Gangelt: Gemeinderat: Jahresabschluss sorgt für frohe Gesichter

Gangelt: Gemeinderat: Jahresabschluss sorgt für frohe Gesichter

Langeweile kann man der Verwaltung der Gemeinde Gangelt wohl kaum vorwerfen, obwohl die Nachrichten immer die gleichen sind, wenn es um den Jahresabschluss geht. Im Rat am Dienstag warf Bürgermeister Bernhard Tholen einen Blick auf die Zahlen, die bei einer Bilanzsumme von 114,579 Millionen Euro einen satten Jahresüberschuss von 1,639 Millionen Euro zeigten.

Dafür erhielt der Verwaltungschef nicht nur die vorbehaltlose Entlastung durch die Ratsmitglieder. Gleichzeitig schaffte es Kämmerer Gerd Dahlmanns mit seinem Team wieder einmal, die eigentlich negative Prognose zu drehen.

Planmäßig war nämlich ein Minus von 2,163 Millionen Euro vorgesehen, doch beispielsweise durch Personalausgaben, die mit 3,713 Millionen Euro wieder unter der Vier-Millionen-Marke blieben, habe es die Gemeinde geschafft, ein hervorragendes Ergebnis einzufahren. „Gerade im Personal ist das sehr positiv, andere Kommunen sind da ganz anders unterwegs“, so Tholen. Bei der Unterhaltung des gemeindeeigenen Besitzes konnte das Vorjahresergebnis mit 1,111 Millionen Euro sogar noch um gut 100.000 Euro unterboten werden.

Erwartungsgemäß stärker ins Kontor schlug hingegen die Kreisumlage mit 7,193 Millionen Euro gegenüber 6,758 Millionen Euro in 2015. Bei den Kosten rund ums Thema Asyl machte Tholen eine deutliche Steigerung aus: 1,597 Millionen Euro mussten investiert werden, Geld, das beispielsweise in die Einrichtung einer Unterkunft auf dem Gelände des Schulzentrums geflossen ist.

Dennoch gab es auch bei diesem Punkt zwei erfreuliche Mitteilungen. „Wir haben sogar etwas übrig, denn die Erträge im Bereich Asyl betrugen 1,760 Millionen Euro“, so werde die Finanzlage der Gemeinde in dieser Hinsicht nicht aus dem Lot geraten, wenn die Kosten für geduldete Flüchtlinge übernommen werden müssen.

Zusätzlich drehte sich durch den geringen Überschuss die Lage von 2015, als dort noch mit einem Defizit von knapp 100.000 Euro gearbeitet werden musste.

Durchweg positiv beurteilte Tholen die Lage bei der Einkommenssteuer (3,885 Millionen Euro), der Gewerbesteuer (3,8 Millionen Euro) und der Grundsteuer (1,852 Millionen Euro Einnahmen), die vor allem bei der Gewerbesteuer nicht geplante Mehreinnahmen produziert habe. Der Überschuss fließt wieder in die Ausgleichsrücklage — ein Begriff, den Kämmerer in anderen Kommunen längst im Wörterbuch nachschlagen müssen. Die Rücklage liegt nun — nach in den letzten Jahren stetig nach oben zeigenden Zahlen — bei 4,112 Millionen Euro liegt. Mit den liquiden Mitteln von aktuell 12,098 Millionen Euro im Rücken, sah Tholen so die Gemeinde auch bei künftigen möglichen Mehrbelastungen als gut aufgestellt an.

Mehr Einwohner

Ein Plus lieferte auch die Betrachtung der Einwohnerzahlen, die aktuell bei 12.650 liegen, wobei naturgemäß die Zahlen zum Jahresende noch anders ausfallen werden. „Hier haben wir wieder ein Plus, und liegen im kreisweiten Vergleich mit Wassenberg ganz vorne“, so Tholen, während Geilenkirchen und Wegberg an Einwohnern verloren hätten.

Eine Folie kann Tholen übrigens sehr bald aus der Übersicht herausnehmen: die mit der Schuldenaufstellung, denn da findet sich seit 2013 eine schwarze Null.