Geilenkirchen: Geilenkirchener Umwelttag mit Infos rund um Mutter Natur

Geilenkirchen: Geilenkirchener Umwelttag mit Infos rund um Mutter Natur

Mit einem kleinen Schreckensmoment begann die gestrige achte Auflage des Grünen Umwelttages. Da ein Aussteller vergessen hatte, von seinen leuchtend rot lackierten Elektromobilen den Startschlüssel abzuziehen und eine ganz junge Besucherin sich reinsetzte und mal Gas gab, rummste es gehörig.

Das Ergebnis der Aktion waren nicht nur zwei, drei abgeräumte Stände, ein umgekippter Boxenturm und eine Beatmungspuppe des Malteser-Hilfsdienstes, die unterm Fahrzeug eingeklemmt war, sondern auch ein großer Schreck für die morgendlichen Besucher. Zum Glück war nichts Schlimmeres passiert. Weitere Zwischenfälle waren aber nicht zu vermelden, so dass sich Cheforganisator Jürgen Benden von den Grünen über den regen Zuspruch freuen konnte.

„Ich bin sehr zufrieden, es ist viel los und wir haben eine große Auswahl bei den Ausstellern“, sagte er. Rückblickend stellt der Ur-Grüne fest, dass beim ersten Umwelttag in 2001 gerade mal 20 Aussteller vor Ort waren. „Die Zahl ist immer weiter gewachsen, aktuell liegen wir bei rund 70“, freute er sich.

Wie weit gefasst das Thema Umwelt ist, zeigte nicht nur die Liste der Aussteller von Naturprodukten, Holz oder Gartenprodukten. Energieversorger, Anbieter aus dem Bereich Heizung, und viele Mobilitätsmöglichkeiten gab es auch zu sehen. So gab es die Möglichkeit, eine Testrunde mit Segways zu drehen, sich über die neuesten Trends in Sachen Rad und Elektromobilität zu informieren oder auch elektrische Autos in einer Freiluftausstellung in Ruhe zu betrachten.

Dass auch die sozialen Zusammenhänge für eine gesunde und lebenswerte Umwelt stehen, zeigte nicht nur die Beteiligung beispielsweise der Geilenkirchener gemeinnützigen Franziskusheim GmbH. Auch die Schirmherrin Barbara Steffens, ihres Zeichens Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW, stellte diesen Link her. „Umwelt und Gesundheit — gerade auf kommunaler Ebene lohnt es sich, über die Zusammenhänge nachzudenken und Lösungen zu entwickeln“, so Steffens.

Sie sprach sich eindeutig für weniger versiegelte Flächen und einen geringeren Flächenverbrauch aus, damit die nachwachsenden Generationen eine lebenswerte Umwelt haben. „Die Kinder werden mit dem Auto in die Schule gebracht“, sagte sie, damit würden sie die Normalität des Lebens immer weniger erfahren, weil sie immer entkoppelter lebten. „Statt stärker auf die Nutzung erschlossener Ressourcen und vorhandene Potenziale zu setzen, gehen wir immer noch viel zu oft den Weg der Expansion“, so Steffens weiter, „und dieser Weg macht uns krank“.

Umdenken sei nötig betonte sie, und ließ das auch Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz wissen. So schrieb sie ihm auch in ihrer Funktion als Ministerin für Emanzipation ins Buch, mehr Frauennamen bei der Straßenbenennung zu berücksichtigen. „Es gibt so viele tolle Frauen in der Region, da kann man ruhig auch mal einen Platz nach einer Frau benennen“, meinte Steffens noch vor ihrem Messerundgang.

Die stark gewachsene Messe, die laut Jürgen Benden deshalb nur alle zwei Jahre stattfindet, weil sie als größte nicht kommerzielle Umweltmesse in NRW nicht anders zu schultern sei, zeigte sich dabei von ihrer besten Seite. So hatten beispielsweise die Kinder der Kita Stadtmitte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Geilenkirchen nicht nur kleine und zarte Pflänzchen im Angebot, die zeigen, welche Kräuterschätze die Natur so zu bieten hat.

Sie wiesen im Rahmen ihres aktuellen Umweltprojektes auch darauf hin, dass der direkt neben der Einrichtung gelegene Beamtenparkplatz immer wieder völlig zugemüllt sei. „Was hat der Müll auf unserem Parkplatz zu suchen?“, fragten die jüngsten Geilenkirchener. „Als Grundstein für ein gutes Umweltbewusstsein üben wir das Zuordnen von Müllsorten und Entsorgungsbehältern, wir bekommen ein Gespür für guten und schlechten Müll“, so Einrichtungsleiterin Ingrid Grein.

Vielfältige Art und Weise

Nicht nur die Vielzahl und die Bandbreite der Aussteller, sondern auch die Mischung selbst sorgte dafür, dass am Nachmittag kaum noch ein Parkplatz rund um den Sportpark Loherhof zu finden war. Dichtes Gedränge war zwar nicht auszumachen, aber eine Vielzahl von Menschen, die sich den angebotenen Umweltthemen auf vielfältige Art und Weise näherten. So zogen es manche vor, sich draußen nicht nur dem wechselhaften Aprilwetter hinzugeben, sondern auch gleich noch ein paar Blumen als Frühlingsgruß mit nach Hause zu nehmen.

Drinnen zog das Labyrinth der Aussteller immer wieder neue Blicke auf sich und lenkte den Besucherstrom geschickt über die große Ausstellungsfläche. Und dank interessanter Fachvorträge blieb neben dem Schauwert auch der Informationsgehalt nicht auf der Strecke. So huschte am Ende der erfolgreichen achten Auflage des Umwelttages auch ein Lächeln über die Lippen von Loherhof-Geschäftsführer Freddy Solty, der für die Familie Davids das Ereignis stemmte.