Geilenkirchen: Mitsingkonzert der Hospizbewegung Geilenkirchen

Mitsing-Konzert : Beim Blick in die Zukunft reichen sich alle die Hände

Spätestens bei Doris Day ist das Eis gebrochen beim Mitsingkonzert der Hospizbewegung Camino. Der Welthospiztag, der alljährlich am zweiten Sonntag im Oktober begangen wird, ist Anlass für Camino, mit einer besonderen Veranstaltung auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen und denen, die sich mit der Hospizbewegung verbunden fühlen, einen schönen Nachmittag zu bescheren.

Im vergangenen Jahr hatte die Hospizbewegung Camino gemeinsam mit dem benachbarten Hospizdienst Regenbogen zu einer Filmvorführung in das Roxy Kino in Heinsberg eingeladen. Auch in diesem Jahr hätte das erfolgreiche Projekt wieder stattfinden sollen, doch leider hat das Kino inzwischen seine Pforten geschlossen. Aus der Not eine Tugend zu entwickeln, ist ja gar nicht so einfach, doch der Vorstandsvorsitzende von Camino, Franz-Josef Breukers, hatte die zündende Idee, es einmal mit einem Mitsingkonzert zu versuchen.

Um solch ein Konzert auf professionelle Beine zu stellen, braucht es natürlich viele Unterstützer, Helfer und Sponsoren. Franz-Josef Breukers dankt deshalb in seiner Begrüßungsansprache all denjenigen, die das erste und sicherlich nicht letzte Mitsingkonzert von Camino möglich gemacht haben. Sein Dank gillt auch Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz, der die Idee sogleich unterstützt habe. Mit Denise Aymans aus Geilenkirchen und der Familie Gabrisch aus Tripsrath hatte das Camino-Vorstandsteam die idealen musikalischen Partner gewinnen können.

Vater Arkadius Gabrisch und seine beiden Söhne bildeten an Piano, Bass und Schlagzeug eine tolle Begleitband für die Sängerin Denise Aymans, die mit ihrer wunderbaren Stimme schon die Jury der Talentshow „Deutschland sucht den Superstar“ hatte überzeugen können. Bassist Maximilian Gabrisch ist zwar erst 18 Jahre alt, hat aber schon einen Befähigungskurs als zertifizierter Sterbebegleiter bei Camino absolviert, so dass er mit dem ehrenamtlichen Engagement der Hospizbewegung Camino, die in Geilenkirchen, Übach-Palenberg, Gangelt und im Selfkant sterbende Menschen und ihre Angehörigen begleitet, bestens vertraut ist. Franz-Josef Breukers moderiert das Mitsingkonzert gemeinsam mit seiner Vorstandskollegin Irmgard Treuling.

Zur Einstimmung spielt die Band den Rock’n’Roll–Klassiker „Tequila“. Dieses instrumentale Lied zeichnet sich durch den gelegentlichen Einwurf des Wortes „Tequila“ aus, was den Konzertbesuchern die Möglichkeit bietet, sich langsam auf ihre Rolle als Sänger einzustimmen. Mit „Alles nur geklaut“ von den Prinzen eröffnet Denise Aymans ihren Gesangspart. Wie bei Mitsingkonzerten üblich, werden die Texte der Songs auf die Leinwand über der schön mit Blumenarrangemants geschmückten Bühne projiziert, so dass das Mitsingen für das Publikum erleichtert wird. Wer die englischen Texte nicht so schnell verstehe, dem rät Arkadius Gabrisch, einfach mitzusummen.

Zum Mitsingen laden allseits bekannte Hits wie „Sunny“ von Marvin Gaye oder das unvergessene „Über den Wolken“ von Reinhard May ein. Bei „Que sera, sera“, das Doris Day einst zum Welthit gemacht hat, ist das Eis auch bei denen im Publikum gebrochen, die sich selbst vielleicht nicht mit dem Talent der perfekten Stimme beschenkt fühlen. Die Melodie ist so eingängig, dass sich die Reihen im Publikum schnell von Hand zu Hand schließen und alle mitschunkeln. Auch der Inhalt des Lieds, dass es uns nicht gegeben ist, in die Zukunft zu blicken, passt schön zum Anlass des Mitsingkonzertes.

Denise Aymans stellt unter anderem bei dem gefühlvollen Song „Heimat“ von Johannes Oerding ihre Qualitäten als Sängerin unter Beweis.

„Wir hätten auch für nur fünf Besucher, dieses Konzert gegeben“, meint Franz-Josef Breukers nach der erfolgreichen Premiere. „Doch dass es nun so viele, begeisterte Menschen wurden, zeigt uns, dass unsere Arbeit nicht umsonst war. Die Atmosphäre war sehr schön, und wir hatten jetzt schon Nachfragen für das nächste Mitsingkonzert im kommenden Jahr.“