Geilenkirchener Gymnasiasten putzen Stolpersteine

Stolpersteine: Schüler halten die Erinnerung an verfolgte Juden wach

Dank der fleißigen Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula bleiben die im Pflaster der Stadt verlegten Stolpersteine, die in Erinnerung an das Schicksal Geilenkirchener Juden verlegt wurden, in einem ordentlichen Zustand. Auch in diesem Jahr machten sich Oberstufenschüler der Q1 und Q2 des Geilenkirchener Gymnasiums frisch ans Werk.

Bereits im Unterricht hatten die Schüler sich mit dem Stolperstein-Projekt des Künstlers Gunter Demnig und dessen Intention auseinandergesetzt. Auch über die Kritik, die hin und wieder laut wird in Bezug auf dieses Projekt, hatten die Schüler gesprochen.

Wie Lehrer Pascal Cremer erklärte, würden bei den Schülern aber die positiven Aspekte überwiegen, vor allem vor dem Hintergrund, dass sich die Hinterbliebenen sehr über diese Aktion des Erinnerns an die Juden, die während der Zeit des Nationalsozialismus vertrieben und getötet wurden, freuen würden.

Mira Scheuvens und Elena Gerads aus der Q1 waren wie ihre Mitschüler mit Stahlschwämmchen, Polierpaste und Haushaltstüchern unterwegs und folgten den Putzanweisungen, die Lehrer Cremer zuvor in der Aula gegeben hatte. Erst den groben Dreck wegputzen, dann die Paste einreiben, dann mit Schwämmchen putzen, dann eine Viertelstunde warten und nochmal putzen, bis das Messing blinkt.

Beim Warten auf den zweiten Putzgang gab es also etwas Wartezeit, die die Schüler auch zum Nachdenken über das Projekt nutzten. Mira Scheuvens meinte zu dem der Kritikpunkt, man würde das Andenken an die Verfolgten mit Füßen treten: „Klar geht man hier über die Stolpersteine.“ Aber wie könnte man es anders machen, fragte sie weiter. Die Steine in die Hauswände einzulassen, sei doch wohl schwierig.

Elena Gerads befand, dass die positiven Aspekte der Stolpersteinaktion überwiegen würden. Und so putzten die beiden nach einer Viertelstunde weiter, bis die Kratzer auf den Erinnerungssteinen kaum noch zu erkennen waren.

88 Steine sind derzeit in Geilenkirchener Gehwegen an 22 Verlegestellen zu finden. Pascal Cremer hatte in seiner kleinen Rede zur Putzaktion hervorgehoben, dass den Schülern eine wichtige Aufgabe zukommen würde. Sie würden nicht nur die verblassten Steine aufpolieren, sondern auch die Erinnerung an die verfolgten Juden Geilenkirchens wach rufen.

(defi)
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