Geilenkirchen: Diskussion um Mönter-Nachfolger

Technischer Beigeordneter : Reaktionen auf Verwaltungsvorschlag

„Über Personalangelegenheiten darf ich keine Auskünfte geben. Wir wollen in der Verwaltung nach dem Ausscheiden von unserem Technischen Beigeordneten Markus Mönter kein Vakuum entstehen lassen und stellen Überlegungen an, wie wir die Stelle neu besetzen können.

Diese gehen in alle Richtungen. Wir werden die Stelle intern und extern ausschreiben.“ Dies erklärt Bürgermeister Georg Schmitz nach unserem Bericht über ein interfraktionelles Gespräch, in dem die Verwaltungsspitze den Fraktionen vorgeschlagen hatte, dass Kämmerer Daniel Goetz Aufgaben von Markus Mönter mit übernimmt. Auf Anfrage unsere Zeitung erklärte Schmitz weiter: „Nach meinem Dafürhalten ist Goertz ein fähiger Verwaltungsfachmann und würde auch solch einen Bereich gehändelt bekommen.“ Ob Goertz aber in die engere Wahl komme, wisse er zum jetzigen Zeitpunkt nicht, die letzte Entscheidung treffe der Stadtrat.

CDU-Fraktionschef Max Weiler hat nach dem Gespräch im Rathaus seine Fraktion informiert, allerdings hat es noch keine Fraktionssitzung gegeben, bei der man dieses Thema erörtern konnte. Wenn es aber so kommen würde, wie die Verwaltungsspitze es vorgeschlagen habe, so Weiler, wäre es nicht damit getan, dass Goertz Mönter beerbt. Dann müsse Personal versetzt werden. „Dazu will die Verwaltung uns ein Konzept vorlegen. Das ist zwingende Voraussetzung, das wurde uns versprochen.“ Eine interfraktionelle Runde, betont Weiler, sei kein Entscheidungsgremium.

SPD-Fraktionschef Christoph Grundmann war bei diesem interfraktionellen Gespräch nicht dabei. „Wir boykottieren interfraktionelle Gespräche, weil sie früher dazu missbraucht wurden, um vor einer Ratssitzung bereits Entscheidungen zu treffen. Außerdem ist es für den Bürgermeister einfacher, mit den Fraktionsvorsitzenden und nicht mit dem Rat zu reden“, begründet er sein Fernbleiben. Er persönlich finde den Vorschlag nicht sehr glücklich. „Wir haben einen guten Kämmerer, dafür können wir dankbar sein. Aber er hat keine Ausbildung im technischen Bereich. Goertz ist der Herr der Zahlen, aber das kann er nicht zusätzlich meistern, das könnte zu viel für ihn sein“, sagt Grundmann. Ein Neuer mit Fachstudium könne für frischen Wind und neue Perspektiven in der Stadt sorgen. Wenn Daniel Goertz Aufgabenbereiche von Mönter übernehme, könne das nur eine Übergangslösung sein.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden freut sich, „dass sich die Verwaltung Gedanken macht“. Der Vorschlag habe einen gewissen Charme. Er habe am nächsten Tag ein längeres Telefonat mit Daniel Goertz geführt und ihn zur nächsten Fraktionssitzung eingeladen. Es müssten viele Dinge besprochen werden, es sei kein einfacher 1:1-Austausch möglich. „Man muss vor einer Entscheidung beachten, welche Umstrukturierung in der Kämmerei vorgenommen werden muss, und man muss sehen, welche Menschen man ihm für den technischen Bereich zur Seite stellen muss“, sagt Benden und erinnert daran, dass in den nächsten Jahren einige Verwaltungsmitarbeiter in gehobenen Positionen in den Ruhestand gehen. Insofern sei es ein guter Zeitpunkt, das Ganze neu zu strukturieren. „Egal, wer nächster Beigeordneter wird. Wichtig ist, dass die Kommunikation besser wird. Die Kommunikation innerhalb der Verwaltung und die Kommunikation mit der Politik und mit dem Bürger. Das würde ich Daniel Goertz zutrauen.“

Stefan Mesaros, Fraktionschef Für GK!, und Wilfried Kleinen, Fraktionschef Geilenkirchen bewegen! Und FDP, wollen sich nicht äußern. Auch Bürgerlisten-Fraktionsvorsitzender Christian Kravanja gibt sich zurückhaltend: „Bei Markus Mönter waren wir uns einig, dass wir einen Fachmann brauchen, das sollte auch jetzt so sein. Es handelt sich aber um ein laufendes Verfahren. Der Rat muss beraten und entscheiden“, sagt er.

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