„Ich singe eigentlich jeden Tag“: Kreuzratherin qualifiziert sich bei Jugend musiziert für den Bundeswettbewerb

„Ich singe eigentlich jeden Tag“ : Kreuzratherin qualifiziert sich bei Jugend musiziert für den Bundeswettbewerb

Emily Ugiagbe ist 17 Jahre alt und geht in die 11. Klasse der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule in Geilenkirchen. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder in Kreuzrath und mag Popmusik. „Ich liebe halt Pop“, sagt Emily Ugiagbe, „aber auch Jazz und klassische Musik.“

Schon früh hatte ihre Mutter, Andrea Grotthaus-Ugiagbe, das Talent ihrer Tochter erkannt: „Emily schrie schon als kleines Kind so laut, mit der Stimme musste sie einfach was werden.“ Die Mutter hatte recht. Und auch Opa Günther entschied schon frühzeitig: „Das Kind muss gefördert werden.“

Emily hat sich gerade beim Landeswettbewerb Jugend musiziert in Köln als Landesbeste ihrer Altersklasse in der Kategorie Pop für den Bundeswettbewerb qualifiziert. Auch Emilys Bruder Leroy freut sich schon auf den Bundeswettbewerb, allerdings wohl nicht ganz uneigennützig, denn wenn der Wettbewerb im Juni in Halle an der Saale stattgefunden haben wird, wird seine kleine Schwester vielleicht nicht mehr ganz so oft zu Hause üben. „Ich singe eigentlich jeden Tag,“ sagt Emily, „wenn man zu singen beginnt, taucht man in eine andere Welt ein.“

Über den Regionalwettbewerb in der Realschule in Heinsberg hatte sich die junge Popsängerin für den Landeswettbewerb qualifiziert. Aufgeregt sei sie schon, gesteht sie. „Aber ich freue mich auch auf den Wettbewerb.“ Sie wünschte sich nur ein bisschen mehr Zeit, sich vorzubereiten, denn lange ist es nicht mehr hin bis zum großen Tag. Regional- und Landeswettbewerb kannte sie schon aus vorangegangenen Jahren, als ihr nur ein Punkt fürs Weiterkommen gefehlt hatte. Nun hat es geklappt.

Siebenköpfige Jury

In der Alten Feuerwache in Köln stellten sich die Teilnehmer des Landeswettbewerbes einer siebenköpfigen Jury. Es galt 20 Minuten lang das Fachpublikum von den eigenen Stärken zu überzeugen. Emily hatte vier Stücke ausgewählt. „Don´t tell me“ von Ruel, „Carry me home“ von Zara Larsson und „Some thing in the way“ von Jorja Smith. Hinzu kam die Eigenkomposition „Loud”, die Emily a capella vortrug, während die drei anderen Lieder mit Klavierbegleitung von Ulf Stricker über die Bühne gingen.

Die Atmosphäre in Köln sei sehr schön gewesen. Recht schnell nach dem Auftritt habe sie ihr Gespräch mit der Jury gehabt. „Die hatten eigentlich nicht viel zu kritisieren“, erinnert sich Emily. „Die Jury fand meine Liedauswahl gut und riet mir, noch an meiner Bühnenpräsenz zu arbeiten.“ Dann folgten sechs ziemlich lange, nervenaufreibende Stunden. Emily war inzwischen schon auf einer Party, als sie schließlich eine Freundin anrief und ihr mitteilte, es stünde schon im Internet, dass sie den Landeswettbewerb gewonnen habe. „Das kann nicht sein“, habe sie da gedacht. „Das war richtig cool.“

In ihrem eigenen Song geht es um das Erwachsenwerden, die Probleme, die ein Teenager damit hat. „Das typische Teenagerleben.“ Das Thema hatte der Jury gut gefallen und natürlich die Gesangsperformance.

Seit sie elf Jahre alt ist, singt Emily. Die Geilenkirchener Chorleiterin Maria Slagboom hatte sie in den Chor der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule aufgenommen. „Jeder wollte damals in den Chor“, sagt Emily. Der Song „This little light of mine“ überzeugte dann auch Maria Slagboom, dass Emily die Richtige für ihren Chor ist.

Opa Günther hätte seine Enkelin natürlich gefördert, egal bei was, ob sie nun singen oder Chinesisch lernen will. Chinesisch lernt Emily übrigens tatsächlich. Gefördert wurde Emily aber nicht nur von ihrer Familie, sondern auch von Karin und Johannes Heinrichs, die das Gesangstalent der jungen Sängerin früh zu schätzen wussten.

Ein wichtiger Mann an Emilys Seite ist Guido Janssen, Lehrer an der Jugendmusikschule Heinsberg. Einmal wöchentlich erhält sie von ihm Gesangsunterricht und tritt wohl nun in die Fußstapfen vieler Schüler der Jugendmusikschule, die sich über die Kreisgrenzen hinaus einen Namen machen konnten.

Ihr Ziel: Sängerin werden

„Natürlich ist es mein Traum Sängerin zu werden“, sagt Emily Ugiagbe. Ein paar Ideen hat sie schon im Kopf und mit Blick auf den Bundeswettbewerb überlegt sie: „Vielleicht probiere ich mit Guido ja was Neues“. Mutter Andrea und Vater Uyi stehen hinter ihrer erfolgreichen Tochter und unterstützen sie. Ihre berufliche Zukunft sieht Emily Ugiagbe nicht unbedingt in der Popbranche. Sie könnte sich auch vorstellen, Kriminologie zu studieren. Im Juni steht erst einmal der Bundeswettbewerb an. Bis dahin dürfen ihre Freunde Publikum spielen, wenn Emily an ihrer Bühnenpräsenz feilt.

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