Übach-Palenberg: Grüne Gärtner sorgen für bunte Pflanzenwelt

Übach-Palenberg: Grüne Gärtner sorgen für bunte Pflanzenwelt

Immer in der Runde drehen sich die Gedanken bei einem neuen Kreisverkehr: weniger Rückstaus, ein schnellerer Verkehrsfluss, deutlich niedrigere Unterhaltungskosten und ein schönes Erscheinungsbild ploppen als Pluspunkte beim Betrachter auf. Am Kreuzungspunkt Maastricher Straße/Aachener Straße/L47 gibt es den Kreisel schon seit einigen Jahren. Früher war dort eine Art innerörtlicher „Rennstrecke“ installiert.

Denn durch den Charakter der Landstraße gab es jenseits des Kreuzungsbereiches nur die landstraßentypische Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Kilometern pro Stunde.

Mehrere Ratsanträge später wurden eine letztlich mehrfach geänderte Verkehrsberuhigung, ein Zebrastreifen für Fußgänger und auch der Kreisverkehr realisiert, um die geschlossene Ortslage zwischen dem Baugebiet Rimburger Acker und Palenberg auch für Kraftfahrer deutlich zu machen.

Vor zwei Jahren rückte der Kreisverkehr dann in das Bewusstsein des Ortsverbandes Bündnis 90/Die Grünen. „Im Oktober 2011 beschlossen wir, die Patenschaft für einen Kreisverkehr zu übernehmen“, berichtet Vorstandssprecher Frank Kozian. Natürlich müssen er und seine Parteifreunde sich die Frage gefallen lassen, warum es dann bis zum vergangenen Wochenende gedauert hat, bis die Patenschaft endlich optisch sichtbare Früchte getragen hat.

So hat es bis zum März 2012 gedauert, bis es nach gemeinschaftlichem Beschluss im Ortsverein intensive Gespräche mit der Stadt Übach-Palenberg geben konnte, die Ende April 2012 dann zu einem unterschriftsreifen Vertrag mit der Stadt führten. „Wir konnten das Ganze nur mit eigenen Mitteln stemmen und waren natürlich auch auf die Unterstützung und Mitarbeit der Stadt angewiesen“, zuckt Kozian ein wenig mit den Schultern.

„Auch wenn sich die Vertragsgestaltung aus versicherungstechnischen Gründen als komplizierter und langwieriger Vorgang erwiesen hat, fand unser Entwurf schließlich doch noch das Wohlwollen der Verwaltung“, freut sich der Sprecher. Es ist etwas entstanden, auf das nicht nur die Mitglieder des Ortsverbandes stolz sein können. Im Gegensatz zu den vielen gesponserten Kreisverkehren im Stadtgebiet, die dank der fleißigen Zahlung von Sponsorengeldern immer wieder jahreszeitlich frisch bepflanzt und bearbeitet werden, sich aber durch die rein professionelle Pflege doch sehr ähneln, gibt es hier ein einzigartiges Projekt zu sehen.

„Obwohl es ein Leichtes gewesen wäre, die Pflege als Auftragsarbeit zu vergeben, einigten wir uns, den gemeinschaftlichen Aspekt in den Vordergrund zu stellen und Gestaltung, Umsetzung sowie Pflege als Team anzugehen“, unterstreicht Kozian. Ein stilisierter Bergstollen mit Ausbaustempeln ist zu sehen, auch ein umgangssprachlich „Lore“ genannter Transportwagen für Kohle unter Tage ist fester Bestandteil der Ausgestaltung.

„Dazu ist der Kreisverkehr in vier Segmente aufgeteilt: während man in Ost-West-Richtung auf zwei große Rasenflächen mit Bepflanzung blickt, wird die Nord-Süd-Richtung von bergbautypischen Elementen bestimmt“, so Kozian weiter.

Zwar sind die Hölzer auf dem Kreisel eckig und nicht rund, wie von Bergleuten verbaut, auch wurde keine Eiche, sondern günstigeres Holz verwendet. Dennoch bietet sich durch den vom Alsdorfer Energeticon zur Verfügung gestellten Transportwagen ein an frischer Luft gelegener Kohlepfad und somit eine gekonnte Verbindung zur Historie und Stadtwerdung Übach-Palenbergs an. Beim Transportwagen haben die Grünen bewusst auf eine Restaurierung verzichtet: „Wir wollten der Vergänglichkeit Ausdruck verleihen, schließlich wollten wir Elemente der Vergangenheit und der Zukunft mit einer Blumenwiese und pflegeleichten Bepflanzungen verbinden“, schließt Kozian.

Dazu gehören natürlich auch — nicht nur in Wahlkampfzeiten — die Schilder des Ortsvereins, die aus allen vier Richtungen die Kraftfahrer grüßen. Ab und zu wird sich dort auch neben den fleißigen Männern des Technischen Betriebes der Stadt, die für die Wässerung zuständig sind, auch ein Grüner aus der Stadt mit den zwei Herzen zeigen und sich als Gärtner um den eigenen, neuen grünen Rundgarten kümmern.

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