Saisonabschluss bei der Selfkantbahn

Arbeit geht weiter : Saisonabschluss bei der Selfkantbahn

Ein schönes Bild bot sich am Wochenende zum Saisonabschluss bei der Selfkantbahn. Die grauen Wolken lieferten windgetrieben ein Schauspiel über dem Bahnhof; der Dampf aus der „Schwarzach“ zog ihnen – Ton in Ton – entgegen.

Das war eine der vielen Szenen dieses Tages, die rund 40 Fotografen bei ihrer Fototour rund um die Selfkantbahn festhalten konnten. Die meisten waren aber daran interessiert, die Züge auf freier Strecke zwischen Schierwaldenrath und Gillrath abzulichten.

Vollmundig war die Ankündigung der Selfkantbahner: „Mit Dampf und Diesel in den Sonnenaufgang“. Markus Kaiser, Fotoenthusiast der Selfkantbahn, behauptete felsenfest: „Doch – wir haben die Sonne ganz kurz gesehen!“

Die Sonne sah im Rahmen des Erntedankfestes nach fünf Jahren auch wieder ein Güterwagen, der einst bei der Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahngesellschaft gelaufen ist. Von Boden bis zum Dach wurde der restauriert und erstrahlt jetzt in neuem Glanz. Allerdings wird ihn bald der Alltag einholen.

Mit dem Ende der Saison 2019 beginnt für die Eisenbahner die Arbeit an der Strecke. Der Wagen wird beim Gleisbau eingesetzt werden. „Arbeit ist hier immer“, fasst Helmut Kommans, der zusammen mit seiner Gattin die Fahrtenkartenausgabe am letzten Wochenende betreut hat, lapidar zusammen.

Furchtbar viel Zeit ist aber für die Arbeiten im Gleisbett eh nicht – am 30. November startet um 11 Uhr St. Nikolaus zur ersten von 43 Touren. Stellt der Bahnhof in Schierwaldenrath an sich schon etwas Nostalgisches dar, wird am Abschlusswochenende auch gerne nochmal an den Details gefeilt.

Ohne Kohlen läuft gar nix! Zwischen den Fahrten wird nachgefüllt. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Alte Koffer stapeln sich an noch älteren Gepäckwagen, herbstliche Blumensträuße schmücken Strohballen und einige Mitarbeiterinnen hängen im „Scholk“ (Schürze) Wäsche auf eine Leine zwischen Bäumen.

Liebevolle Details zum Abschluss

Einige Unterhosen wogen dabei schwer und hätten in der heutigen Zeit leicht als Kinoleinwand gedient. Der „Drehorgel-Josef“ sorgt für Musik, sammelt dabei für krebskranke Kinder und war immer wieder ein beliebtes Fotomotiv.

Spätestens wenn wieder ein Regenschauer niederging, versammelten die Besucher sich in der Museumshalle. Aber auch hier dreht sich – wenn man von der Frau mit den leckeren Marmeladen absieht - fast alles um die Eisenbahn. Jack Bukkems und Bert Senden aus den Niederlanden zeigten beispielsweise komplett selbstgebaute historische Bahnhofsgebäude aus dem Grenzgebiet; darunter den Bahnhof Tüddern, der den Endpunkt nach den 38 Kilometern der Strecke von Alsdorf kommend bildete.