Gründer aus Gangelt in der „Höhle der Löwen“: Design sexistisch?

Gangelter Gründer in der „Höhle der Löwen“ : „Löwen“ kritisieren sexistisches Design

Kein Deal für den „Camping Butler“ aus Gangelt. Das Design mit einer attraktiven blonden Frau auf der Front kam in der „Höhle der Löwen“ gar nicht gut an. Ralf Winkelmann stimmt Kritik zu. Sonst ist das Feedback gut: Telefon im Unternehmen steht nicht mehr still und Postfach ist voll.

Der TV-Auftritt von Ralf Winkelmann aus Gangelt und seinem Geschäftspartner Dr. Simon Freutel in der „Höhle der Löwen“ am Dienstagabend lief nicht wirklich rund. Eigentlich wollten die zwei Gründer die Löwen von ihrem „Camping Butler“ überzeugen. Der Vollautomaten übernimmt die Reinigung von Camping-Toiletten-Kassetten. So wird dem Camper der Umgang mit unangenehmen Gerüchen und Fäkalien erspart.

Doch das Design kam in der Arena nicht gut an. Auf der Seite des Automaten war eine blonde junge Frau im schwarzen Abendkleid abgebildet.

„Design ist 80er Jahre

Juror Frank Thelen, erfolgreicher Frühphasen-Investor, kritisierte: „Euer Design mit einer attraktiven blonden Frau in einem attraktiven engen schwarzen Kleid – das ist 80er Jahre. Bitte lasst das sein. Da sind wir drüber hinweg. Macht da irgendwas anderes drauf.“ Auch von der erfolgreichen Unternehmerin Judith Williams hagelte es Kritik: „Vor allem denkt man, die steht da drin und macht das Ding sauber. Jungs, wir leben in 2019! Wir Frauen sind nicht nur fürs Badezimmer oder die Küche verantwortlich.“

Ralf Winkelmann kann diese Kritik nachvollziehen. „Wir waren mit einem Prototypen in der Sendung und haben schon damals unser Design überarbeitet“, so der Gangelter. Er stimmt den Löwen zu: „Das war nicht zeitgemäß.“ Mittlerweile sei das Design aber überarbeitet und bereit für die Serienproduktion. Für den Automat wurde eine Farbkombination aus weiß und hell-grün gewählt. Die Optik ist modern, und es gibt keinen echten Menschen mehr als Hingucker – stattdessen ziert die Seite nun ein aufgemalter  Butler mit kleiner grüner Fliege. „Der findet sich auch in unserem Logo wieder“, berichtet Winkelmann von den Arbeiten am Corporate Design.

So sieht das neue Design vom „Camping Butler“ aus. Die attraktive blonde Frau ist von der Front verschwunden. Foto: Camping Butler

Weiterhin wurde den Gründern in der Sendung vorgeworfen, schlecht vorbereitet zu sein. „Wir waren schon recht aufgeregt und hatten daher nicht direkt alle Zahlen parat“, erklärt der 36-Jährige. Allerdings sei es auch nicht möglich, die genaue Zahl der Nutzung des Automaten zum aktuellen Zeitpunkt abzuschätzen. „Aber wir wissen: Der Markt ist da, das Feedback von den Campingplätzen und Campern ist sehr gut.“

Schon vorm Pitch war Ralf  Winkelmann  Simon Freutel außerdem bewusst, dass ihnen im Team noch Kompetenzen fehlen.

Lücken im Team füllen

Winkelmann war vorher in leitender Position als  Maschinenbauer tätig,  Freutel als Leiter in der Softwareentwicklung. „Ihr Team ist aber nicht komplett“, befand auch Juror Carsten Maschmeyer. So fehle zum Beispiel jemand fürs Marketing. Da wollen die Gründer nun nachbessern: „Auch im Vertrieb können wir noch Hilfe brauchen.“

Bereits vor ihrem Auftritt in der „Höhle der Löwen“ hatten die beiden Gründer Investoren für ihre Idee gewonnen. „Uns ging es vor allem darum, unser Produkt bekannter zu machen. Die Sendung hat eine große Reichweite“, betont Winkelmann.

Und das ist ihnen gelungen: „Unser Postfach läuft über. Wir haben in den vergangenen Stunden mehr als 150 E-Mails bekommen“, so Winkelmann am Morgen nach der Ausstrahlung der Sendung. Auch das Telefon im Firmensitz in Mönchengladbach würde nicht mehr stillstehen. Zum einen hätten sich zahlreiche Investoren gemeldet, aber auch interessierte Campingplätze und Menschen, die ihre Fähigkeiten der Firma zur Verfügung stellen wollen. „Wir sind gerade noch dabei, alles zu sondieren“, so Winkelmann. „Marketingtechnisch hatte die Sendung auf jeden Fall den gewünschten Effekt.“

Aktuell sind in Deutschland vier „Camping Butler“ im Einsatz. Bis Ende des Jahres sollen noch 20 bis 50 weitere Geräte folgen. Ziel der Gründer ist es, die Campingplätze in Deutschland flächendeckend mit Automaten auszustatten. Dafür sollen in fünf Jahren zwischen 3000 und 5000 Geräte im Einsatz sein.

Mehr Infos zum Produkt und dem Unternehmen online unter www.camping-butler.de.

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