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Brandbekämpfung: Gangelter Feuerwehrleute üben unter echten Bedingungen

Brandbekämpfung : Gangelter Feuerwehrleute üben unter echten Bedingungen

Eine realistische Brandübung zu simulieren ist schwierig. Um bestmöglich auf Brandeinsätze in Gebäuden vorbereitet zu sein, nahmen Gangelter Feuerwehrleute an einem Hot-Fire-Training der Feuerwehr Aachen teil.

Ein Kurzschluss in der Gebäudeelektrik, überhitzte Akkus, eine vergessene Pfanne auf dem Herd oder eine nicht beaufsichtigte Kerze – die Gründe für einen Wohnungs- oder Zimmerbrand sind so vielfältig wie die Brände selber. Die Bekämpfung von Feuer in Gebäuden zählt zu den gefährlichsten Aufgaben einer Feuerwehr. Da jeder Brand unterschiedlich abläuft, ist es für die Feuerwehren schwierig, sich auf ein solches Brandereignis vorzubereiten.

Die Gefahren bei Bränden in Gebäuden darf man nicht unterschätzen. Eine realitätsnahe Ausbildung ist sehr schwierig. Während der Brandrauch und die körperliche Belastung in Übungen gut dargestellt werden können, sind die Eigenarten eines Brandverlaufes und die enorme Hitze fast nur durch echte Einsätze zu erfahren. Um die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Gangelt dennoch auf echte Einsatzlagen gut vorzubereiten, besuchte der jüngste Atemschutzgeräteträger-Lehrgang kürzlich das Hot-Fire-Training der Feuerwehr Aachen.

Zunächst stand für die zehn Teilnehmer und zwei Ausbilder der Feuerwehr Gangelt eine Auffrischung der verschiedenen Löschtechniken sowie eine Auffrischung der Handhabung verschiedener Hohlstrahlrohre an. Nachdem sich die Ausbilder der Feuerwehr Aachen davon überzeugt hatten, dass die Teilnehmer ihr Handwerk beherrschen, fand der erste Teil des Seminars in einer gasbetriebenen Feuerlöschübungsanlage (FLA) statt.

Ausgerüstet mit der persönlichen Schutzausrüstung und umluftunabhängigen Atemschutzgeräten wagten sich die Teilnehmer der Feuerwehr Gangelt in den Brandcontainer.
Ausgerüstet mit der persönlichen Schutzausrüstung und umluftunabhängigen Atemschutzgeräten wagten sich die Teilnehmer der Feuerwehr Gangelt in den Brandcontainer. Foto: Oliver Thelen

In diesem zweigeschossigen Übungshaus wurden mit Hilfe von Edelstahl-Attrappen ein typischer Wohnbereich mit Küche und Schlafzimmer, aber auch ein Industriewerk-Bereich dargestellt. In den Attrappen sind flüssiggasbetriebene Brenner installiert, die verschiedene Flammenhöhen simulieren können und über Sensoren das löschtaktische Verhalten registrieren können. Die Teilnehmer konnten unter schwerem Atemschutz ihr Können unter Beweis stellen und ihre erlernten Techniken verfeinern.

Im zweiten Teil des Seminars konnten die Teilnehmer in einer Rauchdurchzündungsanlage die einzelnen Phasen eines Brandes von Beginn an beobachten und analysieren. Unter kontrollierten Bedingungen und mit entsprechender Schutzausrüstung, inklusive schwerem Atemschutz, konnten sie die komplexen Prozesse bei realen Bränden in geschlossenen Räumen beobachten. Die Ausbilder der Feuerwehr Aachen demonstrierten dabei, wie sich das Öffnen von Türen oder Fenstern auf die Brandentwicklung auswirkt.

 Auch wenn man das Lächeln hinter den Masken nicht erkennen kann, Spaß hat es den 12 Teilnehmern der Feuerwehr Gangelt auf jeden Fall sehr gemacht.
Auch wenn man das Lächeln hinter den Masken nicht erkennen kann, Spaß hat es den 12 Teilnehmern der Feuerwehr Gangelt auf jeden Fall sehr gemacht. Foto: Oliver Thelen

Während das Gefühl, von heißem, giftigem Rauch umgeben zu sein, eine mentale Herausforderung war, gab es für die neuen Atemschutzgeräteträger auch zwei wichtige Erkenntnisse: Die Schutzausrüstung der Feuerwehr schützt die Feuerwehrleute vor diesen Gefahren und das mitgeführte Strahlrohr kann das Feuer effektiv bekämpfen. Hierzu wurde der richtige Einsatz von Strahlrohren zur Abkühlung der Rauchschicht und Brandbekämpfung geübt.

In dem Hot-Fire-Training machten die Gangelter Feuerwehrleute eine Grenzerfahrung. Ihnen ist nun bewusst, welcher Belastung die Schutzausrüstung standhalten kann, aber auch wo die Grenzen des eigenen Körpers sind.

(red)