Geilenkirchen: General Jürgen Beyer meldet sich ab

Geilenkirchen: General Jürgen Beyer meldet sich ab

„Ich melde mich ab!“ Mit diesen Worten hat sich am Freitag Brigadegeneral Jürgen Beyer nicht nur von seinen Soldaten des Zentrums für Verifikationsaufgaben verabschiedet. Er sagte auch der Bundeswehr Adieu. Nach fast 44 Dienstjahren in der Bundeswehr trat er in den Ruhestand.

Kaum waren bei dem feierlichen Appell in der Selfkantkaserne die letzten Klänge des Heeresmusikkorps aus Koblenz verklungen und die Soldaten des Wachbataillons aus Siegburg abmarschiert, rollte ein „Fuchs“ auf den Platz.

Generalmajor Werner Weisenburger (links) übergab die Truppenfahne. Darüber freuten sich die Brigadegeneräle Jürgen Beyer und Peter Braunstein (2. und 3. von links).

Unter dem Beifall der zahlreichen Gäste aus Militär, Politik und öffentlichem Leben stieg der scheidende Kommandeur in den Transportpanzer, der ihn schließlich zum Empfang im Barbara-Casino brachte.

Der Chef des Streitkräfteamtes, Generalmajor Werner Weisenburger, war nicht nur zur Verabschiedung von Jürgen Beyer gekommen. Er übergab das Kommando an Brigadegeneral Peter Braunstein, der in den vergangenen Jahren in Berlin seinen Dienst verrichtet hat. Und es gab noch einen dritten Anlass für Weisenburger, die Selfkantkaserne zu besuchen: Er übergab die von Bundespräsident Joachim Gauck verliehene Truppenfahne „als äußeres Zeichen gemeinsamer Pflichterfüllung im Dienst für Volk und Staat“.

„Sie sind das Zentrum. Sie erfüllen Rüstungskontrolle mit Leben. Sie sind die vertrauensbildenden Botschafter der Bundesrepublik. Ich bin stolz darauf, dass ich Ihr Kommandeur sein durfte“, sagte der scheidende Kommandeur.

Er begrüßte eine große Schar von Gästen, unter ihnen den Beauftragten der Bundesregierung für Fragen der Abrüstung und Rüstungskontrolle, Botschafter Christoph Eichhorn. Zu den weiteren Gästen zählten auch der Vier-Sterne-General Hans-Lothar Domröse, Kommandeur des Allied Joint Force Command in Brunssum, Awacs-Kommandeur Andrew Müller, General a.D. Leopold Chalupa und seine Vorgänger im Amt, die Generäle a.D. Jens Zimmermann, Hans Hübner und Peter von Geyso.

Beyer freute sich über die Anwesenheit der Leiter der Schwesterorganisationen aus Frankreich, Luxemburg, aus den Niederlanden, Österreich, der Tschechischen Republik und aus den USA. „Als ich 2010 das Kommando übernommen habe, wusste ich nicht, was mich erwartet. Jetzt verstehe ich ein wenig von Rüstungskontrolle“, sorgte Beyer für Heiterkeit.

Ernsthaft meinte er dann: „Ich bin froh, dass unsere Expertisen im Bundesverteidigungsministerium und im Außenministerium gefragt sind.“

Beyer habe viele Türen geöffnet, die die beiden Ministerien dann nutzen konnten, lobte Generalmajor Werner Weisenburger.

Auch an die Gefangennahme der OSZE-Gruppe um den deutschen Oberst Axel Schneider durch prorussische Separatisten in der Ukraine 2014 wurde an diesem Tag erinnert. Beyer bezeichnete diese Wochen als die „belastendste Zeit für mich.“ Derweil meinte Weisenburger. „Es ist Ihr persönlicher Verdienst, dass die Gefangennahme zu einem guten Ende gebracht wurde.“

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