Geilenkirchen: Bischof Helmut Dieser weiht Neubau am Gymnasium ein

Bischöfliches Gymnasium St. Ursula : Ein „neues Gartenhaus“ mit modernster Digitaltechnik

Helmut Dieser ist pünktlich. Während sich auf dem Schulhof des Gymnasiums St. Ursula Schüler, Lehrer und Ehrengäste versammeln und eine Lehrerin noch einen Sanitäter für einen Schüler sucht, dem etwas schlecht geworden ist, zieht der Bischof sein Gewand an und bereitet sich in aller Ruhe auf den Gottesdienst vor.

Die Stimmung ist bestens. Schließlich wird am Bischöflichen Gymnasium der Neubau eingeweiht, den Schulleiter Jürgen Pallaske liebevoll das „neue Gartenhaus“ nennt. Man könnte meinen, der Name stamme daher, dass das moderne Gebäude aus den raumhohen Fensterfronten einen wunderschönen Blick ins Grüne ermöglicht. Tatsächlich ersetzt der Neubau aber die bisher als Unterrichtsräume genutzten, so genannten „Gartenhäuser“, oder Baracken, die als Provisorium immerhin ganze 45 Jahre lang gehalten hatten. Insgesamt haben rund 180 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe fünf und der Oberstufe in dem Neubau nun ihre neuen Klassenräume gefunden. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 3,3 Millionen Euro.

„Der Neubau ist richtig schick, total modern und wirklich vom Feinsten“ – mit diesen Worten beschreibt Bischof Helmut Dieser das neue Schulgebäude. Dabei mögen die Schülerinnen und Schüler aber nicht vergessen, dass ein so toller Neubau nicht überall auf der Welt vorstellbar sei. Deshalb dürfe man das Glück, unter solch modernen Rahmenbedingungen lernen zu dürfen, nicht als selbstverständlich ansehen. „Lasst uns die Stelle im Herzen suchen, wo wir das fühlen können“, bittet Dieser. „Lasst uns Danke sagen und bereit sein zu teilen.“

Im Rahmen des Einweihungsgottesdienstes machen sich einige Schüler Gedanken darüber, was alles zu einem guten, neuen Haus gehört und finden die Antwort in sechs Bausteinen: Ein stabiles Fundament als Grundlage des Vertrauens, Öffnungen und Fenster, die das Gebäude hell machen und ein Leben in Kontakt zur Natur ermöglichen, eine Tür, die immer offen sein soll für andere Menschen, Wärme, die für Geborgenheit sorgt, ein Dach, das stabil ist und die Menschen beschützt und behütet, und schließlich ein guter Geist und eine gute Atmosphäre, die aus dem Haus ein Zuhause machen.

Den guten Geist als wichtigstes Element für den Neubau würdigt Bischof Dieser dann auch im Gespräch mit den Schülern von denen er wissen möchte, was den geschehen könnte, wenn der gute Geist abhanden kommt. „Ich glaube, dann haben wir ein Problem“, fasst ein Schüler zusammen, was seine Schulkameraden und der Bischof bereits gesammelt hatten: Es wird kälter, es herrschen Misstrauen und Missgunst, und es kann zu Zerstörung und Krieg führen.

Die Worte des Bischofs werden von der versammelten Schulgemeinschaft aufmerksam verfolgt. Zwischendurch sorgen der Jugend- und Kammerchor sowie das Kammerorchester des Bischöflichen Gymnasiums für heitere Klänge, und auch die Sonne scheint fröhlich vom Himmel – so fröhlich, dass einige Schüler die ausgeteilten Liedtexte als Schattenspender vors Gesicht halten. So können sie bestens verfolgen, wie Bischof Dieser dem Neubau seinen Segen ausspricht. „Segen, das bedeutet: Da soll was wachsen, da wird was draus“, meint Dieser, der im Anschluss an den Gottesdienst mit lauten Applaus von den Schülerinnen und Schülern belohnt wird.

Der Applaus gilt sicherlich auch dem Gebäude selbst, durch das Tradition und Moderne sich am St. Ursula bestens verbinden sollen. So lobt Jürgen Pallaske in seiner Ansprache dann auch vor allem die modernen, technischen Möglichkeiten, die der Neubau bietet. Diese stellt während des anschließenden Empfangs im neuen Gebäude der Lehrer Aleko Janßen den Gästen vor.

Besonders die digitalen Tafeln haben es den Gästen angetan, die kaum noch an die kreideverschmierten, grünen Exemplare erinnern, die alle kennen. Die Tafeln sind eher überdimensional große Computer-Bildschirme. Erarbeitete Inhalte können via QR-Code auf die Smartphones der Schüler geladen werden. Es gibt Anschlüsse für externe Medien und natürlich den direkten Zugang ins Internet, um gemeinsam Nachrichten zu schauen oder Themen zu recherchieren. Auch der gefürchtete Tafeldienst entfällt, ein Fingertippen reicht, und die Tafel ist gelöscht.

Im Anschluss an den Empfang diskutieren Schülerinnen und Schüler noch mit Bischof Helmut Dieser, welche Vor- und welche Nachteile diese digitalen Medien im Schulalltag bringen können.