Geilenkirchen: Geilenkirchens CDU will nach Wahlschock Weichen neu stellen

Geilenkirchen: Geilenkirchens CDU will nach Wahlschock Weichen neu stellen

Manfred Schumacher ist der neue Parteichef der Geilenkirchener CDU. Von 72 wahlberechtigten Mitgliedern stimmten bei der Stadtverbandsversammlung am Montagabend im Immendorfer Saal Werden-Pongs 67 Christdemokraten mit Ja.

Der bisherige Amtsinhaber, Franz-Michael Jansen, der das Amt mehr als sieben Jahre inne hatte, war nicht mehr angetreten, weil er die Verantwortung für das für die CDU desolate Wahlergebnis bei den Kommunalwahlen übernommen hatte. Stellvertretende Parteivorsitzende sind nun Theresia Hensen, Ortsvorsteherin von Grotenrath, Leonhard Kuhn, Ortsvorsteher von Würm, und Wilhelm-Josef Wolff, Ortsvorsteher von Tripsrath, Hochheid und Rischden sowie Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat. Sie erhielten jeweils 70 Stimmen. Geschäftsführerin ist nun Kirsten vom Scheidt (72 Ja-Stimmen), Vorsitzende der Frauen Union, Schatzmeister ist weiterhin Marlis Tings (66 Ja-Stimmen).

Als Vertreterin der Frauen Union wurde Margret Pauli mit 70 Stimmen in den Vorstand gewählt, Lars Speuser mit 72 Ja-Stimmen als Vertreter der Jungen Union. Frank Paulus ist stellvertretender Geschäftsführer (66 Stimmen), Uwe Neudeck ist stellvertretender Kassierer (70 Stimmen).

Der scheidende Parteichef, Franz-Michael Jansen, gab in seinem Rechenschaftsbericht zu: „Das Wahlergebnis der letzten Kommunalwahl steckt uns noch in allen Knochen.” Zur aktuellen Situation erklärte er: „Unsere Ratsfraktion ist aktuell dabei, die Weichen zu stellen, dass durch ein neues Bündnis Geilenkirchen wieder regierbar wird, wenn der Bürgermeister dann auch mitzieht, wonach es derzeit aber noch nicht aussieht.”

Nach der Kommunalwahl habe sich die CDU relativ schnell erholt, den Schock überwunden und ihre gute Kommunalpolitik zum Wohle des Bürgers fortgesetzt. „Wir haben uns die notwendige Zeit gelassen, so dass wir Ihnen heute - ohne große Querelen und Machtkämpfe im Vorfeld - eine neue Vorstands-crew zur Wahl vorschlagen können, die eine positive Entwicklung der Partei für die Zukunft verspricht.” Schwerpunkt seiner Tätigkeit seien kommunale und überregionale Aktivitäten gewesen.

Den breitesten Raum habe die Problematik rund um die K5 in Anspruch genommen. Zusammen mit dem Ortsverbandsvorstand Gillrath habe sich die CDU mit der Bürgerinitiative peu à peu zusammengerauft. „Im Einvernehmen mit meinen Kreistagskollegen Sonntag und Thelen ist es uns gelungen, den Standpunkt der Kreistagsfraktion dahingehend zu ändern, dass zwar eine Planfeststellung für den gesamten Streckenabschnitt durchgeführt wird, jedoch der Bauabschnitt von der Mülldeponie bis Gillrath nur im Einvernehmen mit der Stadt Geilenkirchen gebaut wird, die Bürger von Gillrath vorher angehört werden und - was ganz besonders wichtig ist - auch eine Korrektur der Streckenführung im zweiten Bauabschnitt, wenn notwendig, vorgenommen wird.”

Industriegebiet Lindern

Den Geilenkirchener Kreistagsabgeordneten sei es gelungen, dass die K 24 mit Ortsumgehung von Würm und Lindern in den Straßenbau-Bedarfsplan des Kreises aufgenommen worden sei. Jansen sprach die L 219 an, die als westliche Umgehung gegebenenfalls in späteren Jahren zum Bau anstehe. Besonderer Beachtung bedürfe das Industriegebiet Lindern, „wollen wir hier nicht die Förderungswürdigkeit verlieren”.

Neben dem Dauerbrenner Verkehrsanbindung gehe es dabei auch um die Schaffung eines Namens und die Gründung einer Fördergesellschaft. Zur Struktur des 492 Mitglieder - „Tendenz weiter fallend” - zählenden Stadtverbandes sagte Jansen: „Lasst uns die Ortsverbände erhalten. Alle zwölf Ortsverbände haben ihre Existenzberechtigung! Unsere Präsenz in den Dörfern wie im Stadtkern ist wichtig.”

Die CDU insgesamt brauche in Zukunft kurze Entscheidungswege; darüber hinaus gelte es, die Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern. Nach einem Lob für die Arbeit der Frauen Union und die Junge Union sagte Jansen: „Was uns noch fehlt: Eine Seniorenunion und eine Mittelstandsvereinigung auf Stadtverbandsebene stellt für mich eine Herausforderung dar.”

Den CDU-Stadtverband verglich er mit einem schweren Tanker, der in Zukunft wendiger werden müsse. Und er blieb im Bild: „Ein Lotse geht von Bord. Aber ein neuer kommt.”

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