Geilenkirchen: Kölsche Töne stimmen im Loherhof auf Weihnachten ein

Op kölsch : Rheinische Klassiker mit weihnachtlichem Tiefgang

So ein Weihnachtsfest hat ja viel mit Erwartungen zu tun: Da wird richtig aufgetischt, die Deko muss ausgefeilt sein, und auch die Dinge, die man tut und lässt an den Weihnachtstagen, sind entweder durch Traditionen oder durch Zeitströmungen vorbestimmt.

Da schleicht sich gerne mal Hektik ein, denn schließlich kommt Weihnachten ja immer ziemlich unerwartet. Wie gut, dass es auch zuverlässige Anker gibt, die Menschen unter einem Dach vereinen, ohne vorab allzuviel zu verlangen. Die „Kölsche Weihnacht“ vom Duo „Jukebox Modus“ gehört sicherlich dazu.

Christoph Manuel Jansen und Thomas Preuth sind zwei, die sich auch durch dickste Weihnachtswogen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Das bewiesen sie bei ihrer wie immer bestens besuchten „Kölschen Weihnacht“. Da der Sportpark Loherhof zwar Parkflächen en masse hat, der Restaurantbereich aber doch nur einer begrenzten Personenzahl Platz bieten kann, wurde es richtig kuschelig.

„Aber es schadet ja nicht, wenn man sich im Laufe des Abends näherkommt“, meinte Christoph Jansen gleich zu Beginn vor vollem Haus.

Dass diese Veranstaltung ohne Eintritt auskommt, wundert manchen vielleicht, aber es passte haarscharf ins Konzept der beiden Vollblutmusiker. Denn schließlich sollten ihre „kölschen Tön“ nicht einfach als Abklatsch der viel beschworenen, aber inzwischen sehr kommerzialisierten rheinischen Gemütlichkeit missverstanden werden.

Als echte Fans der musikalischen Szene in der rheinischen Metropole, holten Preuth und Jansen ein paar Nummern aus dem Buch, die vielleicht niemand der Gäste so auf seiner Hitliste stehen hatte. Dabei zeigte schon der Einstieg mit „Ne besondere Kalender“, dass es beim bevorstehenden „Fest der Feste“ nicht um Konsum, sondern ganz einfach nur darum geht, dem nächsten Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken.

Darüber, wie schnell die Zeit verstreicht, dachten die Beiden auch nach: „Wie schnell jeiht doch et Johr“, schloss sich nahtlos an.

Heiter, nachdenklich, alt und neu waren weitere Attribute des klingenden kölschen Adventskalenders, der bei jedem neuen Stück ein weiteres Türchen freigab. Da ging es um die „Bucklige Verwandtschaft“, da wurden Songs aus einer Zeit gespielt, wo es außer einem extrem kalten Winter nix gab, und da wurde natürlich auch ein Liedchen auf den Dom angestimmt und letztlich mit dem „Dat ahle Jahr es fott“ auch ein augenzwinkernder Blick auf den Lauf der scheinbar immer schneller drehenden Welt geworfen.

Und während sich draußen bei gut einstelligen Plusgraden der Schnee nun wirklich nicht blicken ließ, war es auch drinnen bei den abschließenden Mitsingstücken im genau 24-teiligen Adventsprogramm nicht die Zeit, über weiße Weihnacht zu singen. Vielmehr durfte der nicht nur zur „Fünften Jahreszeit“ aktuelle Song „Drink doch ene met“, „Hey Kölle“ und das beeindruckend vielstimmige „Veedel“ nicht fehlen, um den Menschen mit diesem Weihnachtskonzert einen vorweihnachtlichen Cocktail zu mixen, der jedem die nötige Entspannung und den Jungs auf der Bühne viel Applaus und Jubel brachte.

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