Gangelt: Große Schritte beim Ausbau des Glasfasernetzes

Gangelt: Große Schritte beim Ausbau des Glasfasernetzes

„Wir sind im Soll“, erläutert Marco Westenberg, NRW-Verantwortlicher für die Deutsche Glasfaser, bei einem Besuch auf der Baustelle in Gangelt, wo seit einigen Wochen die Erdarbeiten für das Internetnetz der Zukunft laufen.

„In wenigen Wochen sind die Glasfaserkabel in Gangelt verlegt und die Hausanschlüsse gemacht“, versichert Westenberg. Rund um den 20. August soll es dann einen ersten Testanschluss vom neuen Gangelter Glasfasernetz ins Internet geben. 100 MBit, das ist für viele Gangelter die 100-fache Leistung dessen, was derzeit von der Telekom zur Verfügung gestellt wird, und bei immer höheren Leistungsanforderungen der Internetangebote schon Probleme macht, beziehungsweise in absehbarer Zeit Probleme bringen wird.

An zahlreichen Baustellen wird in Gangelt das Glasfaserkabel verlegt. Hier eine Momentaufnahme vom Markt.

Nach einer Testphase der Deutschen Glasfaser im Kreis Borken stand der Kreis Heinsberg auf dem Ausbauprogramm. Warum wurde mit Gangelt begonnen? „Warum sollte ich in der Ferne schweifen“, fragt Marco Westenberg lachend und erzählt, dass er aus Roermond kommt, wo er zu den rund zwei Millionen Glasfasernutzern der insgesamt 17 Millionen niederländischer Haushalte gehört.

Ein Glasfaserkabel ist klein, dünn und unscheinbar — seine Leistung allerdings enorm, betont Marco Westenberg.

Hier, so Westenberg, war es dem Einsatz von Bürgermeister Bernhard Tholen zu verdanken, dass Gangelt die Trumpfkarte gezogen hat. Man sei beim Kreis Heinsberg offen empfangen worden und auf gut vorbereitete und professionell agierende Bürgermeister, den Landrat und Vertreter der WfG getroffen, so Marco Westenberg. Mitte Dezember sollen alle angemeldeten Haushalte in der Gemeinde ihr Glasfaserkabel im Haus haben. Dann werden rund 10.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt worden sein. Von jedem Hausanschluss geht mindestens ein Kabel zum Verteiler.

Von den 5332 Haushalten der Gemeinde hatte sich zum Stichtag gut die Hälfte, 2666, für das Projekt Glasfaser angemeldet. Aber auch heute noch gibt es Nachmeldungen. „Wenn der Nachbar das hat, dann nehme ich es auch“, ist wohl einer der Leitgedanken für die Interessenten. „In Bereichen, in denen wir rund 40 Prozent angemeldete Haushalte hatten, liegt die Zahl der Nachmeldungen bei teilweise über zehn Prozent“, so Marco Westenberg.

Einige Kolonnen sind oder waren im Ort unterwegs, was auch die Zahl der verschiedenen Baustellen in den Straßen erklären soll. „Das alles hat System“, ist sich Marco Westenberg sicher. 25 Jahre Gewährleistung soll es auf die Arbeiten geben. Die Gemeinde Gangelt ist in die Bauarbeiten nicht involviert, hat also auch nichts mit der Planung zu tun. Es wird nur immer wieder geprüft, ob beispielsweise die Bürgersteige nach den Erdarbeiten wieder so aussehen, wie vorher.

Die Bauarbeiten auf der Sittarder Straße, der Ortsdurchfahrt Gangelts, ruhen schon seit einiger Zeit; die Straße ist frei befahrbar. Trotzdem wird weiterhin der gesamte Lkw-Verkehr über den Luisenring und die Franz-Savels-Straße geleitet. Diese beiden Straßen sind allerdings für Lkw-Begegnungsverkehr nicht ausgelegt, und so kommt es permanent zu riskanten Ausweichmanövern. Der GVO-Glasfasertrupp wartet auf eine Genehmigung des Kreises Heinsberg, um die Sittarder Straße in Höhe der alten Feuerwache aufreißen zu dürfen.

„Mit zehn Prozent gerechnet“

In einer Gemeinde wie Gangelt, in der Satellitenschüsseln weitgehend für den TV-Empfang sorgen, war kaum damit zu rechnen, dass sich neben Internet und Telefon viele Kunden für den Fernsehempfang über Glasfaser entscheiden. „Mit zehn Prozent haben wir gerechnet, 25 Prozent sind es geworden“, erläutert Marco Westenberg.

Die Anbieter, mit denen die Kunden ihre Anschlussverträge machen, werden in Kürze über die Fertigstellung informiert, so dass dann die Kündigung der bestehenden Verträge — vornehmlich Telekom — erfolgen wird. Von deren Laufzeit ist es abhängig, wann der einzelne Kunde nahezu mit Lichtgeschwindigkeit ins Internet geht.

Ab September, so hofft man, werden die ersten Gangelter an das neue Netz angeschlossen sein. Das Ausbauende im Kreis Heinsberg ist für 2016 plus Netzbauzeit geplant.

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