Übach-Palenberg: Geruchsbelästigung: „Es scheint ein Ende in Sicht zu sein“

Übach-Palenberg: Geruchsbelästigung: „Es scheint ein Ende in Sicht zu sein“

Man soll bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben, kaum irgendwo weiß man das besser als im Umfeld der Firma Polythex in Übach-Palenberg. Zu oft sind Ankündigungen der Firma, das Geruchsproblem in den Griff zu bekommen, nicht erfüllt worden, zu oft liefen behördlicherseits geäußerte Warnungen ins Leere.

Und doch sieht es so aus, als könnten die Anwohner sich vorsichtig auf bessere Zeiten vorbereiten. Denn wie der Kreis Heinsberg unserer Zeitung auf Anfrage mitteilt, wird dem Kunststoffverarbeiter in der kommenden Woche die notwendige technische Ausstattung geliefert, um dem Problem endlich Herr zu werden.

Bei der Neuerwerbung handele es sich um eine sogenannte thermische Abluftbehandlungsanlage. Man gehe davon aus, dass die Geruchsproblematik dann erledigt sei, bestätigt Kreissprecher Ulrich Hollwitz. Die Behörde selbst habe diese Lösung präferiert, es handele sich nach heutigem Stand der Technik um die beste Lösung.

Offenbar hat sich ohnehin schon einiges getan. Wie drei Anwohner, mit denen unsere Zeitung seit längerem in der Sache in Verbindung steht, unabhängig voneinander bestätigten, ist die Geruchsbelästigung deutlich zurückgegangen — Übach-Palenberger, die nicht in unmittelbarer Nähe wohnen, sprechen sogar davon, zuletzt überhaupt nichts mehr gerochen zu haben.

Ursächlich hierfür sind vermutlich neue, bessere Kohlefilter, die nun verwendet werden. „Es scheint tatsächlich ein Ende in Sicht zu sein“, sagt einer der Anwohner.

Offenbar kam die Firma sogar an der Zahlung von Strafzahlungen vorbei, deren Verhängung zwischenzeitlich angedroht worden war. Im Januar 2015 hatte der Kreis Heinsberg ein Zwangsgeld von 10.000 Euro festgesetzt, später war sogar von der Möglichkeit einer Verdoppelung auf 20.000 Euro die Rede gewesen.

Weil die Firma auf die Forderungen der Kreisverwaltung eingegangen sei, sei die rechtliche Möglichkeit hierzu entfallen, sagt Ulrich Hollwitz. Wie auch immer: Sollte die Geschichte endlich zu einem positiven Ende kommen, würde sich hierfür vermutlich auch niemand mehr interessieren.

Unklar ist unterdessen, wie es mit dem geplanten Umzug von Polythex in die Boschstraße aussieht. Vergangenen Sommer hatte die Firmenleitung angekündigt, einen neuen Standort zu errichten und dafür zehn Millionen Euro in die Hand zu nehmen. Ein Antrag auf Baugenehmigung liegt bei der Kreisverwaltung jedoch immer noch vor.