Geilenkirchen: Krebs-Kliniken schließen sich zusammen

Versorgung von Krebspatienten : Mehr als 200 Kliniken bündeln ihre Kräfte

Bei der Versorgung von Krebspatienten in Nordrhein-Westfalen arbeiten künftig vier Universitätskliniken mit mehr als 200 Fachkrankenhäusern und Instituten zusammen. Das Geilenkirchener Krankenhaus sitzt mit im Boot.

Vier Universitätskliniken bündeln ihre Kräfte: Die Kliniken Aachen, Köln, Bonn und Düsseldorf haben sich im Frühjahr zu einem Onkologischen Spitzenzentrum zusammengeschlossen, von dem sich die Deutsche Krebshilfe eine erhebliche Weiterentwicklung der Krebsmedizin und eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau verspricht. Dabei geht es um den schnellen Austausch von Forschungsergebnissen und um gemeinsame Standards bei der Versorgung von Patienten. „Solch eine Kooperation hat einen großen Nutzen für die Krebspatienten“, erklärt Dr. Joachim Zeidler, Internist, Gastroentereloge, Hämatoonkologe, Palliativmediziner und Leitender Arzt der Abteilung für Innere Medizin des Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhauses.

Der Onkologe des Geilenkirchener Krankenhauses arbeitet eng mit Dr. Kian Tajrobehkar, niedergelassener Facharzt für Hämatologie und Internistische Onkologie, zusammen. Tajrobehkar hat seine Praxis im Neubau des Geilenkirchener Krankenhauses, wodurch eine gemeinsame Versorgung der Krebspatienten in Geilenkirchen möglich ist. Das Geilenkirchener Krankenhaus ist das einzige im Kreis Heinsberg, das eine stationäre Onkologie vorhält.

Von diesem „Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf“ profitieren nicht nur diese vier Universitätskliniken und deren Patienten, sondern auch kleinere Krankenhäuser, die eine onkologische Abteilung haben und mit einem der vier Großkliniken kooperieren. Dazu zählt auch das Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhaus, das einen Vertrag über eine enge Zusammenarbeit in der Onkologie mit dem Klinikum Aachen abgeschlossen hat. „Dadurch sind wir in dieses Konstrukt der Universitätskliniken eingebunden. Wir befinden uns in einem ständigen Austausch. Auch wir haben bei der Behandlung von Krebspatienten mit dem Klinikum Aachen abgestimmte Standards“, sagt Zeidler.

Mehr als 90 Prozent der Krebspatienten könnten in Geilenkirchen behandelt werden. Die meisten Operationen und Chemotherapien könnten in Geilenkirchen stattfinden. „Wenn es aber um ganz spezielle Therapien wie eine Stammzellentransplantation bei Leukämiekranken oder um eine spezielle Leberoperation geht, überweisen wir sie ins Klinikum“, erklärt der Onkologe. Je nach Krankheitsbild könne man aber auch Unterstützung in Bonn, Köln oder Düsseldorf finden. „Auch die Universitätskliniken spezialisieren sich. Durch die Zusammenarbeit mit Aachen erhalten auch unsere Patienten die optimale Behandlung“, versichert Zeidler. Patienten des Geilenkirchener Krankenhauses würden in Tumorkonferenzen des Klinikums vorgestellt, ein Strahlentherapeut aus dem Klinikum würde an den Tumorkonferenzen im Geilenkirchener Krankenhaus teilnehmen.

Auch das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Darmkrebszentrum im Geilenkirchener Krankenhaus, dessen stellvertretender Leiter Zeidler ist, ist in die Kooperation mit dem CIO eingebunden. Wie wichtig eine enge Zusammenarbeit der vier Universitätskliniken mit insgesamt mehr als 200 Krankenhäusern und Instituten ist, macht Zeidler deutlich: „In der Onkologie wird die höchste Zahl von neuen Medikamenten entwickelt. Durch den Verbund fließt die Forschung schnell in die Behandlung mit ein.“

Auch können Darmzentrumsleiter Chefarzt Dr. Günter Haselow, Zeidler und Tajrobehkar in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Fortbildungsveranstaltungen für niedergelassene Ärzte anbieten. Für das nächste Treffen am Mittwoch, 9. Oktober, haben beispielsweise Professor Dr. Tim Henrik Brümmendorf, Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzellentransplantation des Klinikums, und Professor Sr. Steffen Koschmieder, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes Translationale Hämatologie und Onkologie des Klinikums, zugesagt.

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