Gangelt: Gangelter Musiknacht: Vollgas auf der Bühne und hinter der Theke

Gangelt : Gangelter Musiknacht: Vollgas auf der Bühne und hinter der Theke

Noch am Nachmittag gab es sie, die „bangen Blicke gen Himmel“, die Rudi Rheimann aussandte. Doch etwa ab 17 Uhr entspannte sich der Gesichtsausdruck des „Chefs“ hinter der Gangelter Musiknacht immer mehr. Und gegen 20 Uhr, als die Hauptmasse der weit über 1500 Besucher zum malerisch gelegenen Festivalgelände zwischen Kahnweiher und Freibad strömte, trauten sich Rheimann und sein strahlendes Lächeln auf die Bühne.

„Dass die Sonne scheint, macht mich im Moment zum wahrscheinlich glücklichsten Menschen hier“, sagte er mit zufriedener Miene. „Man kann ja wirklich alles bestens vorbereiten, aber das Wetter bleibt ein Faktor, den wir nicht beeinflussen können“, sagte er nach der offiziellen Begrüßung zum von der EWV und der Volksbank Heinsberg als Hauptsponsoren getragenen Event.

Achim Tholen (l.) und Heiko Wolter (2.v.l.) stießen mit ihren Helfern und einem selbst gebrauten „Gängelder Bejer“ auf die achte Gangelter Musiknacht an. Foto: Maat

Das begann dann auch mit einem echten Kracher: Mit der Band „Leergut“ mit Andreas Maassen (E-Gitarre), Hennig Schellartz (E-Gitarre), Jörg Dahlmanns (Vocals, Bass), Dominik Bremer (Schlagzeug) und Thomas Back (Vocals, Keyboards) enterten fünf gestandene Herren die Bühne und präsentierten nicht etwa „Leergut“, sondern durchweg eigenes Liedgut. Irgendwo zwischen Rock, Punk und Pop angesiedelt, bereitete das Quintett den Boden für die weiteren vier Acts des Abends.

Der Cheforganisator der Gangelter Musiknacht, Rudi Rheimann. Foto: Maat

„Und damit können wir ja wuchern bei der Gangelter Musiknacht: Zum einen gibt es dank des großartigen Einsatzes von gut 50 Freiwilligen aus Vereinen und der Ortsgemeinschaft einfach nichts, was fehlt, zum anderen können wir dank der Sponsoren tolle Musik bei freiem Eintritt liefern“, so Rudi Rheimann. Dem sonst kolportierten Grundsatz „Wat nix kost‘, is auch nix“ konnte deswegen wohl niemand folgen. Ganz im Gegenteil: Trotz dicker Wolken und Regentropfen am Nachmittag und eher unsicherer Wetterlage zogen die Gäste zur Musiknacht.

Der Zapfhahn lief auf Hochtouren

Hinter den Kulissen und Theken wurde dabei kräftig geschuftet. So durften sich auch Achim Tholen und Heiko Wolter mit ihrem Team vom vor Ort handwerklich gebrauten „Gängelder Bejer“, dem heimischen Bier, kaum eine ruhige Minute gönnen, weil der Hahn auf Hochtouren lief. Vielleicht war es auch die im Vergleich zu den teils tropischen Wetterverhältnissen der vergangenen Wochen angenehme Kühle des Abends am Kahnweiher, die den Menschen eine willkommene Abwechslung war.

Klar war aber auch, dass die Aktiven auf der Bühne ebenfalls Vollgas gaben, um den guten Zweck, der bei allen Auflagen der Gangelter Musiknacht eine wichtige Rolle spielte, nicht zu vernachlässigen. So durfte nämlich auch Rudi Rheimann selbst ran, als es ums Musizieren ging: Mit seiner Band „Atlantic“ war er als Keyboarder am Start, zusammen mit seinen Bandkollegen Günter Jöris (Vocals, Drums), Guido Kemper (Vocals, Bass) und Dieter Fuchs (Vocals, E-Gitarre) spielte er Rock- und Pop-Klassiker der 1970er- und 1980er-Jahre mit eingängigem vierstimmigem Chorgesang. Dass auf Band Nummer drei — „HatWat“ aus dem benachbarten Süsterseel — nicht nur im Karneval stimmungsmäßig immer Verlass ist, zeigten Ralf Beyers, Heinz Schlömer, Lothar Platzek, Patric Borgans und Arne Jansen mit ihren tollen Medleys zwischen Stimmungsmusik und Rockklassikern.

Dass die zehn mal sechs Meter große Bühne direkt am Wasser ein wahrlich nicht zu groß dimensioniert war, zeigten auch die „Steel Roses“: Ihr „Hair-Rock“, der sich mit der charismatischen Sängerin und Frontfrau Tanja Brunner, Gitarrist Dirk Jansen, Keyboarder Detlev „The Doc“ Lennartz, Bassist Norbert Westphal und Schlagzeuger Stefan Lötsch klar an den in engen Hosen und mit toupierter Haarpracht gespielten Gitarrenhits vornehmlich der 1980er orientierte, machte richtig Laune.

Und als am Ende noch moderner wie klassischer Cover-Rock mit „Waist of Time“ in der Besetzung Joost Hack (Drums), Ton Bongaards (Leadgitarre), Rik Bollen (Keyboards, Gitarre, Backing Vocals), Laurent Roselet (Leadgesang) und Peter Pardoel (Bass) Musik von den Foo Fighters, Kings of Leon, Nickelback oder auch Pearl Jam aufleben ließ, wurde auch die achte Auflage der Gangelter Musiknacht endgültig zu einem vollen Erfolg. Und da bei so viel Qualität auf der Bühne und hinter den Kulissen die mit 30 Cent pro Stück für den guten Zweck verkauften Bons quasi wie von selbst den Weg zu den Käufern fanden, dürfte auch der Reinerlös an diesem Abend stattlich ausgefallen sein.

(maat)