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Chormusik des osteuropäischen Raumes verschrieben: Neuer Männerchor Darilo vor erstem Auftritt

Chormusik des osteuropäischen Raumes verschrieben : Neuer Männerchor Darilo vor erstem Auftritt

Die Proben verlaufen bereits intensiv: In der Kirche St. Nikolaus Gangelt findet am 17. März das erste Konzert statt.

„Aus dem Blümchen kann noch was werden“, hatte sich Heinz Heinrichs im März 2017 gedacht, als ihm Freunde zu seinem 40-jährigen Chorjubiläum ein „Ständchen“ gebracht hatten. Es war damals schon etwas mehr als ein „Ständchen“ gewesen, es war ein vom Publikum und den Sängern begeistert aufgenommenes Chorkonzert, das im Rathaus der Gemeinde Gangelt die Zuhörer von den Stühlen geholt und angerührt hatte.

Der Chor Canto Rinato war damals mit Heinz Heinrichs als Chormitglied unter der Leitung des renommierten Dirigenten Anton Kropivšek im Rathaus aufgetreten. Und in den Reihen des Chors waren auch sehr gut ausgebildete Männerstimmen erklungen, die in Heinrichs die Idee gezündet hatten, es doch noch einmal mit einem Männerchor zu probieren in Anlehnung an den Männerchor Slava, mit dem Heinrichs in den 1990er Jahren europaweit große Erfolge hatte feiern können.

Inzwischen ist das Blümchen unter den Händen von Anton Kropivšek zu einer schönen, wohlklingenden Blume gediehen. Nun steht das erste Konzert des neuen Männerchores kurz bevor. Es wird in der Kirche St. Nikolaus Gangelt am Sonntag, 17. März, ab 17 Uhr stattfinden. Neben dem Chor Darilo (slowenisch für Geschenk) wird auch das Vokalensemble Canto Rinato auftreten. Geboten werden vom Männerchor Darilo russisch-byzantinische Chorwerke, slowenische Volkslieder und Lieder von Franz Schubert. Canto Rinato wird festliche und weltliche Chorwerke aufführen.

Beide Chöre werden unter der Leitung von Anton Kropivšek auftreten. Zum Abschluss des Konzertes werden sie mit dem Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ gemeinsam vor das Publikum treten.

Taschentuch nicht vergessen

Auch wer sich für unempfänglich in Bezug auf Gefühlswallungen hält, sollte am 17. März besser ein Papiertaschentüchlein mit in die Kirche St. Nikolaus bringen. Denn das gemeinsam von beiden Chören dargebotene Lied hat es in sich.

Und wenn Heinz Heinrichs, der die Moderation des Konzertes übernimmt, dann auch noch die Geschichte des Liedes erzählt, vom Kriegsgefangenen berichtet, der dieses Lied vor Freund und Feind anstimmte, dürften ein paar Tränchen kaum zu unterdrücken sein. Aber keine Sorge, Heinz Heinrichs wird auch ein paar lustige Bemerkungen in seine Moderation einflechten.

Für den ein oder anderen Spruch ist er stets gut. Beispiel: „Wenn Du die Leute zum Lachen bringen willst, musst Du nur von Deinen Plänen erzählen“, sagt er und meint, seinen Plan in Zeiten, in denen die Männerchöre allenfalls noch vor den Himmelstoren jubilieren, einen neuen Männerchor aus der Taufe zu heben. Wenn er in den vergangenen Monaten Bekannten von seinem Plan berichtete, ging so mancher Zeigefinger in Richtung Schläfe. Doch das Werk ist geglückt.

Dem Chor Slava, der in seiner 20-jährigen Geschichte vor Königshäusern und der Deutschen Fußballnationalschaft aufgetreten ist, hatte ein Mangel an Tenören das Aus beschert. „Nun sind die Stimmen wieder da“, freut sich Heinz Heinrichs, der mit seiner Idee, an alte Zeiten anzuknüpfen, auf offene Ohren bei geschulten Sängern in Limburg, Gangelt und Waldfeucht getroffen war.

Der Enthusiasmus, den Heinrichs seiner Idee mit auf den Weg gegeben hatte, hatte Mitstreiter gefunden und den Männerchor Darilo entstehen lassen. Anton Kropivšek, zweimal niederländischer Meisterdirigent mit den Chören Schinveld und Venray, hatte Heinrichs als Dirigenten gewinnen können.

„Bei der Qualität der Sänger kann ich nicht nein sagen“, hatte Kropivšek gemeint und eingeschlagen. Alle 24 Sänger von Darilo sind auch in anderen Chören aktiv. Die Proben für das erste Darilo-Konzert verlaufen derzeit überaus intensiv. Heinz Heinrichs über seinen Dirigenten Anton Kropivšek: „Er will Qualität.“

Und die Sänger bemühen sich um die geforderte Präzision, weil ihr Dirigent auch menschlich überzeugt. Neben den Proben arbeitet jeder „Blattsänger“ Zuhause weiter an seiner Stimme. „Anders geht es nicht“, sagt Heinrichs. Darilo hat sich vor allem der Chormusik des osteuropäischen Raumes verschrieben. Und um dieses Repertoire mit russisch-byzantinischen Gesängen aufzuführen, dazu bietet die Kirche St. Nikolaus den adäquaten Rahmen. Heinrichs: „Ein schöner Gesang in einer Kirche, was gibt es Schöneres!“ Der Auswahl des Konzertortes ging eine längere Odyssee voraus. So sollten sich alle Konzertbesucher, auch solche, die noch andere Aufführungsorte im Sinn haben, noch einmal vergegenwärtigen, dass am 17. März die Kirche St. Nikolaus im Herzen von Gangelt ihr Ziel ist.