Geilenkirchen-Hatterath: Hatterather freuen sich über ihr Bürgerhaus

Geilenkirchen-Hatterath: Hatterather freuen sich über ihr Bürgerhaus

Nach zwei Jahren Bauzeit können sich die Hatterather über ihr erstes öffentliches Bürgerhaus freuen. Am Samstag wurde das Vereins- und Bürgerheim im Beisein zahlreicher Vertreter von Politik, Kreditinstituten, Rat und Verwaltung der Stadt Geilenkirchen offiziell seiner Bestimmung übergeben. Aus dem einstigen Feuerwehrgerätehaus der Löscheinheit Hatterath wurde ein schmucker Treffpunkt für Jung und Alt.

Ab sofort stehen den Hatterathern 112 Quadratmeter Bürgerraum zur Verfügung plus sanitäre Anlagen. Bis zur Fertigstellung war es ein langer Weg: Nach dem Beschluss der städtischen Gremien, das alte Gerätehaus für einen symbolischen Euro an die Interessengemeinschaft Hatterath zu übergeben, kam der Stein ins Rollen. Bereits im Januar 2010 hatten die Unterschriften auf den notariellen Verträgen die Grundlage für den Eigentumswechsel gebildet, doch die Übergabe des symbolischen Euros erfolgte drei Monate später am 6. April 2010. Die ersten Arbeiten für den 40 Quadratmeter großen Erweiterungsbau starteten im September des gleichen Jahres. Im Februar 2011 wurde Richtfest gefeiert, doch es dauerte weitere zwei Jahre, bis nun die Einweihung stattfinden konnte. Dutzende Hatterather Bürger haben das Haus in Eigenleistung erstellt. Dabei fanden sie Unterstützung durch die Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt Geilenkirchen. Die Vorsitzende der IG Hatterath e.V., Gabi Kals-Deußen, verschonte die Gäste im mit malerischen Kunstwerken dekorierten Bürgerheim mit Zahlen und Fakten über geleistete Stunden und bebaute Quadratmeter.

In geselliger Runde und bei Kaffee und Kuchen lässt es sich vorzüglich feiern.

„Es bedarf eines gewissen Wahnsinns, solche Projekte zu planen und dann noch in die Tat umzusetzen“, erklärte sie. Wahnsinn sei aber gleichermaßen das Fundament, auf dem das Haus gebaut worden sei, nämlich dem Ehrenamt.

Die Hatterather hätten erlebt, dass Gemeinschaft so etwas schaffen kann. Es sei eine Gemeinschaft und Verbundenheit entstanden, die sich nicht an der Zugehörigkeit zu einem Verein oder einer Gruppierung festgemacht habe. Sondern vielmehr an der Tatsache, dass sich Menschen neu und anders kennengelernt hätten. Kals-Deußen: „Hier hat der Zusammenhalt ein tolles Ergebnis zustande gebracht, und wir dürfen hoffen, dass es unseren Kindern ein Vorbild sein kann.“

Für Landrat Stephan Pusch bot die Einweihung des Dorfheimes eine Gelegenheit, „den Fokus auf einen kleinen Ort zu richten, der ansonsten eher selten im Mittelpunkt steht“.

Ein schmucker und sauberer Ort

Hatterath sei ein schmucker und sauberer Ort, in dem es sich gut leben lasse. Mit der Schaffung des Bürger- und Vereinsheimes hätten die Hatterather nachgewiesen, dass sie einer funktionierenden Dorfgemeinschaft angehören. Hatterath teile das Schicksal vieler kleiner Orte, dass es hier keine Gaststätte mehr gebe, die früher immer Kristallisationspunkte örtlichen Gemeinschaftslebens gewesen seien. Umso höher sei die Eigeninitiative vieler Hatterather zu bewerten, die in die Hände gespuckt und das Werk vollendet hätten. Auch Bürgermeister Thomas Fiedler lobte den Gemeinschaftssinn im Ort. Durch das Zusammenwirken von Privatpersonen und Öffentlicher Hand könne Neues entstehen, für das die Öffentliche Hand alleine keine Mittel mehr habe. Fiedler: „Die Arbeit, die Sie heute mit diesem Meilenstein der Eröffnung fortsetzen, ist Arbeit für sozialen Zusammenhalt, für gutes nachbarschaftliches Zusammenleben, für ein mehr an Miteinander statt eines bloßen Nebeneinanders.“ Bevor die rund 100 Gäste die Gelegenheit nutzten, das gemeinsam geschaffene Bürgerhaus in Ruhe anzusehen, erbat Pfarrer Peter Frisch den Segen Gottes für das Haus und die darin tätigen Menschen.

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