Geilenkirchener Jugendamtselternbeirat gewählt

Jugendamtselternbeirat : Eltern fordern Beteiligung bei Betreuungslücken

Eltern von Mädchen und Jungen, die eine Geilenkirchener Kita besuchen, klagen über fehlende Betreuungszeiten in den Ferien. Das zumindest sagt der Jugendamtselternbeirat. Nun will das Jugendamt mit den Kita-Leitungen ein Konzept erarbeiten. Die Eltern fordern Mitspracherecht. Sie seien die Experten, sagen sie.

Mehr Qualität für Kitas, Beitragsfreiheit für die Eltern: Das sind die Ziele von Katja Wegner-Hens. Zum sechsten Mal ist die Geilenkirchenerin nun zur Vorsitzenden des Jugendamtselternbeirates gewählt worden und vertritt in dieser Position weiterhin die Interessen der rund 1000 Mädchen und Jungen, die eine der 13 Geilenkirchener Kindertagesstätten besuchen, und deren Eltern. Aufgrund ihres Engagements in den vergangenen Jahren wurde man auch in Düsseldorf und Berlin auf sie aufmerksam, und so ist die fünffache Mutter heute stellvertretende Vorsitzende des Landeselternbeirates und gehört dem fünfköpfigen Bundesvorstand an.

In diesen Tagen hat Katja Wegner-Hens ihre sechste Amtszeit in Geilenkirchen begonnen, doch ihre Ziele sind seit Jahren die gleichen: keine Elternbeiträge mehr für den Besuch  einer Kindertagesstätte  und die Schließung der Betreuungslücken besonders in den Sommerferien. Ihr zur Seite stehen neun weitere Mitglieder des Jugendamtselternbeirates, der jährlich neu gewählt wird.

Antrag ausweiten

Gemeinsam mit Jennifer Ueberwolf, Mutter eines Kindes im Kindergartenalter und ebenfalls Mitglied des Jugendelternbeirates, drückt Wegner-Hens ihren Ärger darüber aus, dass ein kürzlich von der CDU eingereichter Antrag auf Ausweitung der Betreuungszeiten in den Ferien ausschließlich für Grundschüler gilt. „Dieser Antrag müsste auf unsere Kindertagesstätten ausgeweitet werden“, sagen die beiden Frauen unisono. „Unverständlich ist die Lage deshalb auch, weil die Betreuungslücke im Übergang von der Kita zur Grundschule Thema in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses war“, sagt Ueberwolf. Was der Elternvertretung nun ein wenig Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass Hermann-Josef Lehnen, stellvertretender Leiter des städtischen Jugendamtes und zuständig für Kitas, an einem Konzept arbeitet, um die Betreuungslücken zu schließen. „Das Problem ist, dass jede Kita bis zu 30 Tage in den Ferien schließen kann. Viele Eltern können sich aber in dieser Zeit keinen oder nicht so lange Urlaub nehmen“, sagt Wegner-Hens.

Politik soll Verantwortung übernehmen

Lehnen habe bei der jüngsten Sitzung des Jugendamtselternbeirates im großen Sitzungssaal des Rathauses zugesagt, mit den Kita-Leitungen das Problem zu erörtern und mit ihnen ein Konzept zu diskutieren. „Wir möchten auch beteiligt werden. Wir sind die Experten für unsere Kinder und unsere Situation im Arbeitsleben.“ Doch eine Beteiligung der Elternvertretung sei von Lehnen abgelehnt worden. „Das Miteinanderreden ist eine Kompetenz, die unseren Kindern vermittelt wird. Diese Kompetenz ist aber manchem Erwachsenen verloren gegangen. Wir erwarten von der Politik, dass sie Verantwortung übernimmt“, meint Wegner-Hens.

Hermann-Josef Lehnen sieht das anders: „Wenn der Bedarf besteht, wird der Jugendamtselternbeirat zu solch einem Treffen eingeladen. Erst aber werden wir das mit den Kita-Leiterinnen thematisieren“, sagt er auf Nachfrage.

Stadtrat spricht letztes Wort bei Elternbeiträgen

Das zweite große Thema des Jugendamtselternbeirates sind die Elternbeiträge. Nach dem Willen des Jugendhilfeausschusses sollen künftig Eltern mit einem Jahreseinkommen von bis zu 38.000 Euro beitragsfrei bleiben. Allerdings spricht in diesem Fall der Stadtrat das letzte Wort. „Wir hoffen nun, dass der Rat wie der Jugendhilfeausschuss entscheidet“, erklärt Wegner-Hens und drückt noch eine weitere Hoffnung aus: „Ich wünsche mir mehr Interesse der Fraktionen an der Arbeit des Jugendamtselternbeirates. Wir sind doch die Ansprechpartner für alle Eltern. Politik und Verwaltung nutzen unser Gesprächsangebot leider nicht.“