Geilenkirchen: Geilenkirchener Trinkwasserversorgung ist gesichert

Geilenkirchen : Geilenkirchener Trinkwasserversorgung ist gesichert

Während in Übach-Palenberg um die Wasserkonzession gestritten wird und sogar Gerichte angerufen werden, besteht zwischen der Stadt Geilenkirchen und dem Verbandswasserwerk Gangelt ein Konzessionsvertrag zur Trinkwasserversorgung noch bis zum 31. Dezember 2024.

Wie sich die Versorgungssituation in Geilenkirchen darstellt und weiter entwickeln wird, erklärte jetzt Hans-Josef Rulands, Geschäftsführer des Verbandswasserwerkes Gangelt, im Umwelt- und Bauausschuss.

Hintergrund ist, dass die Gemeinden laut nordrhein-westfälischem Wassergesetz ein Konzept über den Stand der Wasserversorgung und deren Entwicklung der Bezirksregierung vorlegen müssen. Rulands Fazit lautete, „dass die Trinkwasserversorgung in der Stadt Geilenkirchen, ausgestattet mit einer hohen Versorgungsqualität, heute und auch in Zukunft sichergestellt ist“.

Das Verbandswasserwerk Gangelt versorgt die Gemeinden Gangelt und Selfkant, die Städte Geilenkirchen und Linnich und einen Teilbereich der Stadt Hückelhoven mit Trinkwasser. Insgesamt ist das Wasserwerk für die Versorgung von rund 70.000 Einwohnern verantwortlich. In Geilenkirchen versorge das Wasserwerk — so Rulands — 29.200 Einwohner komplett mit Trinkwasser, im Jahr 2017 seien insgesamt 1.370.300 Kubikmeter verbraucht worden.

Dem Verbandswasserwerk Gangelt sei 2014 von der Bezirksregierung die Bewilligung erteilt worden, bis zum Jahr 2034 jährlich bis zu 4,5 Millionen Kubikmeter Grundwasser zu fördern. „Stellen wir dieser genehmigten Menge die Fördermenge des Jahres 2017 mit insgesamt 3,8 Millionen Kubikmeter gegenüber, so dürfen wir feststellen, dass in rechtlicher Hinsicht derzeit eine Versorgungsreserve von rund 700.000 Kubikmeter besteht“, sagte Rulands. Im 22,8 Quadratkilometer großen Wassereinzugsgebiet der Gewinnungsanlagen bestehe ein Gleichgewicht zwischen Grundwasserentnahme und Regeneration. Im Klartext: „Dass wir eines Tages auf dem Trockenen sitzen, ist nicht zu befürchten.“

Um die Versorgung der rund 70.000 Menschen sicherzustellen, betreibe das Verbandswasserwerk sieben Vertikalbrunnen im Bereich Gangelt-Niederbusch und Geilenkirchen-Gillrath. Jeder Brunnen besitze eine Förderleistung von 150 Kubikmeter in der Stunde. In der Aufbereitungsanlage des Wasserwerkes werde das Wasser von Eisen befreit und Kohlensäure und Kohlenwasserstoffe entfernt. Dann werde das Wasser ins Netz befördert.

Am Standort Niederbusch verfüge das Verbandswasserwerk über eine Aufbereitungskapazität von 900 Kubikmeter die Stunde und ein Wasserspeichervolumen von 7000 Kubikmeter. Das Trinkwasserverteilungsnetz in Geilenkirchen habe eine Gesamtlänge von 229.062 Metern. Das Leitungsnetz habe ein Durchschnittsalter von 32,3 Jahren und bestehe zu 99,3 Prozent aus PVC. „Fachverbände sprechen heutzutage bereits von einer Nutzungsdauer von 80 und mehr Jahren. Also dürfen wir festhalten, dass das Leitungsnetz in der Stadt Geilenkirchen eine hohe Versorgungsqualität bietet“, sagte Rulands und erhielt den Beifall der Ausschussmitglieder.

Die hatten aber auch einige Fragen: So fragte Harald Volles (Grüne) nach der Belastung des Trinkwassers durch den Einsatz von Gülle auf den Feldern. „Der Grenzwert von Nitrat liegt bei 50 Milliliter je Liter. Unser Wasser hat 20 Milliliter, wir sind also auf der sicheren Seite“, beruhigte ihn Hans-Josef Rulands. Gero Ronneberger (Bürgerliste) wollte wissen, ob das Grundwasser auf Glyphosat und Antibiotika untersucht wird. Rulands erklärte, dass im Wasser der Wasserwerkes Gangelt weder Glyphosat noch Antibiotika festgestellt worden seien. Es würden regelmäßig Bodenproben auf den Äckern entnommen und von der Landwirtschaftskammer untersucht. „Es war keine Belastung festzustellen.“

Uwe Eggert, sachkundiger Bürger, stellte die Frage nach einer möglichen Privatisierung von Trinkwasser. Das sei in Portugal erfolgreich geschehen. Dazu Rulands: „Ich bin Befürworter eines kommunalen Unternehmens. Damit sind wir seit Jahren gut umgegangen. Privatisierung bedeutet Profit. Wir wollen Wasser zu einem vernünftigen Preis liefern und keinen Profit machen“, sagte Rulands.

Auch der Kerosin-Unfall auf dem Awacs-Flugplatz im Jahre 2002 kam zu Sprache. Nach einem Leck im Tank habe man auf dem Flugplatz sofort eine Pumpe eingesetzt und das Leck abgedichtet, sagte Gero Ronneberger, in jener Zeit noch Pilot auf dem Flugplatz. Die Schadstoffbelastung sei ständig unter Kontrolle, sagte Rulands. „Es ist kein Abstrom von Kerosin in unser Einzugsgebiet zu befürchten. Die Schadstoffphase ist ortsstabil auf dem Flugplatz. Es ist alles unter Kontrolle.“

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