Großes Interesse am ZWAR-Netzwerk

Zwischen Arbeit und Ruhestand : Netzwerk sorgt „in der beschaulichen Stadt Geilenkirchen“ für großes Interesse

Zwar war der Auftakt wegen der Vielzahl der Teilnehmer ein wenig wuselig, doch schnell setzten sich Strukturen durch, die sich in 20 Jahren Netzwerkarbeit bewährt haben. Rund 90 Geilenkirchener Bürger hatten sich im Festsaal des Franziskusheims eingefunden, um am ersten Treffen der Basisgruppe des sozialen Netzwerks für Menschen ab 55 teilzunehmen.

Geilenkirchen. „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ lautet der Name des Netzwerkes, das sich gerade in Geilenkirchen etabliert und Menschen, die in den Ruhestand gehen oder schon gegangen sind, soziale Kontakte ermöglichen soll. „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ kürzt sich ab in ZWAR und wird vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Von der ZWAR-Zentralstelle NRW in Dortmund war Barbara Thierhoff nach Geilenkirchen gekommen, um gemeinsam mit Gemeindereferentin Nicole Abels und Quartiersmanagerin Melanie Hafers-Weinberg das Netzwerktreffen zu leiten.

Zunächst galt es, genügend Stühle für die Gäste bereit zu stellen, denn mit solch einem großen Andrang hatten die Gastgeber nicht gerechnet. Auch Barbara Thierhoff war verblüfft, wie viele Menschen „in der beschaulichen Stadt Geilenkirchen“ Interesse am ZWAR-Netzwerk haben. Eine Kennenlernrunde eröffnete den Abend.

In Gruppen zu acht Personen wurden erste Kontakte hergestellt, die Namen ausgetauscht und ein wenig Smalltalk gehalten. Dann ging es zur alles entscheidenden Frage über: „Was wollen Sie gerne machen?“ Barbara Thierhoff ist als erfahrene Netzwerkerin mit den Abläufen eines solchen Abends bestens vertraut und so schnell nicht zu überraschen. Auch eine kritische Zwischenfrage konnte sie ruhig ausbremsen. Etwas mehr Struktur hatte ein Teilnehmer angemahnt, sonst würde man sich doch verzetteln. Doch Thierhoff konterte ganz ruhig: „Glauben Sie mir, ich habe 20 Jahre Erfahrung, wir werden auch auf diesem Weg gleich zu dem Punkt kommen, den Sie sich wünschen.“ Und tatsächlich ordnete sich das Chaos der vielen Eindrücke auf ganz wunderbare und simple Weise.

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre Interessen, das was sie einmal mit anderen Menschen gemeinsam tun möchten, kund zu tun. Die drei Gruppenleiterinnen schrieben die Wünsche auf Zettel und reihten sie auf einer Tafel auf. Der nächste Arbeitsschritt des Gruppenprozesses erforderte schon etwas mehr Selbstbeteiligung der Bürger. Es sollten sich nun Menschen finden, die für die einzelnen Gruppenaktivitäten wie Wandern, Kino, Theater, gemeinsam frühstücken, Gartenarbeit zur Verschönerung von Geilenkirchen, Radtouren, Fotografieren oder Literaturkreis als Ansprechpartner dienen wollten.

Manches Mal fand sich nicht sofort jemand, der bereit war, die Organisation der Gruppentreffen in die Hand zu nehmen, doch unter dem Strich kristallisierten sich doch etliche Personen heraus, die bereit waren, sich in die Gruppen einzubringen. Sodann konnten sich Gruppenteilnehmer in die vom „Gruppenleiter“ geführte Liste eintragen. Vereinbart werden mussten nur noch Ort und Zeit, um ein erstes Gruppentreffen des Literaturkreises oder der Wanderfreunde in den nächsten 14 Tagen auf die Beine zu stellen.

Während beim ersten Treffen der Basisgruppe jeder Besucher sich nur eine Lieblingsgruppe aussuchen konnte, stehen den Netzwerk-Teilnehmern beim nächsten Basisgruppentreffen auch alle anderen Gruppen offen. Die Gruppentreffen werden dann in einem Übersichtsplan eingetragen sein, so dass jeder schauen kann, was für ihn zeitlich und vom Interesse her passt.

Die Basisgruppe trifft sich regelmäßig 14-tägig um 18.30 Uhr im Festsaal des Franziskusheims, Zum Kniepbusch 5 in Geilenkirchen. Das nächste Treffen wird also am Mittwoch, 20. Februar, um 18.30 Uhr stattfinden. Neue Netzwerker sind herzlich willkommen.

Beim nächsten Basisgruppentreffen wird Barbara Thierhoff noch einmal anwesend sein. Dann sollen Teilnehmer die Koordination der Basisgruppe übernehmen. Nicole Abels und Melanie Hafers-Weinberg werden ein Jahr lang das Projekt begleiten.

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