Personalsuche: Geilenkirchen sucht Technischen Beigeordneten

Personalsuche : Geilenkirchen sucht Technischen Beigeordneten

Die Stelle des Technischen Beigeordneten in Geilenkirchen wird neu ausgeschrieben. Dies hat der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen.

Nachdem der ehemalige Technische Beigeordneten Markus Mönter zum Jahreswechsel Geilenkirchen verlassen hat, weil der Rat der mittleren kreisangehörigen Stadt Dülmen mit 47.000 Einwohnern im nordrhein-westfälischen Kreis Coesfeld zwischen Münster und dem Ruhrgebiet ihn zum Stadtbaurat gewählt hat, wurde die frei werdende Stelle ausgeschrieben. Einige Bewerber wurden zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen, allerdings konnte sich die Findungskommission, bestehend aus der Verwaltungsspitze und Vertretern der Ratsfraktionen, für keinen Bewerber entscheiden.

Erfolglose Suche

Nach dem Ausscheiden von Mönter hat Erster Beigeordneter Herbert Brunen den Aufgabenbereich des Technischen Beigeordneten kommissarisch übernommen. Da die Suche nach einem neuen Technischen Beigeordneten erfolglos verlaufen war, hat Bürgermeister Georg Schmitz der Findungskommission vorgeschlagen, die Stelle des Technischen Beigeordneten bis zu den Kommunalwahlen im Herbst nächsten Jahres nicht neu zu besetzen. Mit dem Verwaltungsvorstand hat er, wie unsere Zeitung aus zuverlässiger Quelle jetzt erfuhr, der Findungskommission einen neuen Dezernatsverteilungsplan der Stadtverwaltung vorgelegt.

Seinen Vorstellungen nach sollten das Amt für Stadtplanung, Umwelt, Bauordnung und Hochbau, das Amt für Stadtbetrieb und Wirtschaftsförderung und das Bauverwaltungs- und Tiefbauamt, also das bisherigen Dezernat von Markus Mönter mit rund 110 Mitarbeitern, in Brunens Zuständigkeit fallen. Mönters Dezernat sollte ganz wegfallen. Brunens neues Dezernat sollte neben dem technischen Bereich weiter wie bisher das Jugend- und Sozialamt und das Schulverwaltungs-, Sport- und Kulturamt umfassen.

Zwei Dezernate für Herbert Brunen sind zu viel, meint der Stadtrat. Foto: ZVA/Udo Stüßer

Das Bürgerbüro mit Standes- und Friedhofsamt und das Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung, bisher in Brunens Dezernat angesiedelt, sollten dem Dezernat I von Bürgermeister Georg Schmitz angegliedert werden. Darüber hinaus wollte Schmitz wie bisher die Kämmerei, das Hauptamt und das Büro des Bürgermeisters mit den Schwerpunkten Europa, Wirtschaft, Gleichstellung und Integration leiten.

Somit hätte die Verwaltung künftig aus zwei Dezernaten bestanden: Das Dezernat I von Georg Schmitz hätte die Allgemeine Verwaltung, Finanzen und Wirtschaft, Personal, Recht, Sicherheit und Bürgerservice umfasst, das Dezernat II von Herbert Brunen die Bereiche Planen und Bauen, Soziales, Jugend, Schule, Sport, Kultur und Wirtschaftsförderung.

Diesen Dezernatsverteilungplan hatte Schmitz der Findungskommission vorgelegt und damit geworben, dass die Stadt mindestens bis Ende nächsten Jahres das Gehalt eines Beigeordneten eingespart hätte.

Der Technische Beigeordnete muss nicht zwangsläufig ein studierter Diplom-Ingenieur sein. Zwar hat Markus Mönter an der RWTH Aachen Bauingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Umwelttechnik studiert und das Studium als Diplom-Ingenieur abgeschlossen. Sein Vorgänger allerdings, der langjährige Technische Beigeordnete Hans Hausmann, hatte kein Ingenieurstudium vorzuweisen, war allerdings auf diesem Gebiet ein exzellenter Verwaltungsfachmann. Außerdem hat die Verwaltung einige Diplom-Ingenieure in ihren Reihen.

Die Fraktionen konnten sich mit dieser Argumentation allerdings nicht anfreunden und stimmten jetzt in nicht-öffentlicher Ratssitzung für eine erneute Ausschreibung der Stelle. Alleine die erneute Ausschreibung soll die Stadt, wie nach der Diskussion verlautete, einen fünfstelligen Betrag kosten.

„Langfristig hält die CDU es für sinnvoll, einen zweiten Beigeordneten einzustellen, um sowohl dem geforderten Fachwissen als auch der breiten Führungsspanne gerecht zu werden. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung, der teilweise dezernatüberschneidenden Themen und seinem eingebrachten Engagement führte Herr Brunen kommissarisch beide Fachbereiche absolut adäquat. Eine Dauerlösung soll dies jedoch nicht sein“, meint der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Lars Speuser. Ähnlich sieht es SPD-Fraktionschef Christoph Grundmann: „Wir sind der Meinung, dass man davon profitieren kann, wenn man sich einen Fachmann ins Haus holt. Wenn wir uns Knowhow von außen holen, kann das eine Bereicherung sein.“

Sicherlich, so gesteht der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Rainer Jansen, habe seine Fraktion ursprünglich dafür plädiert, die Mönter-Stelle verwaltungsintern zu besetzen. Doch mit dieser Meinung habe sich seine Fraktion nicht durchsetzen können.

„Das Amt des Technischen Beigeordneten ist ein Management-Job und kein Job eines Technikers. Es hilft, wenn man technische Kenntnisse hat, man braucht sie aber nicht zwangsläufig“, sagt Jansen. Weiter meint er: „Herbert Brunen macht es gut, ist mit diesem großen Dezernat aber überlastet.“ Da die Grünen überstimmt worden seien und ein geeigneter Bewerber nicht gefunden worden sei, habe seine Fraktion einer erneuten Ausschreibung zugestimmt.

Bereits im vergangenen Herbst, kurz nachdem bekannt wurde, dass Markus Mönter ausscheiden würde, hatte die Verwaltungsspitze den Geilenkirchener Kämmerer Daniel Goertz als Technischen Beigeordneten ins Gespräch gebracht. Doch Daniel Goertz hatte schließlich abgewunken.

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