Erinnern: Schüler nehmen an Gedenktag teil

Erinnern : Schüler nehmen an Gedenktag teil

„Freiheit bedeutet Verantwortung“, mit diesen Worten unterstrich schon zu Beginn der niederländische Pastor Delahaye in der St. Gregorius-Kirche in Brunssum den Jahrestag der Befreiung der Niederlande vom Nationalsozialismus.

Er forderte, dass die Saat des Hasses nicht auf fruchtbaren Boden fallen dürfe und die Freiheit jedes einzelnen Menschen erkämpft und erhalten werden müsse.

Schon zum zweiten Mal hatten die Schüler der Gesamtschule Gangelt-Selfkant die Ehre, an diesem Gedenktag teilzunehmen. Außerdem durften sie einen eigenen Redebeitrag vortragen. Begleitet wurden sie dabei von Diakon und Schulseelsorger Stephan Lütgemeier und den beiden Abteilungsleitern Uwe Preuß und Thomas Kolvenbach. Ebenfalls eingeladen waren dieses Jahr Schüler der Gustav-Heinemann- Gesamtschule Alsdorf und der Realschule Linnich.

Ein Gottesdienst in der St. Gregorius- Kirche zu Beginn der Veranstaltung mahnte den hohen Wert der Freiheit und erinnerte daran, dass Freiheit auch die Verantwortung mit sich bringe, diese zu schützen und zu bewahren. Der niederländische Veteran Ivo van der Weele sprach dies als Gastredner deutlich aus und erläuterte, dass Wegschauen für ihn nie eine Option sei.

Im Anschluss an den Gottesdienst zog eine Prozession zum Friedhof der Stadt. Dort eröffnete Jack Aldewereld, der als einziger aus seiner Familie den Holocaust überlebte, nach einer Gedenkminute die Zeremonie und erinnerte an die Opfer des Nationalsozialismus damals und an die Opfer der Unterdrückung in der Welt heute.

Daran gedachte auch der Bürgermeister der Stadt Brunssum, Gerd Leers, und machte deutlich, dass die Jugend diese damals gewonnene Freiheit als höchstes Gut in die Zukunft begleiten müsse.

Nun wurden die Schüler der beiden Schulen gebeten, ihre vorbereiteten Beiträge zu verlesen. Die vier Schülerinnen der Gesamtschule Gangelt-Selfkant begannen ihre Gedanken mit einer niederländischen Einleitung. In ihrer Rede machten sie vor mehreren Hundert Zuhörern deutlich, dass sie zwar nicht verantwortlich gemacht werden könnten für die Taten der Nationalsozialisten, sehr wohl aber die Verantwortung haben, dass so etwas heute und in Zukunft nie mehr geschehen dürfe.

Nach der Kranzniederlegung durch verschiedene hohe Würdenträger, Vertreter der NATO- Streitkräfte, Amnesty International und den Schülern ging es auf den benachbarten Soldatenfriedhof, auf dem am Ehrenmal für die bei der Befreiung Brunssums gefallenen 328 britischen Soldaten eine weitere Kranzniederlegung stattfand. Hier legten alle knapp 60 Schüler der drei deutschen Schulen sowie die sie begleitenden Lehrkräfte eine weiße Rose nieder.

Im Anschluss daran wurden alle in die Stadthalle „Brikke Oave“ eingeladen, wo die niederländischen Gastgeber und Bürger der Gemeinde Brunssum immer wieder versicherten, wie wichtig ihnen der Besuch sei und wie sehr sie auch der Beitrag der Schülerinnen beeindruckt und erfreut hat. Als Zeichen der Erinnerung und Anerkennung erhielten die Schülerinnen ein Abzeichen der niederländischen Pfadfinder.

(red)
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