber man müsse eben auch verantwortungsvoll mit dem Gegebenen umgehen, wünschte er sich. „Veränderung sehen wir lieber bei anderen als uns selbst, aber so kann Einheit nicht funktionieren“, sprach er. Und wenn die eine Seite so bleibe, wie sie schon immer war, gäbe es keine Einheit. Gerade in einer Zeit, in der oft versucht werde, den Menschen Angst zu machen, helfe Vertrauen in die Gemeinschaft, in die Einheit sagte er und erntete dafür viel Applaus. Beim abschließend vom Instrumentalverein Herbach intonierten „Lied der Deutschen“ war sie dann zumindest aber für die Dauer der Hymne wieder da, die Einheit, denn gesungen wurde sie von allen Anwesenden.

Pfarrer Sebastian Walde aus Heinsberg hielt die Festrede. Foto: Markus Bienwald
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