Übach-Palenberg: Gerüche sollen dauerhaft verschwinden

Übach-Palenberg: Gerüche sollen dauerhaft verschwinden

„Die sprechen hier von Geruchsbelästigung. Was da entsteht, ist ein richtiger Gestank”, sagte bei der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung ein Besucher im Sitzungssaal. Diese Geruchsbelästigungen entstehen durch das Unternehmen Polythex im Gewerbegebiet Borsigstraße, das zur Herstellung von Kunststoffplatten ein Kunststoffgranulat erhitzt.

Das Schreiben der Anwohner wurde in der Ausschusssitzung vorgestellt. Die Anwohner fühlen sich massiv belästigt durch die Emmissionen, während der Kreis Heinsberg als zuständige Aufsichtsbehörde immer wieder mitteile, dass das Problem beseitigt sei.

„Wir stellen fest, dass das nicht stimmt, und fordern den Rat auf, in unserem Sinne tätig zu werden”, heißt es wörtlich in diesem Schreiben, in dem auch die Rede davon ist, dass das Unternehmen offensichtlich expandiere. Es wird die Frage gestellt, ob dies im Sinne der Stadt sei, denn damit sei „mit einer Ausweitung der Geruchsbelästigung zu rechnen”.

„Unerträgliche Zustände”

„Wir nehmen die Hinweise der Bürger sehr ernst”, erklärt CDU-Franktionsvorsitzender Gerd Gudduschat. Der Bürgermeister sollte Kontakt mit dem Unternehmen aufnehmen, um die offenbar unerträglichen Zustände zu beheben. „Gegen das Expandieren einer Firma haben wir selbstverständlich nichts, das kann nur gut für die Stadt Übach-Palenberg sein.”

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch griff in die Diskussion ein. „Ich werde gemeinsam mit meinem Stellvertreter Engelbert Piotrowski versuchen, Kontakt mit dem Unternehmen herzustellen.”

Weiter geht die Forderung von SPD-Fraktionsvorsitzendem Heiner Weißborn, der zunächst erklärte, dass schon im Jahr 2008 erstmals von Geruchsbelästigungen die Rede gewesen sei. „Ich habe ernsthafte Zweifel, dass das Unternehmen etwas wirklich Ernsthaftes unternimmt, um diese Belästigungen zu verhindern.”

In seine Kritik schloss er auch gleich den Kreis Heinsberg mit ein, der zu wenig tue. „Ich fordere deshalb eine Erklärung des Ausschusses, die dem Kreis Heinsberg zugeleitet wird. In dieser Erklärung heißt es, dass die Zuständigkeit beim Kreis liege.

Über Gespräche informieren

Die Verwaltung der Stadt werde dennoch beauftragt, sich auch inhaltlich mit dem Kreis auseinanderzusetzen. Es müsse unverzüglich dafür gesorgt werden, dass die Geruchsbelästigungen dauerhaft abgestellt werden.

Der Haupt- und Finanzausschuss soll über das Ergebnis der Gespräche mit dem Kreis sowie über die vom Kreis eingeleiteten Maßnahmen schriftlich von der Verwaltung informiert werden.

„Man solle doch nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen”, griff Beigeordneter Engelbert Piotrowski in die Diskussion ein. „Es handelt sich um eine Geruchsbelästigung, aber keine Gesundheitsschädigung.” Der Kreis Heinsberg sei mehrfach tätig geworden und habe festgestellt, dass das Unternehmen einer baurechtlichen, aber keiner immissionsschutzrechtlichen Genehmigungspflicht unterliege.

„Vier Jahre mit Milde versucht”

„Seit vier, fünf Jahren wird mit Milde versucht, die Belästigungen abzustellen”, antwortete Weißborn. Die Rede sei davon, dass keine gesundheitlichen Schäden entstünden. „Ich bin aber sicher, dass auch beim Kreis Heinsberg niemand so genau die Inhaltsstoffe kennt, die da verarbeitet werden.”

Der Ausschuss beschloss einstimmig, den Antrag der SPD-Fraktion zu unterstützen und umzusetzen.

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