Geilenkirchen: Geilenkirchen bei Facebook: Gleich 1000 „Likes“

Geilenkirchen: Geilenkirchen bei Facebook: Gleich 1000 „Likes“

. . .vier, drei, zwei, eins, null. Kaum hatte Bürgermeister Thomas Fiedler den Countdown in der Gesamtschule beendet, hatte er eine für die Stadt Geilenkirchen gute Nachricht: Gleich nach der offiziellen Eröffnung der Facebook-Präsenz freute sich Fiedler bereits über 840 Likes.

Mitten in der Frühstückspause der Schüler schaltete Fiedler mit Benedikt Quarch von der Firma QE Consulting die Facebook-Seite frei und sprach mit den Schülern über die Möglichkeiten dieser „virtuellen Litfaßsäule“ der Stadt. Und kaum war der Countdown beendet, zückten zahlreiche Schüler ihre internettauglichen Handys. Denn Fiedler wollte gleich am Tag der offiziellen Eröffnung der Facebook-Präsenz die 1000 Likes überschreiten.

„Das ist eine elektronische Litfaßsäule für alle, die etwas zum öffentlichen Leben in unserer Stadt beitragen wollen“, sagte Fieder. Vom politischen Knallerthema bis zur Vereinsmitteilung kann hier alles gepostet werden. „Wir wollen die Leute da abholen, wo sie sind, im Bus oder in der Bahn. Mit Facebook wollen wir sie in die Stadtpolitik einbinden“, erklärte Benedikt Quarch.

Er und sein Kollege Phillip Ei—schet haben das junge Aachener Unternehmen QE Consulting gegründet, das die Stadt Geilenkirchen und zahlreiche andere Kommunen bei der Einrichtung und Verbreitung von Facebook-Präsenzen unterstützt. Quarch ist Jura-Student, Eischet studiert Betriebswirtschaftslehre.

Beide waren kommunalpolitisch tätig, haben sich oftmals über die Politikverdrossenheit von jungen Menschen geärgert und wollen sie mit Facebook an die Rathäuser heranführen. Und so bat Quarch gestern die Mädchen und Jungen in der Gesamtschule: „Ihr lebt in Geilenkirchen. Die Stadt bietet euch viel Interessantes an. Ihr solltet euch mit der Stadt verbinden.“ Er forderte sie auf: „Dein Like für Geilenkirchen.“ Fiedler und Quarch sehen in Facebook ein ergänzendes Medium zur Tageszeitung.

Monika Savelsberg und Sandra Schuhmachers aus der Stadtverwaltung werden die städtische Facebook-Seite pflegen. „Sie werden beleidigende Äußerungen und unwahre Inhalte rausschmeißen. Auch ich werde ein Auge auf die Beiträge werfen“, sagte Fiedler, der sich aber ansonsten eine lebhafte Diskussion wünscht.

Workshop für Vereine

Fiedler liebt auch in seinem Privatleben soziale Netzwerke. 100 bis 150 Nachrichten erhält er am Tag über Facebook. „Die Nachrichten haben eine ungeheure Verbreitungsgeschwindigkeit, und ich merke sofort, was die Menschen in der Stadt bewegt“, sagte er. Auch hat Fiedler festgestellt, dass viele Menschen ihre Meinung ausdrücken wollen. Geilenkirchen habe durch den Awacs-Verband Freunde in der ganzen Welt.

„Diese Freunde können nun auf Facebook ihre Verbundenheit mit der Stadt zeigen.“ Der Kontakt zu Freunden und Verwandten ist auch ein Grund für Sandra Schuhmachers, warum sie privat Facebook nutzt. Derweil beschäftigt sich ihre Kollegin Monika Savelsberg, die sich mit dem sozialen Netzwerk bestens auskennt, mit Facebook privat nicht.

Aber sie gesteht: „Es ist schon spannend zu sehen, was die anderen Menschen posten.“ Über die Möglichkeiten von Facebook sprach Fiedler nach dem offiziellen Startschuss in der Gesamtschule am Mittag mit Vertretern von Handel und Gewerbe. Und am Abend hatte er Vereine, Schulen und Parteien zu einem Workshop ins Rathaus eingeladen.

Mehr von Aachener Zeitung