Geilenkirchener SPD ehrt Günter Hafeneth

Bürgermeisterkandidat : SPD entscheidet sich erst im Oktober

Günter Hafeneth trat in dem Jahr in die SPD ein, als Willy Brandt Bundeskanzler wurde. Das war 1969. Von solchen Zeiten könne man heute leider nur noch träumen, meinte Marko Banzet, als er die Laudatio auf den SPD-Jubilar hielt, der für seine 50-jährige Parteimitgliedschaft im Rahmen einer Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Geilenkirchen im Bürgerhaus Bauchem geehrt wurde.

Banzet überreichte Günter Hafeneth die von ihm und einem der kommissarischen Chefs der SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, unterschriebene Ehrenurkunde, schön eingebunden in SPD-rotes Leinen, die drei Buchstaben in Gold gefasst. Damit es mit dem Regieren zumindest in Geilenkirchen nach der Kommunalwahl im Herbst 2020 etwas wird, hatte sich die SPD ja bekanntlich mit drei weiteren Geilenkirchener Parteien zu einer „Wir stürzen den Bürgermeister“-Union zusammen geschlossen.

Die gemeinsame Kandidatin der vier Geilenkirchener Parteien, die parteilose Daniela Ritzerfeld aus Immendorf, stellte sich bei der Versammlung im Bürgerhaus den Mitgliedern vor und diskutierte ausführlich mit ihnen, wie es denn einmal werden könnte, wenn Georg Schmitz sein Amt an Daniela Ritzerfeld verloren hätte.

Die Sozialdezernentin beim Kreis Heinsberg machte zunächst einige kurze Ausführungen zu ihrer Person und legte dann in groben Zügen ihr Programm für Geilenkirchen vor. Sie habe schon überlegt, ob sie mit der Situation, es vier Fraktionen recht machen zu müssen, umgehen könne, so Ritzerfeld. Doch die Gespräche mit den Parteispitzen hätten schnell ergeben, dass es so nicht laufen müsse. Jede Partei habe etwas, wofür sie stehe, und auch sie als mögliche Bürgermeisterin, habe eine eigene Meinung.

Die großen Leitlinien müssten aber die Parteien vorgeben. Sie als Kopf der Verwaltung sehe ihre Aufgabe darin, die vorhandenen Kräfte in der Verwaltung zu einem Ganzen zu bündeln, bisher arbeite wohl jedes Amt eher für sich. Wirtschaftsförderung, unter Umständen mit zusätzlichem Personal, und den Ausbau der Jugendhilfeplanung, da habe sie bisher nicht wirklich was finden können in Geilenkirchen, nannte Ritzerfeld als mögliche Arbeitsschwerpunkte nach einem Amtsantritt. Sicherlich sei sie nicht so bekannt in Geilenkirchen wie Schorsch Schmitz, doch habe sie bereits als „Kandidatin zur Bürgermeisterkandidatin“ zahlreiche öffentliche Termine wahrgenommen und Gespräche mit den Bürgern geführt. Für den Wahlkampf hoffe sie, so Daniela Ritzerfeld, auf die Unterstützung der Parteien. Es sei schließlich ihr erster Wahlkampf.

Die Diskussion mit der potenziellen Bürgermeisterkandidatin war lang, und ihre Themen waren breit gestreut. Vom Auftreten des Ordnungsamtes auch mal in den Außenorten bis hin zu Daniela Ritzerfelds Selbstverständnis als Frau im Amt des Bürgermeisters reichten die Gesprächsthemen. Dem ein oder anderen erschien die Debatte, ob Ritzerfeld nun das „in“ an den Bürgermeister anhängen wird, wenn sie denn mal eine sein würde, vielleicht etwas zu ausufernd, doch auch diesem Thema wurde Aufmerksamkeit gewidmet. Nicht diskutiert wurde die Frage, wie man Bürgermeister Schmitz vom Thron vertreiben will.

Noch haben die Genossen aber etwas Zeit, die passende Strategie zu erörtern. Denn die SPD Geilenkirchen wird als letzte des Viererbündnisses erst Anfang Oktober ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin für die Bürgermeisterwahl wählen. Bislang gäbe es aber, so Marko Banzet, nur die eine Kandidatin, Daniela Ritzerfeld. Auch bei der Mitgliederversammlung wurde kein Wunsch nach einer Alternative geäußert.

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