Mehr Hochzeiten in NRW: Wo in der Region um Geilenkirchen wie oft geheiratet wird

Mehr Hochzeiten in NRW : Wo in der Region um Geilenkirchen wie oft geheiratet wird

In NRW steigt die Zahl der Hochzeiten von 2017 auf 2018. In der näheren Region hat der Kreis Heinsberg die meisten frisch Getrauten. Aber wie sieht es konkret in Geilenkirchen, Gangelt und Übach-Palenberg aus?

Die aktuellen Zahlen sagen, dass die Kirche in Deutschland weiter an Bedeutung verliert. Geheiratet wird trotzdem. Im Gegensatz zu früher scheint die Ehe für die heute Heiratswilligen nicht mehr so stark mit der Kirche und mit dem Glauben verknüpft zu sein wie bei den Generationen zuvor. Exakt 96.643 Paare haben im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen geheiratet. 88.422 Ehen davon waren zwischen Männern und Frauen – das sind über zwei Prozent mehr als im Jahr 2017. Da hatten 86.475 gemischtgeschlechtliche Paare geheiratet.

Wer nachrechnet, stellt fest: 2018 gab es also 8221 Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern – teils als Umwandlung der früheren eingetragenen Lebenspartnerschaften. Denn die Ehe für alle gibt es erst seit dem 1. Oktober 2017. Mit jeweils gut 4100 Ehen gibt es annähernd genauso viele schwule wie lesbische Paare. Schaut man sich die Zahlen in NRW über die vergangenen Jahre an, stellt man fest, dass sie leicht schwanken.Von 2006 bis 2012 lagen sie zwischen 80.000 und 82.000, 2013 dann der Tiefpunkt mit 79.895, anschließend ein Anstieg.

In Geilenkirchen herrscht laut René Langa vom Standesamt eine gewisse Kontinuität auf dem Hochzeitsmarkt. In den vergangenen Jahren habe sich ein Mittel von 100 bis 120 Eheschließungen jährlich eingependelt, sagt er. Im Jahr 2017 haben sich 107 Paare in Geilenkirchen das Jawort gegeben, davon zwei weibliche Paare und ein schwules Paar. Im vergangenen Jahr waren es 110 Trauungen, davon ein lesbisches und drei schwule Paare.

So, wie es bisher aussehe, werde man in Geilenkirchen wohl auch in diesem Jahr wieder im Schnitt sein, sagt Langa. Die Ehe-Anmeldungen übersteigen in Geilenkirchen auch die Anzahl derer, die im örtlichen Standesamt heiraten: Viele zieht es woanders hin, zum Beispiel zum Schloss Zweibrüggen nach Übach-Palenberg, sagt Langa.

Viele „Schnapsdaten“ am Samstag

In Gangelt wurde entgegen dem NRW-Trend 2018 ein bisschen weniger geheiratet als 2017. 55 Paare trauten sich 2017, davon ein weibliches Pärchen. Im vergangenen Jahr waren es nur 43 Paare, davon ebenfalls ein Paar bestehend aus Frauen. Das liegt ziemlich genau in dem Rahmen, den der Gangelter Standesbeamte Martin Otto als Jahresmittel nennt: Ungefähr 50 Paare trauten sich in den vergangenen zehn Jahren jedes Jahr in Gangelt. Auch 2019 sehe es ähnlich aus: 30 Paare haben schon geheiratet. Für 2020 rechne er aber wegen der viele „Schnapsdaten“, die auf Samstage fallen, mit mehr frischen Ehen.

In Übach-Palenberg haben 2017 194 Eheschließungen stattgefunden, davon waren zwei eingetragene Lebenspartnerschaften und eine eine gleichgeschlechtliche Ehe. Im vergangenen Jahr haben 198 Paare geheiratet, und davon waren zwei gleichgeschlechtlich. Die Zahl in der Stadt, zu der das eben erwähnte Schloss Zweibrüggen gehört, ist also weitgehend konstant geblieben.

Übrigens: Blickt man auf Aachen, die Städteregion und den Kreis Heinsberg und vergleicht die Zahlen aus 2018, stellt man fest, dass im Kreis Heinsberg am häufigsten geheiratet wurde, gefolgt von der Städteregion Aachen und dann dem Kreis Düren. Besonders häufig wurde Anfang der 90er Jahre in der Region geheiratet.

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