„Gast des Jahres 2018“ des Berufskolleg Wirtschaft

„Gast des Jahres 2018“ : Schüler stellen Unternehmen mit regionalen Wurzeln vor

In einem professionell inszenierten Programmablauf präsentierten Schüler des Berufskollegs Wirtschaft des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen ihren „Gast des Jahres 2018“.

Unterhaltsam und informativ stellten die Schüler ein Unternehmen mit regionalen Wurzeln und einer 150-jährigen Familientradition vor und sprachen mit den Menschen, die die Familientradition fortführen.

Gereon und Jörg Frauenrath hatte das Berufskolleg Wirtschaft in diesem Jahr als „Gast des Jahres“ auserkoren. Im Rahmen einer Talkrunde stellten sich die beiden Unternehmer den Fragen der Moderatorinnen der Projektgruppe „Gast des Jahres“ Alena Hajlovac, Lara Maaßen, Laura Joerissen, Anna Franken und Sarah Schmitz. Die Projektleitung hatten Oberstudienrätin Gertrud van Montfort, Studienrätin Juliane Wolf und Diplom Sozialarbeiterin Ariadna Wix inne.

Schulleiterin Gabriele Kaspers hatte die etwa 300 Teilnehmer der Festveranstaltung im Forum der Schule begrüßt und darauf hingewiesen, dass nicht jeder Gast des Jahres werden könne. Wichtig seien die Vorbildfunktion der eingeladenen Persönlichkeiten und die Möglichkeit, dass die Schüler über das Unternehmen des Gastes „live und in Farbe“ einen Eindruck davon erhalten, wie ihre berufliche Zukunft sich entwickeln könnte.

Es sei ein Meilenstein für die Schüler, so Kaspers, wenn sie den Schritt von der Schule in den Beruf vollziehen. Wenn der Gast des Jahres offen seine berufliche Laufbahn darstelle, könnten die Schüler von diesem Vorbild lernen. „Spannend war es für mich“, so Gabriele Kaspers, „zu erfahren, dass es eine Frau gab, die das Unternehmen geleitet hat.“ Es hatte sich um die Großmutter von Gereon und Jörg Frauenrath gehandelt, die nach dem Krieg 20 Jahre lang das Bauunternehmen geführt hatte, bis ihr Sohn Arndt die Leitung übernehmen konnte.

Gereon Frauenrath gab gerne Auskunft auf die Frage, wie das Familienunternehmen sich entwickelt habe zur Unternehmensgruppe Frauenrath, die heute an zwei Standorten 400 Mitarbeiter beschäftigt. Die Ursprünge des Unternehmens lägen, so Gereon Frauenrath, in Hilfahrt. Sein Ur-Ur-Großvater sei als selbstständiger Pflasterer tätig gewesen. Um mit diesem witterungsabhängigen Geschäft über die Runden zu kommen, habe er im Winter das Korbflechterhandwerk betrieben. Gereon Frauenrath berichtete den Schülern von einem Brief seines Ur-Großvaters aus dem Jahr 1905, der die Weichen für die Entwicklung zum Bauunternehmen stellte. Der Ur-Großvater habe niedergeschrieben, so Gereon Frauenrath: „Die Zukunft liegt im Bauen, nicht im Pflastern.“

Mit solch einer unternehmerischen Weitsicht ist sicherlich nicht jeder Berufstätige gesegnet. Doch wer den beiden Gästen des Jahres an diesem Morgen aufmerksam zuhörte, der dürfte ganz sicher das ein oder andere für seine eigene berufliche Entwicklung mitgenommen haben.

Um die Talkrunde nicht trocken zu gestalten, hatten die Moderatorinnen auch eine kleine Challenge vorbereitet, die Blindverkostung einer bekannten Kölner Biermarke, die auch in einem Heinsberger Lokal ausgeschenkt wird, die einen Zweig der Unternehmensgruppe Frauenrath darstellt. Bei Gabriele Bautz, Personalleiterin der Unternehmensgruppe Frauenrath, konnten sich die Schüler darüber informieren, welche beruflichen Perspektiven die Unternehmensgruppe bietet. Als Erinnerung an die Veranstaltung erhielten Jörg und Gereon Frauenrath den „BKW-Oskar“.

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