Geilenkirchen: Gleiche Möglichkeiten für behinderte Menschen

Geilenkirchen: Gleiche Möglichkeiten für behinderte Menschen

Behinderung soll nicht behindern oder Menschen sogar ausgrenzen. Vielmehr sollen Menschen mit einer Behinderung, egal ob geistiger, psychischer oder körperlicher Art, am gesamten Leben in der Stadt teilnehmen können.

Das ist das Ziel von Dipl.-Sozialpädagogin Nicole Abels-Schell, Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes für die Region Heinsberg in Geilenkirchen. Deshalb startet sie jetzt unter dem Motto „Am Leben in der Gemeinde teilhaben” einen lokalen Teilhabekreis, dem Menschen mit und ohne Behinderung angehören sollen. Dies wäre der erste Teilhabekreis im gesamten Kreis Heinsberg.

Ein erstes Treffen für Interessenten, die die Idee des lokalen Teilhabekreises unterstützen wollen, ist am Donnerstag, 14. Oktober, um 18 Uhr im Wohnheim Mutter Teresa, in Geilenkirchen-Bauchem, Josefstraße 7. Unterstützt wird Abels-Schell von Anneliese Gernikeites.

Die Dipl.-Sozialpädagogin arbeitet im Wohnheim Mutter Teresa und leitet hier unter anderem die Gruppe der Ehrenamtler. In diesen Teilhabekreis sollen alle Probleme behinderter Menschen eingebracht und nach einer Lösung gesucht werden. Sind die Geschäfte für behinderte Menschen zugänglich? Können kulturelle Angebote problemlos von behinderten Menschen wahrgenommen werden? Kann der Öffentliche Personennahverehr problemlos von behinderten Menschen genutzt werden?

„Gleichzeitig möchte sich das Wohnheim öffnen, sich in der Öffentlichkeit und besonders in der Nachbarschaft bekannt machen”, erklärt Nicole Abels-Schell, die sich für ein partnerschaftliches Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen einsetzt. Das nämlich ist im Alltag nicht immer der Fall: „Wenn ich durch die Stadt gehe, machen Schüler oft Bemerkungen über mich”, hat Christa Lüttgens, Bewohnerin von Mutter Teresa, keine guten Erfahrungen gemacht.

Sie, die Vertrauensperson von den rund 30 im Wohnheim lebenden geistig und psychisch kranken Menschen, wird sich auf jeden Fall dem Teilhabekreis anschließen. „Gemeinsam wollen wir Aufklärungsarbeit leisten, dass behinderte Menschen Mitglieder unserer Gemeinde sind. Ich will die Menschen zusammenbringen und dann gemeinsam mit ihnen überlegen, welche Probleme sie haben und wie sie zu lösen sind”, sagt Abels-Schell.

Deshalb hat sie alle in der Stadt vertretenen Institutionen, die sich mit behinderten Menschen beschäftigen - Gangelter Einrichtungen, Therapeutisches Zentrum Loherhof, Betreutes Wohnen der Caritas, Kontakt- und Beratungsstelle der Caritas in Übach-Palenberg - zu dem ersten Treffen eingeladen.

Dass Hemmschwellen abgebaut werden können, macht die seit einem Jahr bestehende Kooperation mit dem AWO-Kindergarten Jahnstraße deutlich: „Die Mitarbeiter und Eltern haben heute keine Berührungsängste mehr”, versichert die Sozialpädagogin. Und: „Wir leben alle in einer Stadt. Deshalb sollen auch alle die gleichen Möglichkeiten in dieser Stadt haben”, sagt Abels-Schell, die auch für weitere Informationen unter Telefon 02451/4820889 zur Verfügung steht.

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