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Gangelt-Birgden: Großes Interesse an der Freien Grundschule Amsel

Gangelt-Birgden : Großes Interesse an der Freien Grundschule Amsel

„Wir haben jetzt genug Anmeldungen, um mit der Schule starten zu können“, erklärte Marlon Dahlmanns, Vorstandsmitglied des Fördervereins Grundschule Amsel, nachdem er fünf Stunden lang im Bürgerhaus Birgden das Konzept einer Freien Schule vorgestellt hatte.

Wegen der großen Nachfrage hatte der Förderverein aus einer zwei Informationsveranstaltungen gemacht, die von über 100 Personen besucht wurden.

Besonders freut es das Gründungsteam, dass sich Eltern bei den Infoveranstaltungen gemeldet haben, die sich in das Projekt Freie Schule aktiv einbringen wollen. Weit und breit gibt es das, was Kristina und Marlon Dahlmanns aus Gangelt sowie Katrin und Markus Salden aus Birgden ins Leben rufen wollen, nicht. Die beiden Ehepaare möchten eine Freie Grundschule gründen. Der Name steht schon fest. Die Schule soll nach der Amsel benannt werden, die alle wichtigen Elemente der Projektidee in ihrem Namen vereint: Aktives Miteinander von Schülern, Eltern und Lehrern. Der Standort soll in der Gemeinde Gangelt liegen. Diese Schule soll als eine sogenannte Ersatzschule Kindern nicht nur aus dem Kreisgebiet offen stehen, sondern allen Kindern, deren Eltern den Anfahrtsweg meistern wollen.

Als Gast hatte der Förderverein Guido Jochheim, Konrektor der Freien Schule Wülfrath, eingeladen. Jochheim berichtete anschaulich aus dem Alltag einer Freien Schule.

Kristina und Marlon Dahlmanns sowie Katrin und Markus Salden erläuterten den Besuchern das Schulkonzept und die Finanzierung der Amselschule. Zum Schuljahresbeginn 2019 soll klein gestartet werden mit 15 bis 25 Kindern und voraussichtlich zwei Lehrern. Es wird keine Noten geben. Dies sei ein ganz wesentlicher Punkt des pädagogischen Konzeptes, das sich auf die Erkenntnisse der modernen Neurowissenschaften stütze. Die Kinder sollen so lernen können, wie es ihren natürlichen Anlagen entspricht. Der Neugier soll Freiraum gegeben werden, die Fähigkeiten des Kindes nicht verschüttet werden.

Höhere soziale Kompetenz

Guido Jochheim machte klar, dass die Eltern dieses Konzept mittragen müssen. Nachfragen der anwesenden Eltern zielten darauf ab, ob ihre Kinder in dieser Freien Schule genug lernen und ob ihre Kinder nach dem vierten Schuljahr fit sind für die Regelschule. Die Initiatoren streben zwar eine weiterführende Schule an, doch ist dies noch Zukunftsmusik. Guido Jochheim berichtete von durchweg positiven Erfahrungen mit der Eingliederung seiner Schüler in weiterführende Bildungseinrichtungen oder in den Beruf. Der Bildungsstand seiner Schüler unterscheide sich nicht von dem der Regelschüler. Seine Schüler hätten aber eine deutlich höhere soziale Kompetenz. Sollten Kinder nach der vierten Klasse in eine Regelschule wechseln, würden sie zuvor auch benotet, so Jochheim.

Markus Salden war derjenige im Vorstandsteam der Gründerinitiative, der am längsten gezögert hatte, ob er das Konzept einer Freien Schule mittragen möchte. Markus Salden ist Bauingenieur. Besuche in bestehenden Freien Schulen, die nächsten sind im Raum Köln angesiedelt, hatten ihn überzeugt. Auch die Freien Schulen sind an den Lehrplan des Landes Nordrhein-Westfalen gebunden. Das Land übernimmt 87 Prozent der Kosten, wie Markus Salden erklärte, die restlichen 13 Prozent müssten über Mitgliedsbeiträge aufgebracht werden. Salden legte dar, dass der Mitgliedsbeitrag für das erste Kind 160 Euro betragen werde; für jedes weitere Kind kämen 90 Euro hinzu. Es sei geplant, dass bei den Beitragszahlungen Rücksicht auf das Einkommen der Eltern genommen wird: Wer viel hat, zahlt etwas mehr; wer wenig hat, etwas weniger.

Anmeldeschluss im November

Guido Jochheim berichtete, dass an seiner Schule auch Arbeitsleistungen der Eltern etwa in Arbeitsgemeinschaften oder bei der Gartenarbeit angerechnet würden. Marlon Dahlmanns skizzierte die „Flugroute“ der Amselschule: umgehend Gründung eines Schulträgers; im Mai oder Juni Festlegung des Gebäudes in der Gemeinde Gangelt; im Juni Einreichen des Genehmigungsantrages bei der Bezirksregierung; am 15. November ist Anmeldeschluss für das Schuljahr 2019. Die Annahme der Schüler soll nach dem Eingang der Anmeldungen vorgenommen werden.

Solange die Grundschule Amsel noch nicht eingerichtet sei, sei eine gleichzeitige Anmeldung an einer Regelschule für die Erfüllung der Schulpflicht ratsam, empfahlen die Schulgründer. Marlon Dahlmanns: „Wir sehen uns als Alternative zur Regelschule. Die Eltern können nun erstmals wählen, welche Schulstruktur zu ihrem Kind passt.“