Gangelt: Gründung eines Dachverbandes: Drei Dörfer formieren sich neu

Gangelt: Gründung eines Dachverbandes: Drei Dörfer formieren sich neu

Josef Herings ist einer, der sich richtig viele Gedanken macht. Über seinen Heimatort Stahe-Niederbusch. Gemeinsam mit Hohenbusch gibt es hier eine Drei-Dörfer-Gemeinschaft, die nicht nur eine eingeschworene Gemeinschaft ist, sondern auch neue Mitglieder gerne aufnimmt.

„Aber als ich letztens eine Runde durch den Ort gemacht habe, fiel mir auf, dass hier nichts mehr los ist, keiner war auf der Straße zu sehen“, sagt der 68-Jährige. Für den bekennenden „Unruheständler“ kam die Idee von Rainer Mansel, der de facto alle Aufgaben eines Ortsvorstehers übernimmt, ohne diese Funktion offiziell auszuüben, einen Ortsring zu gründen, zum richtigen Zeitpunkt.

Und seit dieser Woche gibt es nun den Dachverband der Ortsvereine in Stahe, Niederbusch und Hohenbusch. Rund 70 Anwesende haben dazu im „Haus der musizierenden Vereine“ gleich neben der Kirche der Gründung der vorerst „Dorfverein Stahe-Niederbusch-Hohenbusch“ genannten Organisation ohne Gegenstimme zugestimmt.

Für die erstmal symbolisch angesetzten fünf Euro Mindest-Jahresbeitrag soll dieser Verein nicht nur die Aktivitäten der insgesamt 18 Vereine in den drei Orten bündeln. Er soll auch dafür sorgen, dass die vor Ort organisierten Menschen auch nach außen mit einer Stimme sprechen. So ist die „Wahrung der Interessen der Bürger in der Entwicklung, Versorgung und städtebaulichen Gestaltung der Ortsteile“ ein per Satzung festgeschriebenes Vereinsziel. Auch die „Wahrnehmung der allgemeinen örtlichen Interessen der Drei-Dörfer-Gemeinschaft“, kulturelle und interkulturelle Dinge oder der Erhalt eines Bürgerzentrums stehen in der Satzung. Zudem hat sich der Verein bewusst die Attribute „politisch, ethisch und konfessionell neutral“ ins Buch geschrieben.

Dass Rainer Mansel von vielen hier in den drei Dörfern gerne auch als Ortsvorsteher gesehen würde, war am Rande der Versammlung natürlich auch ein Thema. Die Entscheidung dazu wird wohl bei der Ratssitzung in der nächsten Woche fallen. Rainer Mansel könnte dann mit Segen der CDU — obwohl er ein Parteibuch der SPD hat — und mit großer Unterstützung in allen drei Ortsteilen doch noch Ortsvorsteher werden. „Es könnte sein, dass mich der Gemeinderat zum Ortsvorsteher wählt“, sagte Mansel zum Thema. „Aber der Ortsvorsteher sollte nicht Vorsitzender dieses Vereins sein“, machte er ebenso klar deutlich. Er werde zwar gerne im Vorstand mitarbeiten, halte es aber nicht für gut, wenn er möglicherweise Vorsitzender des Ortsrings und Ortsvorsteher sei. In Josef, genannt „Jo“, Herings haben die „Staheniederbuschhohenbuscher“ jemanden gefunden, der gleich am Ende der ersten Versammlung mit vielen Arbeitsaufträgen und Ideen nach Hause ging.

So will der Vorstand das derzeit schwierige Thema Baugrund angehen, denn Neubaugebiete sind Mangelware. Auch wird der Dachverein sich beim Thema Sauberkeit im Ort engagieren, will über das Aufstellen von Weihnachtsbäumen nachdenken und wird sich auf kurz oder lang auch mit dem Thema Neubau oder Neugestaltung einer Bürger- oder Dorfhalle auseinandersetzen.

Und die Punkte auf der Agenda werden künftig sicherlich nicht weniger, sondern eher mehr. So dachte Rainer Mansel schon an eine eigene Arbeitsgemeinschaften der Gewerbetreibenden, um im Ort noch mehr bewegen zu können. Was Mansel, der am Ende als Beisitzer Teil des Vorstands wurde, abschließend aber noch mehr freute, war, wie einig sich die Einheimischen darin waren, den Verein zu gründen. „Ich bin begeistert über den Zuspruch“, sagte er. 70 Mitglieder aus dem Stand heraus, dazu die geborene Mitgliedschaft aller Ortsvereine und deren Vorsitzender, und das alles in einer nicht einmal zweistündigen Gründungsversammlung. Das zeige doch, dass die Menschen am Krümmelbach zusammenstehen wollen, um etwas für ihre Ortschaften zu erreichen.

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