Geilenkirchen: Georg Schmitz kandidiert nun doch als Bürgermeister

Geilenkirchen: Georg Schmitz kandidiert nun doch als Bürgermeister

„Ich werde nicht für das Amt des Geilenkirchener Bürgermeisters kandidieren. Das kann ich definitiv ausschließen.“ Das hat Georg Schmitz am 27. November klar und deutlich erklärt. Und jetzt kandidiert er doch. Seine Unterlagen für die Wahl reichte der Parteilose im Rathaus bereits ein. Doch warum dieser Sinneswandel?

„Jetzt ist die Situation ganz anders. Ich habe Thomas Fiedler als Amtsinhaber große Chancen eingeräumt, die Wahl zu gewinnen. Nachdem Fiedler nun nicht kandidiert, ergeben sich für mich Chancen. Unter den anderen Kandidaten sehe ich keine Lichtgestalt“, erklärt Schmitz. Er bekennt aber auch: „Wenn ich ehrlich bin, bin ich auch keine Lichtgestalt. Aber ich kenne Geilenkirchen besser als alle anderen Kandidaten.“

Der Mann, der nach dem Besuch der Realschule sein Geld als Discjockey verdient hat, der als selbstständiger Kaufmann ein Schallplattengeschäft geführt und anschließend in den 1990er-Jahren vier Jahre in Thailand gelebt und dort eine Strandbar betrieben hat und der mit seiner Kandidatur eine mehr als 40-jährige freiberufliche journalistische Tätigkeit für unsere Zeitung beendet, steigt nun mit 64 Jahren in die Politik ein.

„Meine Geburtsstadt liegt mir am Herzen. In der Bevölkerung herrscht eine Partei- und Politikverdrossenheit. Die Menschen suchen nach Alternativen. Sie sind es satt, von oben herab regiert zu werden und möchten auch mitreden können, wenn es um Veränderungen geht“, begründet er seinen Entschluss, am 13. September anzutreten. Immer wieder bekomme er zu hören: „Schorsch, mach‘s.“

Warum glaubt Georg Schmitz, ein guter Bürgermeister zu sein? „Weil ich auf die Leute zugehe. Weil ich mir anhöre, was sie zu sagen haben, daraus Schlüsse ziehe, die der Arbeit zugute kommen. Man soll nicht auf die Parteien hören, sondern auf die Bürger“, sagt er. Er sieht das Problem, das ein parteiengebundener Bürgermeister von der Partei gelenkt wird. „Ob das von Vorteil ist, ist die Frage.“

Kritiker werden Schmitz vorwerfen, dass er über keinerlei Führungs- und Verwaltungserfahrungen verfügt. „Bernd Jansen ist ohne Abitur und Studium als Handwerker Bürgermeister in Hückelhoven geworden und hat seiner Stadt zu blühendem Leben verholfen. Er ist ein Mann des Volkes, so möchte ich auch sein“, sagt Schmitz.In der Geilenkirchener Stadtverwaltung, so kritisiert er, arbeite man oft gegeneinander und nicht miteinander.

Viele fähige Leute seien gegangen, weil miese Stimmung herrsche. „Da möchte ich ansetzen. Ich möchte die Abteilungen zusammenbringen. Wenn das gelingt, sind die Leute motiviert. Dann kann ich von ihnen lernen.“

Sicherlich dauere das eine gewisse Zeit. Aber aufgrund seiner langjährigen journalistischen Tätigkeit kenne er die Strukturen im Rathaus ganz genau.Den Amtsleitern, die ihr Geschäft von der Pike auf gelernt haben, müsse er keine Vorschriften machen. Braucht man dann überhaupt einen Bürgermeister? „Vielleicht zum Repräsentieren“, lacht Schmitz.

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