Großer Andrang bei Be Future in Geilenkirchen.

75 Aussteller informierten über Arbeit : Be Future gibt Einblick in Berufswelt

75 Aussteller haben auf der Berufsinformationsbörse Be Future in Geilenkirchen Jugendlichen einen Einblick in verschiedene Arbeitsbereiche gegeben. Der Vortag zu den Karrierechancen bei der Bundeswehr wurde dabei am meisten gebucht.

Manuel Schramm, 33 Jahre alt, Betriebswirt, war einer der begehrtesten Männer bei der Be Future, die über zwei Messetage auf dem Gelände des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula in Geilenkirchen stattfand. Schramm hielt den meist gebuchten Vortrag mit über 50 Anmeldungen und zwar zu den Karrierechancen bei der Bundeswehr.

Neben den 75 Ausstellern auf dem Messegelände, das sich über die Schulräume, die Turnhalle, die Aula und den Schulhof des Gymnasiums erstreckte, wurden auch Vorträge parallel zum Messegeschehen angeboten, zu denen sich insgesamt 200 Schüler angemeldet hatten. Ebenfalls gut im Rennen um die Gunst der Schüler lagen die Vorträge der Polizei und der Fachhochschule Aachen.

„Wir suchen hier Chefs“, meinte kurz und prägnant Manuel Schramm gleich zu Beginn seines Vortrags. Sowohl im zivilen wie im militärischen Bereich biete die Bundeswehr berufliche Perspektiven. Auf jeden Soldaten kämen sechs Mitarbeiter im unterstützenden Bereich. Flexibilität müsse der Mitarbeiter der Bundeswehr mitbringen. Er selber habe, neben einem Einsatz in Afghanistan, Deutschland von Nord bis Süd in verschiedenen Dienststellen kennen gelernt.

Manuel Schramm konnte sich nicht über mangelndes Interesse beim Vortrag zur Bundeswehr beschweren. Foto: Dettmar Fischer

Nico Einmal aus Übach-Palenberg war auf der Messe auf dem Stand des Forschungszentrums Jülich eingesetzt. Er befindet sich in der Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Junge Leute, die selber ihre Ausbildung gerade absolvieren, waren an vielen Messeständen hinter den Tresen zu sehen. Der direkte Kontakt mit nahezu Gleichaltrigen, dieselbe Sprache, gestalteten  den Austausch locker. „Viele wissen gar nicht, dass es diesen Ausbildungsberuf überhaupt gibt“, hatte Nico Einmal in den Gesprächen mit den Jugendlichen festgestellt. Einmal hatte seinen Beruf, dessen Auswahl er bislang nicht bereut hat, über einen Berufsorientierungstest der Bundesagentur für Arbeit  im Internet ausfindig gemacht.

Fünf bis zehn Minuten dauern die Gespräche am Infostand in der Regel, wenn es sich um interessierte Jugendliche handelt. Allein das Forschungszentrum Jülich bietet jährlich bis zu 115 Ausbildungsplätze in 20 verschiedenen Berufen an. Ein Drittel von ihnen wählt das Duale Studium.

Nico Einmal (r.) ist Azibu beim Forschungszentrum Jülich. Da seine Schulzeit noch nicht lange hinter ihm liegt, war er der ideale Ansprechpartner. Foto: Dettmar Fischer

Der Schirmherr von Be Future, der größten Berufsinfobörse der Region, der FDP-Landtagsabgeordnete Stefan Lenzen, stattete bei seinem Messerundgang zusammen dem Messeveranstalter Wilfried Kleinen und dessen rechter Hand am Bischöflichen Gymnasium Riccardo Marangi sowie Schulleiter Jürgen Pallaske auch dem Stand von Katharina Kasper ViaNobis einen Besuch ab, der ihn staunen ließ. Lenzen traf an diesem Stand auf Barbara Nießen, Robert Thönneßen und Alexander Beemelmanns. Die jungen Leute hatten neben  ihrer Theke einen Postkartenständer mit plakativen Sprüchen wie „Nichts für Wachlappen!“, „Setz Dich ein für Menschen…“, „Macht Sinn!“ oder „Verdien viel!“ aufgebaut.

Beim Messerundgang machten Schirmherr Stefan Lenzen (3.v.r.) mit Messeveranstalter Wilfried Kleinen (r.) und dem Leiter des Bischöflichen Gymnasiums Jürgen Pallaske (l.) Station am Stand der Katharina Kaspar ViaNobis. Foto: Dettmar Fischer

Was es mit diesen Sprüchen auf sich hat, konnten Interessierte auf der Rückseite der Karten lesen. Stefan Lenzen las nach und war überrascht auf der Rückseite von „Verdien  viel!“ das stattliche Einstiegsgehalt einer Pflegefachfrau beziehungsweise eines Pflegefachmanns zu entdecken. Dieses liegt bei 2841,30 brutto im Monat bei einer Vollzeitstelle. Gerade, so Schirmherr Stefan Lenzen, wenn man bedenke, dass die Gesundheitspflegebranche neben dem Handwerk den größten Fachkräftemangel habe, müsse man dieses Einstiegsgehalt doch einmal rot unterstreichen. Auf die Frage Lenzens, was den Beruf des Pflegefachmanns für ihn attraktiv mache, hatte Robert Thönneßen den Umgang mit Menschen angeführt.

Schulleiter Jürgen Pallaske freute sich, dass mit der Berufsinfobörse das Thema Berufs- und Studienwahl schon früh bei seinen Schülern in den Fokus gerückt werde. Eine dieser Schülerinnen ist Samira Lemmens. Sie besucht die Q2 und hatte sich beruflich schon recht klar positioniert mit einer Bewerbung beim Zoll. „Es ist schon interessant zu sehen, was es sonst für Berufe gibt“, meinte sie beim Bummel über die Messe. „Hier erfährt man etwas über Berufe, die man noch gar nicht kannte.“ Alles sei gut organisiert, lobte sie. Positiv bewertete sie auch, dass sowohl Studiengänge wie Ausbildungsberufe vorgestellt würden. Regierungsinspektoranwärterin beim Zoll war ihr Berufswunsch vor dem Messerundegang gewesen. Doch am Stand der Polizei hatte sie vom Masterstudiengang Polizeimanagement erfahren, der nun als Alternative überdacht werden wird.

Liga Daus ist im Marketing von Mercedes Bähr beschäftigt. Sie betreut seit Jahren den Messetand des Geilenkirchener Autohauses auf der Be Future und spricht sicher für viele Aussteller, wenn sie sagt: „Wo kommt man sonst in Kontakt zu so vielen jungen Leuten, die auf der Suche nach einem Beruf sind. Wir müssen schon zu ihnen gehen, die kommen nicht zu uns ins Autohaus.“