Generationenwechsel bei der DLRG: Hermann Scheeren tritt eine Reihe nach hinten

Generationenwechsel bei der DLRG : Hermann Scheeren tritt eine Reihe nach hinten

Nach 30 Jahren im Amt sollen jüngere Mitglieder den Vorstand bei den Schwimmern der DLRG Birgden übernehmen

Eine geregelte und frühzeitige Übergabe der Vereinsführung in jüngere Hände ist heute keine Selbstverständlichkeit, doch in der Ortsgruppe Birgden der DLRG scheint der Genetationenwechsel zu funktionieren. Nach 30 Jahren Vorsitz will Hermann Scheeren am Samstag, 13. April, auf dem Ortsgruppentag im Bürgerhaus Birgden sein Amt niederlegen.

„Es wird Zeit, dass jüngere Mitglieder mit neuen Ideen übernehmen,  und wir haben das Glück, engagierten Nachwuchs zu haben“, so Hermann Scheeren. Zusammen mit ihm rückt auch die langjährige Schatzmeisterin  Rita Hagen eine Reihe nach hinten. „Wir werden beide noch als Stellvertreter fungieren, schließlich wollen wir den Verein nicht im Stich lassen“, betont der 64-Jährige. „Werden wir gefragt, so helfen wir auch in Zukunft gerne. Ansonsten halten wir uns aber im Hintergrund.“ Als neuer Vorsitzender wird Niklas Themann vorgeschlagen, zur neuen Kassiererin stellt sich Franziska Hermanns zur Wahl.

Seine Leidenschaft für das Schwimmen entdeckte Hermann Scheeren erst recht spät. „Ich wollte schon als Kind immer schwimmen, es hat mich immer geärgert, dass auf meinem Zeugnis Nichtschwimmer stand“, blickt der Birgdener zurück. Doch erst mit 16 Jahren fasst er im Jahr 1971 den Mut und meldete sich zum Schwimmkurs in der örtlichen DLRG an.

„Das war damals noch ganz anders. Ich habe zusammen mit 30 bis 40 Jugendlichen im Kurs meine ersten Züge im Wasser gemacht“, erinnert er sich. „Trotzdem hat es Spaß gemacht, und so bin ich beim Schwimmen geblieben.“

Nach sechs Jahren Mitgliedschaft stieg er zum technischen Leiter auf, 1983 wurde er zum Ausbildungsleiter ernannt, bereits drei Jahre später folgte das Amt des  Schatzmeisters, und im Jahr 1989 wurde Scheeren schließlich Leiter der Ortsgruppe.„Auch heute bringe ich noch jeden Montag und Mittwoch Kindern das Schwimmen bei“, erzählt der langjährige Vorsitzende stolz. Pro Jahr würden rund 30 Kinder bei der DLRG Birgden ihr Seepferdchen ablegen.

Rechnet man diese Zahl auf seine Zeit als Ausbilder hoch, so hat der Ehrenamtler bisher 1620 Kindern das Schwimmen beigebracht. „Wenn nur einer nicht ertrunken ist oder einer jemandem helfen konnte, dass er nicht ertrinkt, so hat sich die ganze Arbeit der Ausbildung gelohnt“, findet Scheeren. 14 Ausbilder sind beim DLRG Birgden aktiv, die Mitgliederzahl beläuft sich (zusammen mit den jährlichen Kursteilnehmern) auf 90 Schwimmer. „Mittlerweile mussten wir eine Warteliste für die Schwimmkurse einführen“, verrät Hermann Scheeren. Da die Kinder heute bereits im Alter von fünf Jahren schwimmen lernen, seien nur noch kleine Gruppen möglich. „Für mehr als zehn Kinder ist unser Lernbecken aber auch einfach zu klein“, weiß der leidenschaftliche Schwimmer.

Durch das Becken würden sich ferner Probleme mit den Jugendlichen ergeben. „Den jungen Leuten wird das Becken schnell zu langweilig“, weiß der Familienvater. „Aber zum Glück gibt es mittlerweile eine Kooperation mit der DLRG Geilenkirchen.“ Interessierte Mitglieder aus Birgden könnten dort mitschwimmen: „Dadurch bleiben sie uns weiterhin als Mitglieder erhalten.“ Beide Ortsgruppen machen auch zusammen Wachdienst in Effeld. „Da hat sich mittlerweile ein schönes Team gebildet“, erzählt Scheeren.

In der Vergangenheit musste die Ortsgruppe bereits mehrfach um ihr Bad bangen: „Immer wieder gab es technische Schwierigkeiten und Schließungen.“ 1984 verordnete die Gemeinde einen Sparbeschluss: Monatelang blieb das Bad geschlossen, und der Verein musste zum Training ins Hallenbad nach Geilenkirchen fahren. Das Lehrschwimmbecken konnte erst im Frühjahr 1986 wieder genutzt werden.

Aber bereits nach zwei Jahren gab es erneut technische Schwierigkeiten, und die Ortsgruppe musste zum Training wieder nach Geilenkirchen. „Zum Glück haben wir aktuell den Rückhalt aus der Politik, und die Bäder werden offen gehalten“, zeigt sich Hermann Scheren dankbar. „Ohne den Bürgermeister wären die Bäder schon zu. Er ist ein Freund des Schwimmsports.“ Daher blickt Hermann Scheren optimistisch in die Zukunft. Er will auch weiterhin Kinder auf ihrem Weg zum Seepferdchen begleiten. 

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