Gedenkfeier bei Awacs 20 Jahre nach dem Flugzeugabsturz

Gedenken an Awacs-Katastrophe: Vor 20 Jahren stürzte ein US-Tankflugzeug bei Teveren ab

Auch 20 Jahre nach dem Absturz eines amerikanischen Tankflugzeugs nahe des Teverener Nato-Flugplatzes ist die verunglückte Crew von Esso 77 nicht vergessen.

Ein Gedenkstein auf der Air Base erinnert an Major Dave Fite, Captain Kent Thiele, Major Matt Laiho und Technical Sergeant Rich Visintainer, die beim Absturz am Abend des 13. Januar 1999 ihr Leben verloren. 41, 31, 40 und 48 Jahre alt wurden die Soldaten, die dem 141. Air Refueling Wing der Air National Guard Washington angehörten. Am Montag wurde im Gedenken an das Schicksal der vier Soldaten eine Zeremonie auf der Air Base abgehalten.

Gleich neben dem Gedenkstein war ein kleines Zelt aufgebaut worden, um den Gästen ein schützendes Dach über dem Kopf zu bieten. Zu Beginn der Gedenkfeier zog die Ehrenwache der Air Base auf und zollte unter anderem mit der amerikanischen und deutschen Flagge sowie dem Hoheitszeichen der Air National Guard den toten Kameraden die Ehre. Auch Angehörige von Dave Fite, Kent Thiele, Matt Laiho und Rich Visintainer, die aus dem Staat Washington angereist waren, stimmten in die amerikanische Nationalhymne, The Star-Spangled Banner, mit ein. Es gab viele emotionale Momente in dieser Gedenkfeier. Auch hochrangige Militärs mussten das ein und andere Mal um Fassung ringen.

Ein ganz besonderer Moment war sicherlich die Ansprache von Landry Smallfoot, der ebenfalls aus Washington gekommen war, um seinen ehemaligen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Landry Smallfoot war mit seiner Crew zwei Stunden vor der verunglückten Maschine auf dem Teverener Flughafen gelandet. Im Casino wollte man auf die Kameraden der Esso 77 warten. Doch die vier Besatzungsmitglieder der Esso 77 kamen nie zurück.

Esso 77 hatte um 20.31 Uhr von einem Übungsflug kommend um Landeerlaubnis für den Flughafen Teveren gebeten. Um 20.39 Uhr hatte den Tower ein erneuter Funkspruch erreicht: „Ich starte durch.” Der Pilot hatte das Flugzeug über der Landebahn wieder hochgezogen. In steilem Winkel hatte er den mit rund 10.000 Litern Kerosin beladenen Stratotanker nach oben gezogen. Die Maschine war instabil geworden. Über den rechten Flügel kippte sie ab und fiel wie ein Stein aus etwa 400 Metern Höhe in ein neben der Neutralen Straße gelegenes Waldstück. Das Flugzeug war sofort in Flammen aufgegangen. Die vier Besatzungsmitglieder waren auf der Stelle tot. Ein technischer Defekt wurde als Unfallursache ermittelt.

Landry Smallfoot verabschiedete sich von seinen Kameraden, die er vor 20 Jahren verloren hatte, auf eine sehr persönliche Weise. Er legte seine rechte Hand auf den Gedenkstein und hielt kurz inne, so als würde er ihnen noch einmal auf die Schulter klopfen und ein letztes Mal „Good bye“ sagen. In seiner bewegenden Ansprache berichtete Smallfoot von einem unbeschreiblich brillanten Regenbogen, der über der Landebahn erschienen sei, als seine Crew genau eine Woche nach dem Unglück das letzte Mal von deutschem Boden nach Westen in die Heimat aufgebrochen war. Der Versuch, das Unglück zu begreifen, begleitete die Männer.

Dieser Regenbogen sei ein Symbol, so Smallfoot, ein Symbol dafür, dass hinter dem Tal der Schatten des Todes das Reich Gottes liege. „Wir alle teilen das Wissen über die Konsequenzen, die der Marsch durch das Tal der Schatten des Todes birgt“, sagte Landry Smallfoot. Doch die internationale Gemeinschaft vereine ein gemeinsames Prinzip: die Anerkennung der Freiheit des Lebens und das Streben nach Glück.

Smallfoot erinnerte an seinen besten Freund Matt Laiho, der in dieser schicksalhaften Nacht seinen Platz eingenommen hatte. Ihm verdanke er eine Lebensperspektive, die er als Privileg begreife. Das Leben sei keine kleine Kerze, die verbrenne, sondern eine Fackel, die man der nächsten Generation weiterreichen könne, mit dem Beitrag, den man für die Gemeinschaft zu leisten im Stande sei. Es gelte, sich zu entscheiden, Gründe für das Geschehen zu suchen oder Regenbogen der Zukunft.

Colonel Greg Nolting, Kommandeur der 141. Operations Group, bedankte sich bei auch bei den deutschen Teilnehmern der Zeremonie, unter ihnen Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz, für die große Anteilnahme am Schicksal der verunglückten Soldaten.

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