Ausstellung : Regionale Künstler mit vielfältigen Werken

Ausstellung : Regionale Künstler mit vielfältigen Werken

Von der Latexjacke bis zur Drechselarbeit: Alten Bekannten und neuen Gesichtern begegneten die Besucher der 15. GK.-LifeArt am Sonntag auf dem Loherhof in Geilenkirchen.

17 Künstlerinnen und Künstler stellten ihre Werke zur Schau, wo sonst der Tennisport gepflegt wird. Kunsthandwerk und Bildende Kunst waren gleichermaßen vertreten. Und wer nicht nur schauen wollte, der konnte auch das ein oder andere Stück erwerben, als Präsent für liebe Freunde oder für das eigene Heim.

Brigitte Elkenhans ist von Beginn an die Organisatorin der GK.-LifeArt-. Ihr gelang es auch in diesem Jahr wieder, ein interessantes Ausstellungsprogramm mit den unterschiedlichsten Arbeiten den Besuchern zu präsentieren.

Ihren Anfang hatte die inzwischen sowohl bei Ausstellern als auch Besuchern sehr beliebte Ausstellung, wie sollte es anders sein, im Geilenkirchener Malerviertel genommen, wo Brigitte Elkenhans zu Hause ist.

Am Stand der Holzwerkstatt Jürgen Marx konnten die Besucher den Feinschliff der Holzarbeiten mit verfolgen. Foto: Dettmar Fischer

Im Malerviertel gestartet

Nach einem verregneten Open-Air-Start im Malerviertel, war die GK.-LifeArt- zunächst zwei Jahre in der Realschule veranstaltet worden, dann hatte Freddy Solty, Geschäftsführer des Sportparks Loherhof, das Angebot gemacht, die Schau auf dem Loherhof auszurichten. Brigitte Elkenhans hatte dieses Angebot natürlich gerne angenommen, und beide kooperieren bis heute gut miteinander.

Karin Förster (r.) hieß die Besucher an ihrem „gute Laune Stand“  willkommen und zeigte eine Auswahl ihrer farbenfrohen Bilder. Foto: Dettmar Fischer

Die zwei Jahre zwischen den Ausstellungen nutzt Brigitte Elkenhans, die sich als ausgebildete Grafikerin  in diesem Jahr mit Malerei und Kalligraphie am Ausstellungsprogramm beteiligte, um neue Künstler für die GK.-LifeArt- ausfindig zu machen. Beim Besuch der Euregio Aachen war Brigitte Elkenhans auf Karin Plum und ihre Latexkleidung aufmerksam geworden und hatte sie zur 15. GK.-LifeArt- eingeladen.

Karin Plum hatte gerne zusagt. Nicht nur, weil die Ausstellung auf dem Loherhof, die ihrem Wohnort am nächsten gelegene Schau war, die sie je bestritten hatte, sie lebt und arbeitet im benachbarten Prummern, sondern auch weil ihr die Atmosphäre auf der GK.-LifeArt- sehr gut gefallen hat. „Die Leute sind sehr interessiert“, sagt Karin Plum, schließlich gebe es bislang alltagstaugliche Kleidung aus Naturkautschuk noch nicht.

Latexjacken in bunten Farben

Willi Wagels arbeitet mit Farbe und Pinsel und viel Humor. Foto: Dettmar Fischer

Vor 15 Jahren hatte sich Karin Plum als Veränderungsschneiderin selbstständig gemacht. Die Arbeit mit dem Naturkautschuk, auch Latex genannt, hat ihr sogar eine Nominierung für den Staatspreis NRW im Kunsthandwerk eingetragen. Ihre Rosengarn-Jacke war auf der 29. Landesausstellung im Museum für Angewandte Kunst in Köln zu bewundern. Auch auf der GK.-LifeArt- zogen die Latexhosen und -jacken von Karin Plum viele interessierte Blicke auf sich. Die Designerin färbt die Kautschukmilch selber ein und füttert, um den Tragekomfort zu erhöhen, die Kleidungsstücke mit weichen Stoffen. Hochwertiges Kunsthandwerk war in vielen Bereichen auf der GK.-LifeArt- zu bewundern. Silvia Hamacher aus Leiffarth hat ihre Liebe zum Drechseln von ihrem Vater übernommen. „Kind, sei vorsichtig mit den Fingern“, hatte der Vater der Tochter bei den ersten Versuchen an der Drechselbank geraten. Das „Kind“ war damals glücklicherweise schon um die 20, so dass bis heute alle zehn Finger noch zum Einsatz kommen können. Silvia Hamacher hat ihre Liebe zum Holz bewahrt und ihre Fertigkeit im Drechseln in Kursen und im Kontakt mit anderen Drechslern entwickelt. Ihre Schalen, Schreibstifte oder Gewürzstreuer sind Augenweide und Handschmeichler in einem. Silvia Hamacher ist mit ihren Holzarbeiten, für die sie alle Hölzer, besonders gerne aber auch mal den langsam wachsenden Buxbaum bearbeitet, auch auf den renommierten Kunsthandwerkermärkten in Jülich und Aachen präsent. Sie war wie Karin Plum zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal auf der GK.-LifeArt- vertreten.

Christa Abels ist schon seit vielen Jahren Ausstellerin der GK.-LifeArt-, und fand auch in diesem Jahr wieder viele interessierte Besucher für ihre mit großem Geschick und viel Liebe zum Detail angefertigten Tierfiguren.

Willi Wagels aus Birgden war zum dritten Mal mit seiner experimentellen Malerei auf dem Loherhof vertreten. Wagels ist nicht nur Künstler, sondern auch ein Schelm, wobei beides sich ja sehr gut verträgt.

In der Stadt ist der Wurm drin

Eine seiner Arbeiten trägt den schönen Titel „In Geilenkirchen ist die Wurm drin“. Dagegen lässt sich natürlich nichts sagen. „Ich habe bei dieser Arbeit an das kleine Fenster in der Stadtmitte gedacht, da sieht man ja unten die Wurm“, sagt Willi Wagels und schmunzelt ein wenig. Wäre es ein männlicher Wurm, könnte man den Titel auch anders verstehen.

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