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Geilenkirchener Ärzte zum Thema Vorhofflimmern

Herz außer Takt : Ärzte klären auf

„Herz außer Takt“ lautet der Titel zweier Infoabende des St.-Elisabeth-Krankenhauses Geilenkirchen. Diese Veranstaltungen, die in Geilenkirchen und Gangelt angeboten werden, widmen sich der Volkskrankheit Vorhofflimmern.

Das Referententeam wird zur Erkennung und Behandlung dieser Krankheit Auskunft geben. Die Besucher haben darüber hinaus die Möglichkeit, mit den Ärzten auch individuelle Fragen zu besprechen.

Dr. med. Ulrich Sudhues ist Chefarzt der Kardiologie am St.-Elisabeth-Krankenhaus Geilenkirchen und dazu in der Lage, mit wenigen auch für den Laien verständlichen Worten deutlich zu machen, warum das Vorhofflimmern frühzeitig erkannt und behandelt werden sollte. Fünf Prozent aller über 60-Jährigen und 15 Prozent aller über 80-Jährigen seien von dieser Krankheit betroffen, erläutert Dr. Ulrich Sudhues.

Da ohne eine Behandlung das Vorhofflimmern einen Schlaganfall hervorrufen könne, sei eine rechtzeitige Erkennung der Krankheit wichtig. Schlaganfälle, die durch diese Krankheit verursacht würden, würden zu den schwersten gezählt. Schlage das Herz außer Takt, könne es dazu kommen, dass sich die Vorhöfe der Herzkammern zusammenziehen. Dann käme das Blut zum Stillstand, und dann würde das Blut das tun, was es immer tue, wenn es nicht bewegt werde, es gerinne. Es könnten Blutklümpchen entstehen, die im schlimmsten Fall über den Blutstrom ins Gehirn gelangen und zu einem schweren Schlaganfall führen könnten. Ein Drittel aller Schlaganfälle könnten ursächlich auf ein Vorhofflimmern zurückgeführt werden.

Auch über die Warnsymptome, die ernsten und die weniger ernsten, wird das Ärzteteam bei den Infoabenden berichten. Die Referenten werden auch die Wege aufzeigen, die beim Verdacht auf ein Vorhofflimmern der Patient einschlagen sollte. Auf jeden Fall, so Dr. Ulrich Sudhues, sei das Elisabeth-Krankenhaus bestens eingerichtet, um diese Volkskrankheit, die medikamentös angegangen wird, zu behandeln. Fünf Fachärzten in der Kardiologie stünden im Geilenkirchener Krankenhaus zwei Fachärzte für Pneumologie zur Seite, die gemeinsam an der Genesung der Patienten arbeiten und ihn individuell betreuen könnten.

Gerade in den letzten Jahren habe, so Dr. Sudhues, die Medizin große Fortschritte gemacht, so dass die Marcumartherapie nicht mehr die alleinige Behandlungsmethode des Vorhofflimmerns sei. Die beiden Infoveranstaltungen „Herz außer Takt - Vorhofflimmern eine Volkskrankheit“ bietet bei freiem Eintritt allen interessierten Bürgern die Möglichkeit, sich umfassend und in einer lockeren Atmosphäre über diese Krankheit zu informieren. Dr. Ulrich Sudhues: „Hier stehen lokale Fachleute auch für persönliche Fragen zur Verfügung.“

Sudhues selber ist seit 2008 mit von der Partie, wenn sich das St.-Elisabeth-Krankenhaus außerhalb der eigenen vier Wände präsentiert. Und er freut sich, dass seine Kollegen, die die Atmosphäre dieser Infoveranstaltungen schätzen würden, ebenfalls gerne teilnehmen. Geschätzt werden diese Infoabende auch vom Publikum, das diese Traditionsveranstaltung stets zahlreich besucht. In diesem Jahr ist neben Geilenkirchen ein zweiter Veranstaltungsort in Gangelt vorgesehen. Beide Infoabende beginnen um 18 Uhr. Die Veranstaltung in Gangelt findet am Mittwoch, 7. November, im Haus Hamacher statt, die zweite in Geilenkirchen am Mittwoch, 14. November, im Gymnasium St. Ursula.

Das Programm sieht jeweils folgende Kurzreferate vor: „Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“ mit Dr. med. Ulrich Sudhues, Chefarzt Kardiologie; „Herzrhythmusstörungen - Erkennung - Bedeutung -Behandlung“ mit Dr. med. Stefan Pinger, Leitender Oberarzt Kardiologie; „Wenn das Herz rast - ein Fall für Notarzt und Notaufnahme?“ mit Dr. med. Hans-Peter Reuters, Ärztlicher Leiter Zentrale Notaufnahme Helios Klinikum Siegburg; „Blutverdünnung - Womit? Die Qual der Wahl“ mit Holger Drach, Facharzt für Kardiologie; „Vorhofflimmern - Nicht immer trägt das Herz die Schuld“ mit Dr. med. Oliver Köppen, Leitender Arzt Schlaflabor; „Herzrhythmus - wo jeder mit muss“ mit Margit Vonderbank vom TuS Oberbruch. Die Infoabende werden unterstützt von der Deutschen Herzstiftung, dem Kreissportbund Heinsberg und der AOK.