Grabsteine in Gangelt umgeworfen und mit Nazi-Symbolen beschmiert

Staatsschutz ermittelt : Jüdischer Friedhof in Gangelt geschändet

Fast 30 Grabsteine sind auf dem Jüdischen Friedhof in Gangelt umgeworfen oder mit Nazi-Symbolen beschmiert worden. Der Staatsschutz hat nun die Ermittlungen aufgenommen.

Es ist leider nicht das erste Mal, dass der Jüdische Friedhof in Gangelt geschändet wurde. Die jüngste Friedhofsschändung wurde am Montagabend gegen 18 Uhr zufällig entdeckt. Von den rund 30 Grabsteinen wurden bis auf zwei alle umgeworfen oder mit Nazi-Symbolen beschmiert. Der Jüdische Friedhof liegt abseits in einem Waldstück an der Verbindungsstraße zwischen Gangelt und Stahe gegenüber der Straße Zum Wirtsberg. Der Friedhof wurde von 1877 bis 1937 belegt.

Anfang Mai 2010 wurden bei einer Friedhofsschändung ebenfalls fast alle Grabsteine des Friedhofs umgeworfen. Und auch dieser Vorfall war nicht der erste gewesen. Der Gangelter Bürger, der am frühen Montagabend die Tat entdeckte, hatte ein wenig Ruhe finden wollen.

Da die Verbindungsstraße zwischen Gangelt und Stahe derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt ist, schien es eine gute Idee zu sein, das kleine Waldstück mit den alten Grabsteinen aufzusuchen. Doch Ruhe fand der Mann dort nicht. Schon am Schild, das auf den Friedhof hinweist, klebte ein Aufkleber „Nazi-Zone“. Den entfernte der Mann und ging die paar Meter weiter bis zum ummauerten Friedhofseingang. Das Bild, das sich ihm dort bot, schockierte ihn zutiefst.

„Gaskammer“ ist auf einem verfallenen Grabstein zu lesen. Die kleineren Steine sind aus der Verankerung gerissen und umgeworfen worden. Einige zerbrachen dabei. Die großen, schweren Steine wurden wie auch die kleineren mit Hakenkreuzen und ähnlichen Nazi-Symbolen besprüht. Grableuchten und Engelsfiguren sind zerschlagen. Der Mann erstattete noch am selben Abend eine Anzeige bei der Polizei, die umgehend den Tatort sichtete.

Der Staatsschutz in Aachen wurde eingeschaltet und ermittelt. Nach der Friedhofsschändung im Mai 2010 hatte der Gangelter Bauhof die Gedenkstätte wieder hergerichtet, und 80 Gangelter Bürger hatten sich zu einer Gedenkfeier auf dem Friedhof eingefunden.