Geilenkirchen: Unbekannte beschmieren Bahnhofsunterführung

Staatsschutz ermittelt : Hakenkreuze und rechte Parolen am Bahnhof

Der Staatsschutz ermittelt in Geilenkirchen und Gangelt: Leser meldeten der Redaktion Schmierereien mit Hakenkreuzen und rechten Parolen an der Bahnhofsunterführung und an Bushaltestellen.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November jährt sich die Reichsprogromnacht zum 81. Mal. Die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse von damals scheinen heute wichtiger denn je zu sein: In den vergangenen Tagen wurden die Unterführung am Bahnhof in Geilenkirchen und das Bahnhofsgebäude mit Hakenkreuzen und dem Schriftzug „Freiheit für Ursula Haverbeck“ beschmiert. Ähnliche Graffitis finden sich an mehreren Bushaltestellen in Richtung Gangelt.

Dass solche Vorfälle die Menschen bewegen, zeigt, dass zahlreiche Leser sich in der Redaktion gemeldet haben, um von den Ereignissen zu berichten. Seit Sonntag ermittelt die Bundespolizei im Fall der Schmierereien am Bahnhof.

Die weiteren Vorfälle werden derzeit von der Polizei Heinsberg aufgenommen und an den Staatsschutz weitergegeben. Informationen zum Ermittlungsstand gibt es derzeit noch keine.

Leser meldeten zudem, dass einige Stolpersteine an der Konrad-Adenauer-Straße aus dem Boden gerissen und gestohlen worden seien. Dem ist jedoch nicht so, wie der Erste Beigeordnete Herbert Brunen mitteilt: „Hier wurde lediglich mit den Vorarbeiten zur Verlegung neuer Gedenksteine begonnen.“

Am 13. November werden von der Initiative Erinnern die neuen Stolpersteine verlegt, die an die früheren jüdischen Mitbürger erinnern sollen. Schüler des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula haben zudem eine Putzaktion der Stolpersteine am kommenden Freitag in der sechsten Stunde geplant.

Im Jahre 1938 wurden von den Nationalsozialisten zwischen dem 7. und 13. November 800 Juden ermordet, in der Nacht vom 9. auf den 10. November alleine 400. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert.

Ursula Haverbeck ist eine nationalsozialistische Aktivistin. Seit Mai 2018 sitzt die mehrfach verurteilte Holocaust-Leugnerin in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede. Eine Verfassungsbeschwerde gegen die Inhaftiertung sowie ein Antrag auf Aussetzung der Freiheitsstrafe zur Bewährung wurden zwischenzeitlich abgelehnt.

Einige der Schmierereien am Bahnhof Geilenkirchen wurden bereits überstrichen, oder es wurde mit der Entfernung begonnen.