Geilenkirchen/Marcellus: Geilenkirchener Schülerin erlebt einen historischen Wahltag hautnah

Geilenkirchen/Marcellus: Geilenkirchener Schülerin erlebt einen historischen Wahltag hautnah

Amerika hat gewählt. Ein Geilenkirchener Mädchen hat den Wahlkampf hautnah in dem 1200 Einwohner zählenden Ort Marcellus in Michigan miterlebt. Johanna Jäger, Schülerin des St.-Ursula-Gymnasiums Geilenkirchen, lebt ein Jahr lang im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms des Deutschen Bundestags und des Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika in den USA.

Hier ist sie in einer Gastfamilie untergebracht und besucht die High School. In ihrem Blog beschreibt sie ihre Eindrücke: „Der Wahlkampf hier ist anders als in Deutschland: Während man in Deutschland es mehr oder weniger geheim hält, für wen man wählt, sieht man hier in den USA Schilder an den Häusern, die entweder für Hillary Clinton oder Donald Trump sind.“ Die junge Geilenkirchenerin hat auch schon alte Trucks gesehen, die angemalt und vor Häuser getzt wurden. „Mich erinnert das an den Fußball, wenn die Leute Flaggen für ihren Lieblingsverein ans Fenster hängen“, berichtet sie aus den USA. „Man kann sagen, dass die Amerikaner Werbung für ihren kandidaten machen — sie tragen Shirts, Kappen oder verteilen Sticker an der Schule.“

Ein Jahr hat Filiz Demirak in den USA verbracht. Genauer gesagt in Washington D.C. Natürlich ist die 21-Jährige aus Saeffelen, die im vergangenen Jahr am Geilenkirchener St.-Ursula-Gymnasium Abitur gemacht hat, auch am Weißen Haus gewesen, am Capitol und all den anderen Symbolbauten der amerikanischen Nation. „D.C. hat etwas Imposantes. Man merkt einfach, dass von hier alles ausgeht“, erinnert sie sich. In diesem Umfeld hat sie hautnah miterlebt, wie Donald Trump plötzlich auf der Bildfläche erschien, um Präsident zu werden.

„Ich glaube, das wird eine dunkle Zeit für die USA“, sagt die junge Frau. Seit Sommer ist sie zurück in Deutschland, mittlerweile studiert sie in Trier Sozial- und Organisationspädagogik. Von ihrem Auslandsaufenthalt hat sie viele Freundschaften mitgebracht, unter anderem zu Menschen mit mexikanischen Wurzeln. „Einige haben schon damals gesagt: Wenn Trump Präsident wird, gehen wir nach Kanada“, berichtet sie. In den Großstädten, diese Kluft zeigt das Wahlergebnis deutlich, haben die Demokraten und damit Hillary Clinton ihre Anhänger. „In Texas wäre das sicher anders gewesen“, mutmaßt Filiz Demirak und hat damit schon die große Kluft angesprochen, die spätestens im Wahlkampf in den USA zutage getreten ist.

Weltoffen seien die Amerikaner, gerne bereit, andere Kulturen kennenzulernen, mit offenen Armen habe man sie empfangen, erzählt die 21-Jährige. „Deswegen passt die Haltung von Donald Trump so gar nicht zu dem, was ich von Amerika kennengelernt habe.“ Dass dieser Mann tatsächlich ins Weiße Haus einziehen könnte, lag für viele wohl tatsächlich außerhalb ihrer Vorstellungskraft. Belächelt worden sei die Kandidatur. Dennoch seien die Schlagzeilen über den Milliardär stets „Gesprächsthema Nummer 1“ gewesen. Seine rassistischen Äußerungen, die Aussagen zur Waffenlobby, über Frauen und den Umgang mit dem IS machen ihr keine große Hoffnung für das Land.

(tp/st)