Geilenkirchen: Neujahrsempfang im Verifikationszentrum der Bundeswehr

Geilenkirchener Verifikationszentrum : Stabiles Profil in Zeiten des Säbelrasselns

Der traditionelle Neujahrsempfang des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr fand auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit den „Freunden“ der Canadian Forces Support Unit Europe in der Selfkantkaserne statt.

Brigadegeneral Peter Braunstein, Kommandeur des Zentrums, und Lieutenant Colonel Mark Penney, Kommandeur der kanadischen Einheit, begrüßten die Gäste. Brigadegeneral Braunstein begrüßte unter den Ehrengästen die beiden Landtagsabgeordneten Bernd Krückel und Thomas Schnelle (beide CDU), Abgeordnete des Kreistags und Vertreter der Kreisverwaltung, die Bürgermeister einiger Kommunen des Kreises sowie Repräsentanten militärischer Dienststellen. Für die ehemaligen Soldaten galt ein herzlicher Gruß des Kommandeurs General a.D. Leopold Chalupa. Der internationale militärische Bereich wurde vertreten durch Generalmajor Jörg Lebert und Brigadier General Michael McDaniel.

„2018 war für unser Zentrum für Verifikationsaufgaben ein arbeitsreiches, aber auch ein sehr erfolgreiches Jahr“, stellte Brigadegeneral Peter Braunstein in seiner Ansprache fest. Vieles habe in der Rüstungskontrolle im OSZE-Raum und auch global bewegt werden können. Das ZVBw habe seine Expertise und Erfahrung einbringen können. Braunstein: „Damit hat das Zentrum sein Profil im internationalen Kontext weiter gefestigt und dies hat sich auch in der Auftragslage bemerkbar gemacht.“

Rund 300 Rüstungskontrollmaßnahmen habe das Zentrum durchgeführt, und damit den ansteigenden Trend der Vorjahre fortgeführt. Das Personal sei um zehn Prozent aufgestockt worden. Derzeit seien beim ZVBw 185 Soldaten und zivile Mitarbeiter beschäftigt. Auf der gesamten Nordhalbkugel zwischen Vancouver und Wladiwostock seien fast alle Facetten der Rüstungskontrolle, von der Vertrauensbildung bis zum Zählregime und von den Kleinwaffen bis zu den Trägermitteln für Massenvernichtungswaffen, abgedeckt worden.

Dabei hätten die Aktivitäten in Afrika erneut deutlich zugenommen. Neben Kenia hätten vor allem Mali und Nigeria auf der Reiseliste gestanden. Brigadegeneral Braunstein verwies darauf, dass in Bezug auf Bio-Waffen immerhin eine freiwillige Besichtigungsmaßnahme in Georgien unterstützt werden konnte, nachdem ein Verifikationsregime vor einigen Jahren gescheitert sei. Braunstein: „An sich eine kleine Maßnahme, aber in seiner Wirkung nicht zu unterschätzen“, da Deutschland versuche, unterhalb vertraglicher Regelungen ein Verfahren auf freiwilliger Basis zu etablieren.

Im laufenden Jahr würde das ZVBw diesbezüglich vertrauensbildende Maßnahmen in Malaysia und Kasachstan unterstützen. Im Rahmen der konventionellen Rüstungskontrolle nehme die Beobachtung von Übungen zu. Zwei Wochen sei das ZVBw in Norwegen bei der NATO Übung Trident Juncture 2018 gewesen. Das ZVBw sei vor dem Hintergrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage im Osten auch zuständig bei Überschreitung der Schwellenwerte für beobachtungspflichtige Übungen.

Im Rahmen des Vertrags „Offener Himmel“ liege die Beschaffung eines Airbus A319 voll im Zeitplan. Erste Einsätze könnten voraussichtlich 2020 geflogen werden. Neben dem „Brot und Butter“-Geschäft, den weltweiten Inspektionen auf dem Boden und in der Luft, habe die Indienststellung des Airbus A319 hohe Priorität, betonte Braunstein. 2019 würden die politischen Entwicklungen auf der koreanischen Halbinsel und um den bilateralen INF-Vertrag („eine wesentliche Korsettstange in der europäischen Sicherheitsarchitektur“) aufmerksam verfolgt.

Kurz vor Weihnachten seien noch zwei Inspektionen an der Krim-Grenze erfolgt. Diese Region werde auch 2019 im Fokus bleiben. Brigadegeneral Peter Braunstein dankte abschließend für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Wir fühlen uns hier sehr, sehr wohl.“