1. Lokales
  2. Geilenkirchen

Gangelter Modellbautage: Aussteller begeistern mit Liebe zum Detail

Gangelter Modellbautage : Modellbauer begeistern mit viel Liebe zum Detail

Eine Eisenbahn in Spur Z – da muss man schon ganz genau hinsehen. Unübersehbar dagegen ein Modell der ISS (1:50), derzeit einzige ständig bemannte Raumstation und das größte außerirdische Bauwerk der Menschheitsgeschichte. Dazwischen spannte sich das Angebot bei den Modellbautagen in Gangelt.

Die ISS wird von 16 Staaten betrieben und ausgebaut; das Modell der ISS wurde von Gerd Plum aus Jülich ganz alleine gebaut und immer wieder auf den neusten Stand gebracht. Der Clou dabei: Das Modell besteht weitestgehend aus Papier und hat bis heute 120 Euro gekostet.

Auch wenn wegen des Umbaus des alten Hauptschulgebäudes ein Umzug in die anderen Schulteile nötig war, gab es doch wieder die ganze Breite des Modellbaus mit seinen schier unendlichen Facetten zu sehen. Die Modell-Eisenbahn-Freunde Gangelt hatten jedenfalls am ersten Adventswochenende wieder ganze Arbeit geleistet. Rund 80 Aussteller und Händler boten eine ungeahnte Vielfalt an Möglichkeiten, sich mit Modellbau zu beschäftigen.

Großen Raum nahmen natürlich in der großen Sporthalle wieder die funkferngesteuerten RC-Modelle ein. Vom kleinen Gabelstapler bis zum Mega-Lkw drehte dort alles seine Runden. Eisenbahnen in allen Spurweiten, vor bekannten oder Fantasielandschaften mit einer unglaublichen Liebe zum Detail sind immer wieder ein Hingucker.

Gerd Otto aus Schleiden ist ein Modellbauer, der sich auf Metallenes spezialisiert hat. Vom Stahlwerk bis hin zum Schrotthandel dreht sich bei ihm alles um Eisen und Stahl. Da spielt die Eisenbahn nur noch eine Nebenrolle. Dem Tischnachbarn waren die ganzen Plastikgüter rund um das Transportwesen ein Dorn im Auge; also fertigt er jetzt alles aus Holz. Lust auf Winter machte eine Schneelandschaft mit Seilbahnen, Sesselliften und Skifahrern. Dioramen sind scheinbar eine Spezialität unserer niederländischen Nachbarn. Eines schöner als das andere. Herausragend ein umfangreicher Nachbau des Klosterviertels in Sittard. Groß vertreten in diesem Jahr auch der Kartonbau. Man glaubt gar nicht, was sich aus Papier alles herstellen lässt.

Versunken in die Welt der R$C-Modelle: Noah verlädt mit dem Radlader Mais. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Schiffsmodellbauer, Puppenhausbauer, Freunde der Agrartechnik, Plastikmodellbauer und Flugmodelle – umfangreicher war wohl keine der 23 Ausstellungen vorher. Eine besondere Attraktion war der Selbstbau vieler Dinge. Ob Bäume oder Oberleitungen, ob LED-Technik oder Airbrush, selbst Häuser, Straßenzüge oder ganze Dörfer wurden selber gebaut. Immer öfter im Einsatz dabei sind 3D-Drucker.

Die Ausstellung in Gangelt ist seit langem international. Diesmal kamen die Gäste aus vielen europäischen Staaten wie Frankreich, England, Schottland, Niederlande, Luxemburg, Belgien, Schweiz, Österreich und Polen. Zu den besonderen Objekten aus der Region zählt die Pfarrkirche St. Anna Schierwaldenrath. Dieter Meerts präsentierte sie vielbeachtet in der großen Sporthalle.

Kinder waren unter den Besuchern der Ausstellung übrigens deutlich in der Minderzahl. Das ist eine Beobachtung, die die Organisatoren der Gangelter Modellbautage Jahr für Jahr machen. Es sind größtenteils die Väter, die mit Tränen in den Augen schauen, was möglich ist.