Übach-Palenberg: Grüne zu den Platanenfällungen: „Unglaubliche Arroganz“

Übach-Palenberg: Grüne zu den Platanenfällungen: „Unglaubliche Arroganz“

Der Bauausschuss mag einstimmig entschieden haben, doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Sachen Platanenfällungen wieder viel Porzellan zerschlagen worden ist. Zwei Tage nach der Sondersitzung, die die Stadt Übach-Palenberg einberufen hatte, meldeten sich am Mittwoch die Grünen zu Wort, um einiges klarzustellen.

Daraus, dass der Ausschuss den Fällungen der 57 Bäume zugestimmt habe, sagte der Vorsitzende Frank Kozian, lasse sich nicht folgern, dass der Ausschuss nicht hätte einberufen werden müssen. Hier irre der Erste Beigeordnete Helmut Mainz. „Es lässt sich lediglich daraus folgern, dass uns mit unglaublicher Arroganz entgegengetreten wird.“

Wer mit „uns“ gemeint ist, wurde nicht ganz klar, grundsätzlich könnte Kozian die Grünen, die Opposition im Ganzen oder auch die komplette Bürgerschaft gemeint haben. Denn im Ausschuss hatte die Verwaltung einräumen müssen, dass man schon seit Anfang des Jahres darüber Bescheid gewusst hatte, dass die Platanen ein Problem für die Gasleitungen sind und weg müssen. Der Bauausschuss hat dieses Jahr fünfmal planmäßig getagt, zuletzt vor einem guten Monat. Warum der Stadtrat nicht in einer dieser Sitzungen, die ohnehin stattfanden, informiert wurde, blieb unklar. Stattdessen kam es auf Aufforderung der Grünen hin zu der Sondersitzung, für die obendrein Aufwandsentschädigungen an die Stadtverordneten zu zahlen sind.

Kozian kritisierte weiter, dass aufgrund der Kürze der Zeit keinerlei Überprüfung der Angaben von Stadt und Regionetz möglich war. „Kann man hier bei den Terminansetzungen Vorsatz vermuten?“ Ferner wies er darauf hin, dass die ganze Aktion trotz der angekündigten Neupflanzungen eine negative Umweltbilanz aufweisen werde. Die neuen Bäume könnten unmöglich in gleicher Weise Stickoxyde, Kohlendioxyd und Feinstaubpartikel filtern. Deshalb forderte Kozian „eine in der Innenstadt zu schaffende Ausgleichsfläche, die im Einklang mit der Wiederbepflanzung ein neues Stadtbild ergeben soll“.

Die Stadt hat angekündigt, die Platanen durch andere Baumarten mit weniger aggressivem Wurzelwerk zu ersetzen, was Erinnerungen an einen etwas in Vergessenheit geratenen CDU-Antrag von November vergangenen Jahres weckt. Die Fraktion beantragte damals im Rat, jedes Jahr 50 Bäume zu fällen und durch pflegeleichtere Exemplare zu ersetzen. Der Antrag wurde an den Bauausschuss verwiesen, tauchte dort jedoch nie wieder auf.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Gerhard Gudduschat teilte auf Nachfrage mit, dass der Antrag wahrscheinlich in der nächsten oder der übernächsten Sitzung des Bauausschusses verhandelt werden soll. Mit den Fällungen auf der Roermonder Straße habe der Antrag nichts zu tun gehabt. Die CDU und auch er selbst sei genau wie alle anderen Fraktionen erst vor rund zwei Wochen über die Fällungen informiert worden.

Es wurde außerdem bekannt, dass die Fällungen deutliche Eingriffe in den Busverkehr nach sich ziehen.