Oberstufengebäude der Gesamtschule Gangelt Selfkant mit Kunst gestalten

Schüler und Künstler arbeiten zusammen : Oberstufengebäude mit Kunst gestalten

Das Oberstufengebäude der Gesamtschule Gangelt Selfkant soll mit der Unterstützung von drei Künstlern und der tatkräftigen Hilfe der Schüler für die zukünftigen Schüler- und Lehrergenerationen schöner gestaltet werden.

Die Aufgabe übernimmt auf Seiten der Schülerschaft die Jahrgangsstufe 11, die erste das ehemalige Realschulgebäude an der Kritzraedstraße in Gangelt bezogen hat. Sie arbeitet zusammen mit den Künstlern  Henriette Echghi-Ghamsarie und Willi Arlt, die ihre Ateliers im Geilenkirchener Stadtgebiet haben, und deren Wassenberger  Künstlerkollegen Peter Röttges.

Die finanzielle Unterstützung kommt vom Rotary Club Heinsberg, der im Rahmen seines „Wettbewerb der guten Ideen für Kindergärten und Schulen“ das Kunstprojekt der Gesamtschule Gangelt Selfkant als förderwürdig ausgewählt hatte und nun mit insgesamt 3000 Euro sponsert. Schulleiter Reinhold Schlimm übergab bei einer kleinen Feierstunde im Oberstufengebäude zusammen mit seinem Kollegen Dr. Arnold Frenken, der auch Mitglied des Rotary Clubs Heinsberg ist, die Spendenschecks zu je 500 Euro an die drei teilnehmenden Künstler.

Die zweite Hälfte des Förderbetrages fließt in die Realisierung der Kunstwerke. Reinhold Schlimm umriss in seiner Ansprache die Ziele des Kunstprojektes. Es gehe, so der Schulleiter, darum, dass das Haus der Erwachsenen, wie das Oberstufengebäude genannt wird, durch Impulse von außen und durch die Eigeninitiative des 11er-Jahrgangs neu gestaltet wird.

Den Flurbereich im Oberstufengebäude wird ein Kunstwerk von Henriette Echghi-Ghamsarie verändern. Foto: defi

„Ihr sollt Eure Spuren hinterlassen im Haus der Jungen Erwachsenen“, forderte Schlimm die Schüler auf. Schulleiter Schlimm hofft auf eine Gestaltung des Oberstufengebäudes, die die Entwicklung der jungen Erwachsenen widerspiegelt.

Das Kunstprojekt wird von Lehrerin Anja Schiefer begleitet. Sie verwies darauf, dass man sich bewusst für Künstler aus der Region entschieden habe. 50 Künstler habe man aufgefordert, am Wettbewerb teilzunehmen. Eine Jury aus Schülern, Lehrern und einem Elternvertreter habe die Auswahl aus den eingereichten Vorschlägen getroffen.

Henriette Echghi-Ghamsarie hatte ein Kunstprojekt eingereicht, das sie schon einmal auf Hawaii verwirklicht hatte. Es soll im oberen Flurbereich des Oberstufengebäudes verwirklicht werden. Von der Decke herab soll sich eine Skulptur aus vielen Tafeln in den freien Raum zwischen den Stockwerken erstrecken. Auf diesen Tafeln sollen von den Schülern ausgewählte Begriffe zu lesen sein. Welche Begriffe dies sein werden, wird den Gedanken der Schüler überlassen sein.

Willi Arlt brachte zur Preisverleihung schon ein Modell seines Kunstwerkes mit. Es wird ein Fries werden, der eine bislang eher triste Raumsituation neu erlebbar machen wird. Wie Arlt den Schülern erläuterte, würden die Figuren auf dem Fries eine Art Wallfahrt darstellen. Die Figuren würden an Nonnen erinnern, die einen Weg entlang gehen. Die Szene würde bunt gestaltet entsprechend der Vielfalt der Menschen.

Die Schüler sind aufgefordert, an der Entstehung des in Eisen gearbeiteten Frieses mitzuwirken, eventuell auch einmal zum Schweißgerät zu greifen.

Peter Röttges hatte seine Projektidee schon einmal im Rahmen eines Kunstprojektes des Hückelhovener Kunstvereins Canthe zum Thema „Menschenbild“ realisiert. Aus Eichenblöcken wird Röttges 80 Zentimeter große Buchstaben mit der Kettensäge herausschneiden. Zunächst, so Röttges, habe er daran gedacht, aus den Buchstaben das Wort Gesamtschule zu bilden. Doch er könne sich auch gut vorstellen, dass die Schüler ein Wort auswählen, das für sie eine besondere Bedeutung hat.

In Gruppen aufgeteilt werden die 11er nun voraussichtlich im Rahmen eines Projekttages und eines halben Samstages ihr künstlerisches Geschick erproben. Henriette Echghi-Ghamsarie gab ihnen mit auf den Weg: „Ein Kunstwerk zu erschaffen, ist  ein schöner Prozess.“

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